De Lügbüdel

Dat geew in fröheren Tieden, as die Verdeenst noch minne wör un jeder sehen moß, datt he dörkäm, Handwarkslüde, de twee Berufe un mehr harrn. Tom Bispell wören väle Timmerlüde und Mürkers in`n Winter Spinnradsdreiher, Husslachter, Mollenhauer oder Holschenmaker.

Dat geew in de lütjen aafgelegenen Dörper mit de damaligen slechten Verbindungen aber ok Handwarkslüde, de in alle Fraeg bewandt wören, wat in so`n Dörp brukt un verlangt wurd. Mi hett een Olen Schoolmester vertellt, dat in sien Dörp fröher een Mann leewte, den se Kronenschoster näumten.

Kronenschoster wör von hus ut Timmermann, harr ok dat Dischern lehrt und wör tegenheer Flickschoster, Holschenmaker, Mollenhauer, Strohdachdecker, Smidt un Klockenflicker. De zünftigen Handwarkers näumten so`ne Lüde denn ja ok Klockenschoster, aber dat Dörp konn jem nich missen.

Mit dat Klockenflicken wör dat so`ne Sake. Een von disse Universalgenies, de Discher wör un eene gode Arbeit mök, klickte ok Uhren. Ins harr he eene ole Kastenklock (Standuhr), de noch holten Räer harr, utenanner nahmen, alle Deele nahkeeken un sauber makt, aber bi dat Weddersosamensetten bleew een Rad öbrig. "Dat ist`r ober", sä he un smeet dat Rad achter`n Kuffer.

Dat geew un gifft aber ok Minschen, de alles könt un weet un allens bäter könt un weet, aber blot mit`n Munne, un darbi leegt, dat seck de Balken bögt. Dat so`ne Lüde sick sülwst to`n Hahnenjökel makt, markt se garnich un von so eenen Lügjanbüdel will ick vertellen.

Dar wohnte fröher an`t Rister Moor, dat domals noch meist Sump un Heide wör. een Anbuer un Jagdupseher , wi willt em Lürßer Vadder näumen, de man eenmal flietig un gefällig wör. Man mutt em dat ok to gode holen, datt he von dat Rister Moor eenen groten Deel unner`n Ploog kreegen, or to Wischen makt hett för sick un annere Lüde. Aber he loog, un de mehr he loog, je mehr swutscherte he siene Priemsoße ut. Jo! - swutsch -

As olen Veteran von1870/71 konn he väl vertellen, blot das ungluckliche Leegen. Dör Lürßen Vadder harrn wi den Krieg gewunnen dar wör fudder nix bi.

"Jo", seggt he. - swutsch - , "Ick wör Bursche ve den Prinzen Friedrich Karl, un wi beide sind jümmer tohoope up Patrouille wäsen. Jo - swutsch - Ins harrn wi beide un bi Düstern an so`n Koppel französische Offiziere ransleeken, un dar hörten wi denn ehren ganzen Kriegsplan, jo - swutsch - Ick heff denn mienen Prinzendat verknutdiedelt, woans wi dat maken mossen und at köm ok so, jo - swutsch - Den annern Dag haarn wi den Franzos in de Knieptang, jo - swutsch -

Vörgistern heff ick in`t Moor den groten Heidplacken afmeiht, jo - swutsch -

"Lüßen Vadder, in eenen Dag, dat kann ja woll garnich angahn?"

"Jo -swutsch - ick heff eene ganz apartige Seeßen ut Silwerstahl. Ja - swutsch - de haar ick sauber hoart. As ick de Seeßen probeern wull, meihte ick den iesernen Hoarsticken (ein kleiner, unter spitzer Amboß, der in den Boden geschlagen wird und auf dem die Schneide der Sense mit dem Dengelhammer gedengelt, hoart=gehärtet wird), den ick ut Versehen steeken laten harr, stuf af, jo - swutsch -. An de Seeßen wör nix passeert, jo - swutsch -.

Bi dat Meihen smeet ick eenen Hasen mit den Seeßensticken (dient zum Wetzen=Streichen der Sense) doot, jo - swutsch -. Wör een hellschen Bengel, harr seß Pund Talg bi sick. Jo - swutsch -

de Heide kann Meß bruken, wenn dar wat wassen schall. Ick heff fleten Jahr dusend Föhr Meß holt von Bremen, - jo - Swutsch -.

"Lürßen Vadder, dat geiht gar nich, denn haarn ji ja dreemal den Dag mit joen Schimmel na Bremen mößt!"

"Na, denn is`twoll een bäten weniger wäsen. Blot mien Peerd, dat ritt för dree, jo - swutsch -

De Heide möt deep umplögt weern, ick bünmit den Ploog seeben Spitt (sieben Spaten tief) deep gahn, datt de blaue Dwo (Ton) na baben köm, jo - swutsch -

"Lürßen Vadder, so deep fat de Ploog ja garnich!"

"Jo, swutsch - weeß woll,ick heff eenen orig hogen Ploog, ja - swutsch - 

In`t Moor is jümmer wat los. Fleten Wäken heff ick ut de grote Moorkuhlen dar gunnen eenen Heekt ruttogen, datt ick mi rein verjagte , jo - swutsch - As ick em an mienen Stock ober`n Puckel slög, sleepte de Steertnoch op de Eer. Jo - swutsch - Na, ick heffem mienen Jagdherrn mitgeewen un för mi denn ok noch eenen rute holt. De wör noch wat gröter, ja - swutsch -

Lürßen Vadder geiht den Damm langs. "Na, hefft ji den groten Poppelboom dalmakt? Dat is recht. In den Stamm sitt een schönen Backeltrog in, mak ick j token Sonndag vör de Karktied fertig. Is`n Klax för`n Murmann, paar Stunnen Sake. Meun, Meun - swutsch .

He geiht fudder Zzzüh dar Hemmann, al flietig? Na wull  Himbeern planten? Fleten Jahr heff in Öbernheide eene Sorte sehn, de haar Früchte so grot wie Appel, jo, -swutsch.

Ja, dar wörn vonmorgen use Vorsteher und de Landmeeter in`t Moor toggange  unsochten den Grenzsteen, konnen em aber nich finnen. Dat glöw ick sacht, sä ick, de Steen liggt twee foot unner de Eer. Hier möt ji graben, genau up diesse Stäer, dar liggt he  un de annern Steene kann ick jo ok wiesen, jo - swutsch -

So loog un swutscherte Lürßen Vadder rund um sick umto. Blot eenmal köm he in Verlegenheit. As he bi sienen Nawer ur sülwern Hochtied wör un de em in de besten Dönzen rinnödigte, um em den neen Teppich to wiesen, wuß Lürßen Vadder nahrens hen mit siene Priemsoße. Speeback un Torfkasten wörn nich dar un vertellen moß he doch wat. Den schönen Teppich konn he doch ok nich vull swutschern. He wuß sick aber to helpen und swutscherte in sien Rocktaschen.

As eenen dags de Breefdräger na sienen Swiegersöhn fragte, sä Lürßen Vadder: "De wohnt hier nich mehr, den heff ick rutsmeeten. De Keerl loog mi doch to dull, dat wär ja garnich mehr tom Utholen, Jo - swutsch -.