Segelverein Wiking

Paul Athmann
 
Der Segelverein Wiking ist ebenfalls aus dem Wassersportverein Wiking hervorgegangen – wie auch die Wiking Faltbootwanderer. Von 1949 bis 1958 sind sie in einem Verein. Dann trennen sich ihre Wege:  Die Kanuten bauen sich ein neues Vereinsheim am Blauen Werder, während die Segler ihre Boote im Dreyer Hafen liegen haben.

1958 erfolgt die Trennung in 2 Vereine: „Wiking Faltbootwanderer“  und „SV Wiking“:  Da sich der alte Verein („Kanuabteilung“)  schon als „Wassersportverein Wiking Faltbootwanderer“ eingetragen hat (unter Führung von Karl Burhop),  bleibt den Seglern nur eine NeuEintragung unter dem Namen „Segelsportverein Wiking“, obwohl sie den alten Namen „Wassersportverein Wiking“ gerne behalten hätten.

Wolfhard Rau wird 1. Vorsitzender des neu eingetragenen Vereins.

1958 erfolgt dann auch die Pacht des Dreyer Hafens durch den Segelverein Wiking.

 

[Foto: www.ansichtskarten-center.de]
 

In den Jahren 1959-1973 liegen die Boote im Dreyer Hafen und werden dort am Anfang der Saison zu Wasser gelassen und im Oktober wieder zu den Unterstellmöglichkeiten gebracht.
1960 beträgt die Bootsflotte schon über 20 Boote. Sie werden am Dreyer Hafen zu Wasser gelassen – per Kiesbagger der Firma Bultmann, der dort zu der Zeit normalerweise Sand und Kies aus den Schiffen entlädt. 29

Schon zu diesem Zeitpunkt wird das Problem der Unterbringung der Boote im Winter immer drängender. Die meisten Boote werden bei den Landwirten in der Umgebung untergestellt. Der Transfer zur Weser gestaltet sich dabei manchmal recht abenteuerlich: Dazu erinnert sich der Vereinsvorsitzende Wolfhard Rau, wie er mit einem Vereinsmitglied dessen  Boot von Brinkum geholt hat : „Da haben wir morgens mit Trecker und mit Anhänger das Boot dahin gebracht.  Ich hatte damals einen DKW Cabrio, Baujahr 37. Wie wir nach Dreye kamen, hatten wir den Mast vergessen […], da haben wir den Mast auf die Windschutzscheibe gelegt und festgebunden, und hinten ‘ne rote Fahne dran , und der Eigner hat breitbeinig zwischen Vorder- und Rücksitzen gestanden und den Mast auf der Schulter, und so sind wir nach Brinkum gefahren und haben den dahin gebracht.“ 30
 
Bernd Urban, Ernst Peters und auch Wolfhard Rau bringen ihre Boote bei Landwirten in Kirchweyhe unter: Bei einem alleinstehenden Bauern am Ortseingang (in einer leer stehenden Scheune) und im alten Haus des Landwirts Lange an der Kirchweyher Straße (heute versetzt nach Sudweyhe/an der Beeke und als Wohnhaus genutzt). Dort wurden mehrere Boote untergestellt. Auch in Sudweyhe werden bei Landwirten und in der Schmiede von Greve Boote untergebracht  31

„Einparken“ des Schiffs von W. Rau im Fachwerkhaus bei Langes in Kirchweyhe. Durch gemeinsames „Anpacken“ wird der fehlende Transport-Antrieb ausgeglichen - Foto ca. 1956: E.Peters 

1960 präsentieren die Wikinger einige Segelboote bei der 1100-Jahrfeier der Gemeinde Kirchweyhe –
 
