Vom Marschendorf zum Gewerbegebiet

Paul Athmann

 

Dreye im Luftbild 2019 10

 

Dreye liegt direkt an der Weser in der Marsch. Der Ort ist schon vor der Kolonisation der Bruchländer, also vor 1158 entstanden. Bis 1300 handelt sich zunächst nur um wenige Höfe, die im Besitz des Bremer Erzbistums, Bremer Bürger oder der Ritter von Weyhe sind.  Im 14. Jahrhundert  sind 9 Höfe im Erbregister der Hoyaer Grafen verzeichnet. Ihre Weiden dürften alle in der Marsch gelegen haben.  Die Gemeinheit lag auch außendeichs (Dreyer Kuhweide).


- Alebrand von Dreye: Eine Urkunde von 1316 nennt Alebrand von Dreye als Meier des Erpo von Weye, der   3 Höfe in Weyhe und Dreye bewirtschaftet. 11

- Heinrich Brede v. Weyhe: Wohnt 1324 auf einem Hof  in Dreye 12

- Johann Levebole: 1324 Meier des Friedrich Brede von Weyhe 13

- Huder Klosterhof:  ab 1327 (oder 1348?)  im Besitz des Klosters Hude 14, vorher im Besitz der Gebrüder   

  von Weyhe.15

- 2 Höfe des Erzbistums, die Dietrich und Kersten von Dreye bewirtschaften 16

- Hof Baller (Balleer) , ab 1485 im Besitz der Hoyer Grafen 17

- Hof v. Horn: 1437 verpfändet an Witwe Prindenei 18

- Okko Ludeke, Conradus, Bertholdus: Im Stader 

  Copiar erwähnt für das 14. Jahrhundert. 19 

 

Von diesen Höfen ist kaum noch etwas erhalten. Schon 1960 beklagt W. Schacht  „Keines der Häuser älterer Siedler ist sonst noch vorhanden, darüber werden selbst die Namen der seit langem hier ansässigen Bauern möglicherweise in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören, weil die größten unter ihnen starben, ohne einem Erben den Hof übergeben zu können.“ 20

Dreye hat ab dem 13. Jahrhundert eine besondere Bedeutung als Grenzort zwischen der Stadt Bremen und dem sächsischen Gebiet (Gebiet der Billunger, Bremer Vogtei), weswegen hier auch der Zoll auf der Weser und auch zu Lande erhoben wird.


Die Karte von 1729 (Zeichner: Treu) zeigt das Dorf Dreye an dem Weserbogen mit 8 Häusern.21

Auf der Kurhannoversche Landesaufnahme von 1773 sind 19 Hausstellen verzeichnet. Die Weser ist noch nicht begradigt. Erst 1780 wird ein Kanal gebaut, um den scharfen Dreh der Weser (wonach Dreye den Namen erhielt) zu beseitigen.


1776 bricht der Deich an der herrschaftlichen Schlachte in Dreye - durch Festsetzung des Eises in der Bucht / Stromenge. Zu diesem Zeitpunkt ist die Weser hier noch nicht begradigt, sondern nimmt bei Dreye eine enge Wendung. 22 Seit 1740 hatten die Bewohner der Marschdörfer unter wiederholten Deich-brüchen zu leiden. Vermutlich hat dieses letzte Ereignis die Planungen für eine Begradigung der Weser an dieser Stelle nochmals befördert. 

 

Mit dem Weserdurchstich beginnt zwischen 1778 und 1780 eine neue Phase in der Ortsentwicklung Dreyes: Am abgeschnittenen Stück des Weserarms wird ein Hafen angelegt. Eine Straße wird später dorthin gebaut, die den Ziegeleibesitzern die bessere Zufahrt mit den schweren mit Ziegeln beladenen Pferde-fuhrwerken erlaubt.


Auf der Karte von 1780 ist der Durchstich eingezeichnet, der den scharfen Dreh der Weser beseitigt 23. Damit erhält der Ort die sog. Mahndorfer Erdzunge hinzu, die zur Herr-schaftlichen Insel wird. Die neue Grenzziehung ist rot eingezeichnet.

