Pantinen

Hausschuhe mit Holzsohle


Papiermühle


Pastorenwäldchen

Dieses kleine Wäldchen am Ortsrand von Leeste in der Leester Marsch erlangt traurige Berühmtheit, als im Oktober 2001 eine Pilzsammlerin dort die Leiche der in Bremen vermissten 10jährigen Adeline entdeckt. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.


Patent


Peters, Hans

Hans Peters, 1880 geboren, gründete zunächst in Berlin eine Korkfabrik und siedelte dann 1905 mit ihr nach Brinkum um. Er beschäftigte rund 100 Mitarbeiter, teils in Heimarbeit, teils in der Fabrik. Um Abnehmer für seine Produkte zu finden, war Hans Peters viel unterwegs. Dennoch fand er noch genügend Zeit für seine Hobbys. So betätigte er sich als Archäologe und grub mehr als 90 antike Urnen aus, sammelte Möbel, Porzellan und Trachten und richtete mit seinen Exponaten sogar ein eigenes Heimatmuseum ein. Er betätigte sich als Autor und als Maler, immer bezogen auf die hiesige Region und damit auch auf das Gebiet der Gemeinde Weyhe. 


Peters, Johann

s. Tanzschule Jan "1-2-3"


Pfennig

s. Bremer Münzen


Pflug (Ziegler)

Die lippischen Wanderarbeiter boten sich den Ziegeleien als ein eingespieltes Team an, als ein sog. „Pflug“. Im Pflug waren alle Rollen verteilt: Der Meister leitete den Pflug und teilte die Arbeiten ein. Er verhandelte mit dem Ziegeleibesitzer. Er war auch zuständig für die Überwachung des Ofens. Umgänger / Butenleute mussten den Ton abgraben und zur Ziegelei transportieren. Einspetter schaufelten den Ton in die „Trärbahn“, wo er gewalkt und vermischt wurde. Dazu gehörte auch die Beaufsichtigung der Pferde, die den Göpel zogen, wodurch Räder im Mischtrog bewegt wurden. Als noch keine Pferde eingesetzt wurden, musste die Lehmpetter den Ton mit den Füßen walken und mischen. Den fertigen Ton brachte der Karrenmann in die Werkhalle, wo der Aufstecher eine Portion für einenZiegelstein abstach. Der Steinmacher (oder Streicher, auch Former) füllte die Ziegelform und strich den Ton glatt. Der Holtensetter stellte die Ziegel auf Holzgestelle zum Trocknen. Der Ofenschieber brachte die getrockneten Ziegel inden Ofen, wo der Ofensetzer die Ziegel kunstvoll zum Brennen aufschichtete. Nach dem Brennvorgang holte der Ausschieber die fertigen Ziegel heraus und stapelte sie zum Transport auf dem Stapelplatz. Damit waren sie bereit zum Transport mit Pferdefuhrwerken zu den Abnehmern.


Pflugschatzregister

Das Pflugschatzregister ist eine Steuerliste, die 1519 zur Erhebung einer Steuer für die überschuldeten Niedergrafschaft Hoya angelegt wurde. Nach dem Aussterben der Hoyaer Grafenlinie, die die Niedergrafschaft Hoya besessen hatte, war 1501 Streit über die Lehenshoheit der Grafschaft entstanden. Kaiser Maximilian beanspruchte die Grafschaft als Reichslehen und vergab sie an die Herzöge von Lüneburg (Herzog Heinrich der Mittlere von Braunschweig und Lüneburg). Das wiederum gefiel dem Herzog Magnus von Sachsen-Lauenburg nicht, der ebenfallsAnsprüche auf die Grafschaft erhob. Nachdem Graf Jobst I. 1504 das Lehen vom Herzog Heinrich entgegengenommen hatte, und Jobst II. 1507 nach dem Tod seines Vaters die Grafschaft geerbt hatte, machte Herzog Magnus ihm große Versprechungen und bewirkte dadurch, dass Jobst II. ihn als Lehensherrn ansah – nachdem dieser 1511 mündig geworden war. Das veranlasste Herzog Heinrich den Mittleren, 1512 in die Grafschaft einzufallen und Graf Jobst II. zu vertreiben. Erst nach 7 Jahren gelangte Jobst wieder in den Besitz der Grafschaft, als Lehen von Herzog Heinrich. In den 7 Jahren, die die Niedergrafschaft von Beamten des Herzogs verwaltet wurde, war eine große Schuldenlast (164000 Taler) entstanden. Um diese zu begleichen, bewilligten die Landstände die Erhebung einer Steuer, den sogenannten Pflugschatz. Dazu wurde ein Register angelegt, in dem alle Höfe, die zur Niedergrafschaft gehörten, aufgeführt waren. [Qu: Schacht , Heimatbuch Kirchweyhe, S.110] [NLA HA Celle Br. 72/25, Nr.1]


Pingel-Heini

Name eines Vereins zur Förderung der Kleinbahn in Leeste; „Pingel-Heini“ hießen früher im Volksmund die langsamen Bahnen, die „an jeder Milchkanne“ hielten. In Leeste und Kirchweyhe wurde die Kleinbahn „Bremen-Thedinghausen“ mit diesem Spitznamen verbunden.