 Foto/Repro: W.Meyer 

Im November 1961 wird dann die Fertigstellung der ersten  Bootshalle gefeiert. Die Bootshalle wird aus dem Abbruchmaterial der Jute Spinnerei in Bremen zusammengebaut: Wie Wolfhard Rau 2012 der Geschichtswerkstatt Weyhe erzählt, hatte der Verein von einem der Vereinsmitglieder vom Abbruch erfahren, der seinem Nachbarn beim Abladen von Drahtglasscheiben geholfen hatte. Die Scheiben stammen von der Jute-Spinnerei, die gesprengt und abgerissen werden sollte. Sie wenden sich an den Unternehmer Wortmann aus Kirchweyhe, der den Abriss damals organisiert. Er erlaubt ihnen, alles, was sie noch gebrauchen können, übers Wochenende abzuholen. Sie bauen ungefähr 120 Drahtglas-Scheiben sowie Schalter und Lampen ab. Dabei fällt ihnen auch eine alte Holzhalle (ehemalige Panzerbaracke) auf. Sie fragen, ob sie die nicht kaufen können, und werden sich schließlich mit Wortmann handelseinig: für ca. 1200 DM geht die Halle in ihr Eigentum über. Finanzielle Unterstützung  erhalten sie durch „Hinni“  Minne, den Schlachter in Habenhausen. Der Wiederaufbau kann dann beim „Krug zum grünen Kranze“ in Dreye, neben dem Schlachter Barning, vonstatten gehen. Das Grundstück gehört  A. Fritzemeyer, dem Wirt des Kruges. Bis zum Winter kann das Bootshaus dann noch rechtzeitig abgedichtet und verglast werden.32

Der Verein hatte zwar schon früher eine  Zusage auf ein Grundstück von der Gemeinde erhalten. Da dort aber ein Kindergarten gebaut werden soll, bittet die Gemeinde um Abstand von der Vereinbarung.  Im Gegenzug zum Verzicht auf dieses Grundstück erhält der Verein einen Zuschuss von insgesamt 5000,- DM zum Bau der Bootshalle. Auf dem Grundstück der Gemeinde werden dann später Wohnhäuser gebaut. 33
 
1963 wird die neue Bootshalle offiziell eingeweiht. Es hat sich auch die lokale Prominenz (Gemeindedirektor und Bürgermeister) eingefunden.

Die Bootshalle ist jetzt vollständig,
 

Zur Einweihung sind erschienen:

 
von links: Werner Streich (Gemeindidirektor), Hermann Kahle, Werner Schierenbeck, Wolfhard Rau, Heinrich Klenke (Bürgermeister),
 
Fotos: Kreisanzeiger Brinkum v. 7.10.1963

 

1964 gründet sich die Segelabteilung des Postsportvereins Bremen. Dessen Gründungsmitglied Garbs war vorher  bei den Wikingern gewesen. Die Boote des Postsportvereins liegen zu dieser Zeit  am Blauen Werder. 1970 erfolgt der Bau einer zweiten Lagerhalle zur Unterbringung der Boote auf dem Grundstück des Vereinswirtes August Fritzemeyer.

 
1973 finden die Segler eine neue Heimat mit der Eröffnung des Jachthafens am Wieltsee. Hans Bultmann kommt auf den Verein zu und schlägt einen Hafen auf dem ausgebaggerten Wieltsee vor. Der SV Wiking (Wolfhard Rau) beantragt die Öffnung des Wieltsees zur Weser und erhält nach langen und zähen Verhandlungen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt schließlich die Zusage. 1973 ist dann die feierliche Eröffnung des Wieltsee-Hafens. Der SV Wiking baut dort anschließend eine Steganlage in Eigenarbeit.
 
Hans Bultmann baut ebenfalls eine Marina im Wieltsee. Die Stege der Marina werden aus Betonschalen gefertigt, die beim Hamburger Elbtunnelbau verwendet worden waren.
 