 

Vom Ort Dreye werden auf der Karte von 1780 nur die letzten Häuser gezeigt: Es dürften die Höfe Blohm, Brüning, Meyer und Apel sein.  Bei den 3 unteren Gebäuden handelt es sich wohl um das Gasthaus, das Zollhaus  und den Hof Sengstake.


Der Situationsplan 24 von 1869 (Deichvogt Bormann) zeigt die neue Verbindungsstraße von der Landstraße (Hoya nach Bremen; heutige Dreyer Straße) zum Hafen (heutige Zollhofstraße). 


Es sind namentlich eingezeichnet (v.l.): 
An der Landstraße: Sengstake, Gastwirt Glade, Zollamt


Am Deich: Glades Fabrik, Zollhof, Wwe. Brüning, Meyer, Blohm, Apel, Bekefeld (?)


Bemerkung: Die Seifenfabrik erscheint nicht auf diesen Karten. Sie hat vermutlich an der Bremer Landesgrenze gelegen- dort wo später die Eisen-bahnbrücke gebaut wurde.

 


Um 1870 tritt dann ein weiteres bedeutendes Bau-werk auf den Plan: Die Ei-senbahnbrücke über die We-ser. Sie ist auf einer Karte der Weser  von 1870 noch als Planlinie eingezeichnet.

1871 beginnt der Brückenbau. Dabei kommen sogenannte Dampframmen zum Einsatz, mit denen Holzpfeiler in den Wesergrund gerammt werden.

1873 ist die Brücke fertig. 25

 

1881 bringt ein Hochwasser mit Deichbruch an der Weser Zerstörung und Leid: Die Dreyer Straße wird um mehr als ein Meter hoch überflutet. Die noch junge Eisenbahnbrücke in der Kirchweyher Marsch nahe Dreye über die Ochtum wird zerstört und muss neu wieder aufgebaut werden. Während des Hochwassers, bei dem die gesamte Ochtumniederung von Hoya bis Huchting vollständig überschwemmt ist, wird der Verkehr durch Boote notdürftig aufrecht erhalten. 


13. März 1881:  „Nach Schneefall und anschließend einsetzendem Tauwetter stieg der Wasserpegel der Weser stark an 26: Deichbruch der Eyter bei Emtinghausen und der Weser bei Horstedt (und Dreye). Mehrere Deichbrüche links der Weser von Hoya abwärts. Letzte vollständige Überschwemmung der Ochtumniederung von Hoya bis zur Ochtummündung, ca. 36000 ha Land unter Wasser. Das Wasser stand bis zu 2,79 über Bremer Null (= 5,07m ü. NN).  Stuhr, Varrel, Moordeich und Huchting waren überflutet. In Huchting stand das Wasser 90 cm über der Straße. Wassernot im Bremer Ratskeller. Die Brücke über die Ochtum zwischen Dreye und Kirchweyhe war eingestürzt. Verkehr zwischen Kirchweyhe und Dreye konnte nur durch Boote aufrecht erhalten werden - das Wasser stand mehr als 1 m über der Straße. Die Eisenbahnbrücke über die Ochtum zwischen Dreye und Kirchweyhe stürzte ebenfalls ein. Die Dreyer Schule war zur Insel geworden. Der Mittelpfeiler der Eisenbahnbrücke über die Ochtum zwischen Kirchweyhe und Dreye hatte dem Wasser nicht standhalten können und war eingestürzt.“ 27


Der Amtshauptmann aus Syke fordert bei der Landdrostei in Hannover den Einsatz von Militär an, um den Deich bei Dreye zu sichern. Die Eisenbahnverwaltung in Bremen hat sich bereit erklärt, einen Sonderzug mit Hilfskräften und Militär aus Bremen nach Dreye fahren zu lassen. Am 16.März meldet Deichvogt Rudolph, dass die Deiche in Dreye durch den Einsatz der Kräfte gehalten haben. Das Wasser ginge nun  langsam zurück.  Am 18. März hat sich die Lage entspannt, aber die Straße von Ahausen nach Sudweyhe ist noch unpassierbar, weil die steinerne Brücke über den Süstedter Bach weggerissen ist.28