Pinkus, Frank

Frank Pinkus kommt aus Hamburg nach Weyhe. In Hamburg gründete er 1978 „die kleine bühne harburg“, mit der er als Darsteller, Regisseur und Autor 25 Jahre lang erfolgreich war. Nach dem Studium und zwei Staatsexamina wurde er Dramaturg am Altonaer Theater in Hamburg. Nach seiner sich anschließenden Tätigkeit als Dramaturg und Lektor bei der VVB, einem Theaterverlag in Norderstedt, ist er inzwischen als Dramaturg am Weyher Theater fest angestellt. Er ist aber vor allem als überall im deutschsprachigen Raum gefragter Boulevard- und Kinderstück-Autor bekannt geworden. Über 50 Stücke stammen inzwischen von ihm, zum Beispiel die Komödien „Von Ma(i)l zu Ma(i)l“, „Fach-Wechsel“, „Zurück zum Happy End“, „Stichlinge und Elefanten“ und „Runter zum Fluss“, um nur einige zu nennen.

Am Weyher Theater hat er viele Inszenierungen erarbeitet: unter anderem die Krimis „Bei Anruf Mord“ und „Sherlock Holmes und der Hund der Baskervilles“, das Stephen King-Schauspiel „Zweimal lebenslänglich“, die musikalischen Komödien „Ein Traum von Irland“, „Im Weißen Rössl“ und „Nicht nur Träume können fliegen“, die Johnny Cash-Biografie „CASH“ und Komödien wie „Die besten Tage meines Lebens“, „Why Not?“, „Runter zum Fluss“, „Kerle, Kerle“, „Allein in der Sauna“, „Crazy“, „Und alles unter einem Dach“, „Alles hat seine Zeit“, „Plötzlich Papa“ und „Ab heute bin ich Jungfrau“. In der neuen Spielzeit inszeniert er drei Stücke: „Nicht nur Träume können fliegen“, „Bella Italia“ und „Eine Reise“.

Auch als Darsteller gehört er zum festen Stamm des Ensembles: unter anderem in „Bleib doch zum Frühstück“, als Oscar in „Ein seltsames Paar“, in „Amore“, „Rente gut – alles gut“, „Crazy“, „CASH“, „Alles unter einem Dach“, „Zweimal lebenslänglich“, „Taxi, Taxi“, „Alles hat seine Zeit“, „Männerparadies“, „Ein Traum von Irland“, „Ein Bett für vier“, „Partnertausch“, „Plötzlich Papa“, „Eine schöne Bescherung“, „Im Weißen Rössl“ und „Ab heute bin ich Jungfrau“. In der Saison 20/21 ist er in einer neuen Rolle zu sehen, und zwar in der musikalischen Komödie „Bella Italia“.

Frank Pinkus ist gemeinsam mit Kay Kruppa im Jahr 2018 für seine Arbeit am Weyher Theater mit dem Kulturpreis des Landkreises Diepholz ausgezeichnet worden.


Plaggen

Beim Plaggen haben die Bauern von ackerbaulich nicht genutzten Flächen die obere dünne Humusschicht abtragen und mit dem Dung ihrer Haustiere vermengt auf die eigenen Ackerflächen verbracht. Diese Form der Düngung hat man Plaggendüngung genannt.


Ploghöft, Nicole

Nicole Ploghöft, eine einzigartige Boxerin beim Boxring 46: Viertelfinalteilnehmerin bei der ersten Damenboxeuropameisterschaft, ein fünfter Platz im Halbweltergewicht und die Niedersachsen-Vizemeisterschaft in der Leichtgewichtsklasse sind Meilensteine ihrer einzigartigen Karriere. 2001 wird sie vom Gemeindesportring der Gemeinde Weyhe zur "Sportlerin des Jahres" gewählt. Rüdiger Förster und Klaus-Dieter Feldmann wurden als "Trainer des Jahres" gewählt. Leider muss Nicole Ploghöft ihre Boxkarriere beenden nach einem Sparringsunfall, bei dem sie sich einen Jochbeinbruch und einen Orbitaanbruch zuzieht. Sie wird aber die Ikone des Damenboxens in Weyhe bleiben.


Polak, Otto

Otto Polak entging zweimal der Deportation in ein Konzentrationslager, weil es Menschen gab, die das Schicksal der deportierten jüdischen Kinder möglicherweise geahnt haben und Hilfe geleistet haben. 2012 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Weyhe ernannt.

Umfangreiche Informationen zu Otto Polak auch bei der Spurensuche der KGS Brinkum http://www.spurensuche-online.net/ottowebsite/start.html