Der Transport des Materials zum Stegebau  wird mit Traktoren bewerkstelligt, die von den Bauern ausgeliehen werden (z.B. von den Landwirten Pirngruber und  Finke in Dreye).  Später hat der Verein dann eigene Trecker. Der älteste ist Baujahr 1942 und hat 3 Räder.  Die Traktoren werden heute hauptsächlich zum Transport der Boote von und zum Winterlager genutzt.


1974 wird das  25jährige Vereins-Jubiläum im Gasthaus Erlebach (Krug zum Grünen Kranze) gefeiert.  200 Gäste nehmen daran teil. Der Verein hat jetzt etwa 50 Boote. Mit der neuen Steganlage kommen auch neue Boote hinzu: im nächsten Jahr sind es dann schon fast 60.
 
1975 wird das erste Vereinsheim am Wieltsee aufgestellt: Der Verein hat einen alten Wolters-Bus gekauft und mit einer Bretter-Verkleidung aus bei den Sägereien anfallendem Abfallholz (Shelf-Holz) und mit einem hölzernen Hartdach versehen. Der Bus sieht danach aus wie ein Blockhaus.

 

Der Antrag des SV Wiking auf einen Wasseranschluss wird vom Kreis abgelehnt, da die Anlagen im Außendeichsgelände liegen. Der Bremer Postsportverein, der auf der gegenüberliegenden Seite liegt, hat aber einen gleichen  Antrag beim Regierungspräsidenten in Hannover gestellt, und dort wird das Vorhaben genehmigt.

Kurze Zeit später erfolgt der Bau der sanitären Anlagen und der Wasserversorgung: Der Zweigstellenleiter Harms von der Tiefbau-Firma Petershagen besorgt Geräte zum Ausbaggern. Die Kanalrohre können günstig von einem anderen Vereinsmitglied beschafft werden, der mit Rohren handelt.  

In Eigenarbeit wird die Wasserleitung und der Kanal vom Postsportverein zum Vereinsheim des SV Wiking gelegt.  Die Wasserleitung wird dann später vom Wasserbeschaffungs-Verband weiter bis zur Marina von Bultmann/Dörgeloh gelegt, um den Wieltsee herum. Dabei macht der SV Wiking seinen Anteil der Wasserleitung und des  Abwasserkanals dem  Wasserbeschaffungs-Verband zum Geschenk, so dass dieser  heute für die Unterhaltung zuständig ist.

1977: Anschaffung eines Jugendbootes. Das in England gebaute Kunststoffboot wird zusammen mit dem Postsportverein für die gemeinsame Jugendarbeit auf den Namen „Titanic“ getauft. 34

1978 müssen dann die  Beiträge erhöht werden. Auf der Jahresversammlung werden Pläne zur Anschaffung einer Schute als schwimmendes Sommerheim vorgestellt. Diese werden aber mit knapper Mehrheit abgelehnt. Eine Kommission soll nach anderen Lösungen suchen.35
 
Ein schwimmendes Vereinsheim hat seit 1973  auch der Postsportverein Bremen schon am Wieltsee verankert.  Dass dies aber problematisch ist, zeigt sich im Februar 1982, als das Schiff durch Eisgang beschädigt wird und sinkt.
 
1981 wird ein neues Vereinsheim  auf Stelzen am Wieltsee gebaut:  Die Stahl-Stelzen sind erforderlich wegen des im Winter regelmäßig auftretenden Hochwassers. Der Boden ist  auf Deichhöhe und damit vor Überschwemmungen sicher  – wie der aller Vereinsheime am Wieltsee.

1981 werden die Bremer Mitglieder des SV Wiking, Gunther Froese und Rolf Donant , Europameister  in der Javelin-Klasse bei den Wettfahrten in Südwest-England.

 
1985 wird auf der Vereins-Versammlung im Vereinslokal Erlebach in Dreye das Raumproblem im Winterlager diskutiert. Da es immer mehr Mitglieder mit immer mehr und vor allem immer größeren Booten geworden sind, reicht der Platz in den vereinseigenen Bootshallen nicht mehr aus. Einige der 60 Boote müssen anderweitig untergebracht werden.
 