Als Ursache sind die relativ schwachen Deiche im braunschweigischen Thedinghausen ausgemacht worden, die nach der Deicherhöhung von der Bremer Grenze bis Dreye den Rückstau der dort angestiegenen Weser nicht verkrafteten. Die braunschweigischen und auch die preußischen Deiche werden danach deutlich erhöht und verstärkt. 29
 
Die Eisenbahnbrücke über die Ochtum wird 1882 wieder aufgebaut. Sie erhält jetzt eine 30 Meter weite Hauptöffnung und 3 Flutöffnungen von je 10 Meter. 


An der Dreyer Eisenbahnbrücke ist eine Deichlücke erfolgreich verteidigt worden – wenn auch nur mit Mühe. Diese Lücke wird 1882 ebenfalls geschlossen, nachdem die Eisenbahnverwaltung auf den Kiesbetrieb verzichtet hat. Der außerdem erwogene und vom Brinkumer Deichverband beantragte Bau einer Flutbrücke auf dem rechtseitigen Weserufer wird wieder verworfen, nachdem die verbesserte Abfluss-Situation der Unterweser festgestellt worden ist und daher kein Rückstau nach der Deicherhöhung zu befürchten sei.30


Heinrich Warneke erinnert sich 1984 in seinem plattdeutschen Buch „De Spaziergang um un in Weyhe“ an die Überschwemmungen: 


„In'n Johr 1881 hett dat mol'n groten Diekbrook gewen bi Horstedt, an'n 21.3. up Palmarum. De Konformanten, de up Palmarum noch konformeet wudd'n, wo uk mien Vadder tohörde, de hett mi datt vertellt. ‚Wi gung'n morgens no Kark'n, un as wi middags ut'e Kark'n keemen, leep dat Woter 1,5 Meter ober den Brinker Steenweg. De Rettungsmannschaften harrn just den Tegelmeister mit sien Koh, mit'n Boot von de Ahrendsche Tegelee ut'e Brinker Marsch holt.‘


Dat Woter hett noch lange Tiet, bitt loot inn Sommer, up de Weden stohn. De Buurn konn'n erst loot dat Veeh utdriewen. Dat Gras is ober veel beter wurrn, wat woll dorvon keem, dat sik von dat Werserwoter soveel Slick afsett't harr, wat för dat Gras Dünger weer.“ 31

 

Die Karte von 1882 (Zeichner: Hellmuth; Norden ist unten) zeigt das Dorf Dreye mit den alten Höfen (nur die au-ßendeichs liegenden) und den Zollhof (oberhalb des Herr-schaftl. Zollwerders) sowie die Glade’sche Holzfabrik am Deich links oberhalb der Alten Weser. Der scharfe Knick der Weser ist beseitigt, die alte Weser schon fast verlandet. 

Durch den neuen Kanal ist eine Insel entstanden: Die Herrschaftliche Insel oder auch “Königsinsel” genannt. Die Ahren‘sche Ziegelei auf dieser Insel ist noch nicht eingezeichnet, obwohl sie schon 1877 gebaut worden ist. Auch ist die 1873 fertiggestellte Eisenbahnbrücke nicht mehr auf dem Kartenausschnitt.

In der Landesaufnahme von 1900 ist die Entwicklung des Dorfes Dreye zu erkennen: Sowohl in Richtung Bremen sind am Deich und an der Landesstraße neue Höfe hinzugekommen, als auch im Süden entlang der Landesstraße nach Hoya. Die Eisenbahnbrücke ist ebenso eingezeichnet wie die Inselziegelei. Die Holzfabrik Glade ist ebenfalls eingezeichnet, aber fälschlicherweise mit „Zgl“ beschriftet.