Wolfhard Rau erhält in diesem Jahr die Goldene Ehrennadel des Weyher Gemeindesportrings für seine Verdienst um den Wassersport.
 
Das Vereinsleben hat einen festen Jahresrhythmus: Das Jahr beginnt mit der Vereinsversammlung im Januar. Im Frühjahr werden dann die Schwimm-Stege am Wieltsee aufs Wasser gebracht und die Boote zu Wasser gelassen. Dies ist bei 60 Booten immer ein Spektakel, und die Polizei drückt beide Augen zu, wenn auf den Landstraßen um Dreye die Trecker mit den Boots-Trailern unterwegs sind.  Danach erfolgt das Ansegeln. Im Sommer finden zahlreiche Aktivitäten und Regatten statt. Auch werden Motorbootsrallyes veranstaltet. Die meisten Vereinsmitglieder sind dann aber mit ihren Booten in nordeuropäischen Gewässern unterwegs.Im September findet der „Triathlon“ SKS (Schießen,Kegeln, Segeln) statt.  Im Herbst müssen die Boote wieder aus dem Wasser ins Winterlager gebracht und die Stege abgebaut werden. Im November ist dann das Labskaus-Essen im Vereinslokal angesetzt. Hier gibt es Ehrungen für sportliche Erfolge und Vereinsjubiläen. Im Winter werden die Boote gepflegt, überholt und für den nächsten Einsatz startklar gemacht.

1986 gibt es beim Ansegeln eine unliebsame Überraschung: In der Zufahrt zum Wieltsee hat sich mit dem letzten Hochwasser eine neue Sandbank gebildet, so daß die Kiel-Boote im Schlick stecken bleiben. Nur durch den Einsatz von Booten ohne Kiel, die als Schlepper fungieren, und dem Schräglegen der Kielboote können diese in den Wieltsee-Hafen bugsiert werden.37
 
Nach den 1987 durchgeführten Baggerarbeiten werden beim Durchfahren der Wieltsee-Zufahrt wieder ein Meter Wasser unter dem Kiel gemessen.38


Dieter Kopzog und Ernst Schmidt erhalten 1988 die silberne Ehrennadel des Landessportbundes

 

v.l.: Walter Link, Dieter Kopzog, Ernst Schmidt, Wolfhard Rau im „Krug zum grünen Kranze“ (Gasthaus Erlebach), in Dreye bei der Überreichung der silbernen Ehrennadel des Landessportbundes an Dieter Kopzog und Ernst Schmidt.

1988 wird der Einstellungsstopp wieder aufgehoben. Ohnehin galt er nicht für Jugendliche.
 
Ebenfalls 1988 findet eine „Altwikingertour“  mit vier Booten und 30 Gästen nach Uesen statt. Im Gasthaus Schäfer an der Uesener Brücke gibt es Kaffee und Kuchen. Nach der Rückfahrt zum Wieltsee trifft man  sich zum Ausklang beim Matjesessen im Bootshaus. 39
 
Die Kreiszeitung berichtet 1989 von der Jahreshauptversammlung im „Krug zum grünen Kranze“ (Gasthaus Erlebach) in Dreye:  Ernst Peters ist neu im Vorstand  und wird 2. Vorsitzender. Die

 
Zusammenarbeit mit einigen Schulen wird erwähnt: Die Schulzentren KGS Brinkum und KGS Leeste sowie das Bremer Gymnasium „Am Barkhof“  machen Schnupperkurse im Segeln am Wieltsee.
 
Im April ist das „Anschippern“ für die Saison 1989. Es werden Vorbereitungen zum 40. Gründungsfest am 26.August getroffen. Die Arbeitsvorbereitungen leitet Wolfhard Rau (1. Vorsitzender). Siegfried Gollner ist 2. Vorsitzender, Dieter Kopzog ist Schatzmeister und Heinz Dörgeloh führt die Kasse. Ernst Schmidt ist Schriftführer,  Rainer Neumann  wird zum Jugendwart gewählt und Horst Wegwerth zum Ehrenrat. 
 
1989 hat der Verein 271 Mitglieder, 60 Segelboote (12 Opti-Jollen, Selbstbau) und 12 Motorboote.40
 
1996 erhält Wolfhard Rau den Ehrenbecher des Kreissportbundes Diepholz (höchste Auszeichnung).
 
1997 hat der Verein 80 Boote (davon 16 Motorboote) und ca. 300 Mitglieder 41 

 

1999 erscheint zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins eine Chronik von Hermann Kahle. Er war lange Zeit Mitglied bei den Wikingern, bevor er nach Süddeutschland umzog. Die Zeichnungen in der Chronik sind von Horst Wegwerth. Sie halten einige Episoden der Vereinsgeschichte fest.
 
Helmut Fellermann überbringt bei der Jubiläumsfeier in einer launigen Rede die Glückwünsche des Weyher Schwimmvereins.
 

Zum Jubiläum wird auch der alte Drei-Rad Traktor mit dem Baujahr 1942 präsentiert, der als erster Traktor angeschafft wurde, um die Boote ins Winterlager zu ziehen.42
 

2001/2002 kommt es zur Insolvenz der Gaststätte von Erlebach: Der SV Wiking hat noch einen Pachtvertrag mit Erlebach über das Grundstück der Bootshalle. Die Halle selber ist aber nicht als Eigentum des Vereins eingetragen. Damit geht  auch die Halle in der Konkursmasse auf. Der Vereinsvorsitzende ist darüber aber gar nicht so unglücklich, da dem Verein so Abrisskosten erspart bleiben.
 
Die Gemeinde bietet zum Neubau einer Halle zunächst einen Platz im Gewerbegebiet an der Bahn an. Dort sind  aber noch Schausteller. Wie Wolfhard Rau im Interview 2012 bestätigt, wäre es schwierig gewesen, diese dort „weg zu bekommen“.43  2002 kann auf der Vereinsversammlung noch nichts Positives über die Verhandlungen berichtet werden. Der Verein sieht sich nach Alternativen um.   Es ist die letzte Versammlung in Erlebachs  „Krug zum grünen Kranze“, der 2002 die Pforten schließt.
 
2003 finden die Versammlung und das Labskaus-Essen dann bei Dörgeloh in Kirchweyhe statt. Der Schützenverein Kirchweyhe stellt die Schießanlage zur Verfügung, damit weiterhin der SKS-Dreikampf „Segeln, Kegeln, Schießen“ stattfinden kann.
 
Der Verein erhält in diesem Jahre auch den Weyher Umweltpreis für seine Anpflanzungen am Wieltsee, insbesondere für die Anlegung einer 35 Meter langen Niederhecke. Der Umweltbeauftragte des Vereins, Heinz Brüning, hatte die Bewerbung für den Preis angeregt.
 

 
Ein Artikel in der Kreiszeitung v. 20.10.2003 beschreibt das jährliche Prozedere bei der Verladung der etwa 80 Boote zum Winterquartier: Die Vereinsmitglieder sind in 5 Arbeitsgruppen eingeteilt. Innerhalb von 6 Stunden werden die Boote mit einem Kran aus dem Becken des Dreyer Hafens gehievt.  Am Bootssteg im Wieltsee werden die Boote von der ersten Gruppe nach einem vorher genau fest gelegten Plan losgemacht. Die 2. Gruppe überführt die Boote in den Dreyer Hafen. Dort steht ein PKW bereit, der die Bootslenker zum Wieltsee zurückbringt.  Im Dreyer Hafen befestigt die 3. Arbeitsgruppe die Gurte an den Kranpunkten der Boote und stellt die richtigen Trailer an der Kaimauer bereit. Der angemietete Kran hebt die Boote aus dem Wasser und setzt sie auf die Trailer. Schließlich übernimmt das „Rollkommando“ den Transport der Boote zum Winterlager, wo die Einlagerung nach dem vorher ausgearbeiteten Plan erfolgt. Erst wenn aber auch die Stege durch einen weiteren Arbeitsdienst des Vereins aus dem Wasser geborgen sind, kann das alljährliche Labskausessen stattfinden.44


2004 ist immer noch kein Grundstück für die neue Halle unter Dach und Fach. Das Gasthaus Erlebach kommt 2004 „unter den Hammer“ und wird an einen Lesumer verkauft. Die Boote überwintern jetzt in drei Hallen, deren Nutzung aber auf die Dauer fraglich ist. Wolfhard Rau deutet auf der Versammlung an, dass Verhandlungen mit anderen Grundstücks-Eigentümern mit Aussicht auf Erfolg laufen. Er möchte eine neue Halle für alle Boote errichten.
 
Der Verein richtet in diesem Jahr auch eine Jollenregatta auf dem Wieltsee aus. Dabei wird auch Mitgliederwerbung betrieben. Wie jedes Jahr werden die Boote im Frühjahr zu Wasser gelassen. Im Herbst werden sie wieder ins Winterquartier gebracht und der Steg wird geborgen. Zum Abschluss gibt es ein Labskausessen und Ehrungen.
 
2005 wird ein Grundstück von einer Autofirma an der Gutenbergstraße  gekauft  und dort eine  neue Halle gebaut. Nachdem noch einen Tag vorher die Fenster eingesetzt wurden, ist die  die Halle im Oktober schon soweit fertig, dass die Boote dort untergebracht werden können.
 

 

Im Oktober 2005 werden die Boote mal wieder aus dem Wasser geholt. 45

2006: Der Kreissportbund besucht die neue Bootshalle und bringt ein Geschenk des LandesSportbundes mit: 21600 Euro gibt es als Zuschuss für den Hallenneubau.
 
Foto: Weserkurier  U.Meissner 2006

Das Jahr 2007 bringt negative und positive Höhepunkte: 

Im Februar 2007 brennt zunächst das alte Bootshaus in Dreye mit 20 Jugendbooten ab.46 Es handelt sich um Brandstiftung.  Im April werden kurz hintereinander zwei weitere Lagerhallen desselben Landwirts ein Raub von Flammen – in Dreye und Sudweyhe, ebenfalls durch Brandbeschleuniger entfacht.  Über eine Spendenaktion werden im Laufe des Jahres neue Jugendboote angeschafft, wodurch der materielle Schaden für die jugendlichen Vereinsmitglieder gering gehalten werden konnte.  Aber viele ideelle Werte gingen beim Brand verloren: 
 
Erinnerungs-Fotos, liebgewordenen Boote (z.B. die „Schnecke“), Segelmaterial, Werkzeug, SeglerTröphäen, Unterrichtsmaterial und die Inneneinrichtung des Clubraums.

Im März ist die Einweihungsfeier der neuen Bootshalle an der Gutenbergstraße. Wolfhard Rau hatte im Januar den Vereinsvorsitz niedergelegt. Er hatte das letzte große Projekt, den Bau der neuen Halle, erfolgreich abgeschlossen.  Im Juni erhält er den Ehrenteller des Kreissportbundes für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für den Vereinssport.

Andreas Schmidt folgt 2007 Wolfhard Rau als Vorsitzender des Vereins.
 
2009 wird das 60-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Die Sanitäranlagen am Wieltsee werden erneuert und der Jugendsteg verlängert. 46 neue Mitglieder werden aufgenommen, so dass jetzt 320 Aktive gezählt werden, 72 davon in der Jugendgruppe. Thomas Bröker wird 2009 Europameister in seiner Bootsklasse.
 
Im Jahre 2010 übernimmt dann Dieter Kopzog den Vorsitz, nachdem Andreas Schmidt und sein Stellvertreter Armin Spratte auf eine Wiederwahl verzichtet hatten. Kopzog hatte zuvor 40 Jahre lang die Kasse des Vereins geführt.47
 
2010 wird auch Horst Wegwerth geehrt. Er ist seit 1958 Mitglied des Vereins und ein enger Freund von Wolfhard Rau. Er hat nie ein eigenes Boot besessen und ist hauptsächlich wegen der Kameradschaft eingetreten. Er ist immer mit den Vereinsbooten mit gesegelt. Er fertigte die Zeichnungen für die Chroniken, die zum 25-jährigen und 50-jährigen Bestehen des Vereins erstellt wurden.48
 
2011:  „Heiß Stander!“ – Mit diesem traditionsreichen Kommando eröffnete der Vorsitzende des Segelsportvereins Wiking, Dieter Kopzog, die Segelsaison 2011.
 
Andreas Schmidt und „Pirat“ Heiko Marienhoff setzen den Stander. Nachdem Vorsitzender Dieter Kopzog die Saison 2011 für den Segelsportverein Wiking eröffnet hat.  Mit geübten Handgriffen gelang es seinem Stellvertreter Andreas Schmidt und „Arbeitsminister“ Heiko Marienhoff, den „Wiking“-Stander an der Spitze des Flaggenmastes festzuzurren. Dazu hatte sich Heiko Marienhoff richtig in Schale geworfen, denn die folgende gemeinsame Ausfahrt stand unter dem Motto „Piratentour“ und führte weseraufwärts nach Uesen. Mehr als 80 Vereinsmitglieder beteiligten sich daran. Mehrere Jugendliche hatten das Standerhissen gar nicht miterlebt, denn sie waren mit dem langsamen Vereinskutter „Hoppetosse“ schon nach Uesen vorausgefahren. Trotzdem bat Kopzog die Mitglieder, nicht einfach loszuschippern, denn noch weitere 17 Kinder und Jugendliche wollten auch mit nach Uesen und mussten sich auf die Boote verteilen.

2013 ist dann Klaus Osterholz Vorsitzender.49 

Das Bootslager in Dreye an der Gutenbergstraße im Winter 2012/13. 

 

 

 

 

 

In der neuen Bootshalle können auch größere Schiffe untergebracht werden.

Eine Episode zeigt den Zusammenhalt im Verein: 2013 brennt das Wohnhaus von Bernd Urban ab. Am nächsten Tag erscheint ein Vereinsmitglied des SV Wiking bei ihm und bietet einen Arbeitstrupp von 6-8 Mann an sowie 30-40 qm Lagerfläche in der Bootshalle, wo er seine geretteten Möbel unterbringen kann. 50

Am 13.4.2013 stirbt Wolfhard Rau. Er war Gründungsmitglied des Wassersportvereins Wiking sowie des Segelsportvereins Wiking und hat beide Vereine lange Jahre geprägt. Der Kreissportbund nennt im Nachruf seine Verdienste um den Sport und seine Ehrungen des Lansdessportbundes Niedersachsen und des KSB Diepholz. 51 
 

2014 wird ein neuer Jugendsteg am Wieltsee gebaut. Der alte Bongossi-Holzsteg wird durch eine Anlage aus Aluminium ersetzt, die in eine 14 m breite Plattform mündet. Der Steg bietet Platz für die Jugenboote und das Boot für das Training. Der Verein hat Kooperationen mit der KGS Brinkum und der KGS Leeste geschlossen. Der Vorsitzende Klaus Osterholz berichtet, dass der Verein im Laufe des Jahres 90 000 Euro investieren will. Unter den Projekten sind ein neues Schulungsboot, eine neue Dusche im Vereinsheim und die Erweiterung des Schulungsraumes eingeplant.