1920 gibt es in Dreye einige Häuser an der Landesstraße nach Riede und rund um Dreye 5 Ziegeleien (davon 4 auf dem Kartenausschnitt): Die Ahauser Ziegelei (Oetjen) und die Wehrmann’sche Ziegelei liegen nahe der Landes-straße auf Ahauser und Sudweyher Gebiet in der Marsch. Auch die Inselziegelei an der Weser und die Löhr’sche Ziegelei nördlich des Kirchweyher Sees liegen in Sudweyhe, aber sie alle nutzen die Nähe des Dreyer Hafens („Ladepl.“). Zu diesem Zeitpunkt kurz nach dem 1. Weltkrieg  produzieren aber wohl nur Wehrmann und Oetjen noch Ziegel und Dachpfannen. Die anderen beiden müssen schließen – wegen Tonmangels oder wegen dem Verlust des Betriebsinhabers im Weltkrieg.

Ausschnitt aus der Landesaufnahme von 1920


Das Dorf Dreye ist 1920 im Vergleich zu 1900 etwa gleich geblieben. Im Süden an der Rieder Str. sind einige Häuser hinzugekommen.1927 wird die Eisenbahnbrücke über die Weser erneuert, da eine weitere Spur gelegt werden muss. Die alte Brücke wird abgebaut und nach Uesen verschifft, wo sie wieder als Brücke verwendet werden kann.

Ein spektakuläres Bild bietet sich 1927 auf der Weser: Teile der abgebauten Brücke werden auf Schiffen nach Uesen geschleppt. Der Fotograf Eickhorst hält die Szenerie im Auftrag der Bahnverwaltung fest.
 

Auf dem Schwarz-Weiß Luftbild von 1945 erkennt man in Dreye noch vereinzelte Höfe und Wohn-häuser/ Betriebe an der Landesstraße nach Ahausen/Riede.


Die Häuser der Holzfabrik Glade sind noch erkenn-bar. Sie sind zu diesem Zeitpunkt schon längst zu Wohnhäusern umgebaut.


Die Gebäude der Inselziegelei am oberen Bildrand sind noch vorhanden. Die Produktion ist aber hier auch  eingestellt.

Die Höfe am Deich haben sich 1945 kaum verändert. Der Hafen trennt die Alte Weser vom Weserstrom. Die Dreyer (Dorf-) Straße ist mit Wohnhäusern und Geschäften bebaut. Das alte Zollhaus und die Gaststätte an der Kreuzung des „Zollhofs“ mit der Dreyer Straße sind noch erahnbar.


Auf dem Luftfoto sind auch deutlich die Krater der vielen Bomben erkennbar, die im Krieg auf Dreye herunterfielen – wohl mit dem Ziel, die Dreyer Eisenbahnbrücke zu zerstören, was aber erst ganz am Schluss des Krieges gelang.


1945 fallen erneut Bomben auf Dreye und die Eisenbahnbrücke: Die Alliierten bereiten den Sturm auf Bremen vor und fliegen viele Angriffe auf die Infrastruktur, darunter auch auf die Dreyer Weserbrücke.

 

Das Foto zeigt einen eng-lischen Bomber bei der Abla-ge einer explosiven Fracht auf die Dreyer Bahnbrücke. Es wurde mit einer aktuellen Satelliten-Aufnahme unterlegt.32

Einen beträchtlichen Schub für die Ortsentwicklung Dreyes bringt der Autobahnbau der A1 in den 1960er Jahren mit sich: Durch die direkte Anbindung Dreyes an die Anschlusstelle Arsten ergibt sich eine günstige Lage für den Handel und für Logisdtik-Unternehemen, aber auch für Zulieferbetriebe zur Bremer Auto- (Borgward, Mercedes) und Luftfahrtindustrie (VFW-Fokker, später Airbus). Nach der Fertigstellung der Autobahn steigt die Nachfrage nach Gewerbefläche, und die Gemeinde Weyhe nutzt die sich bietenden Chancen und weist entsprechend Gewerbegebiete in Dreye aus.

Der Autobahnbau wird auch mit der Schmalfilm-camera festgehalten (Ausschnitt aus dem Film 1100 Jahre Weyhe)

Die Brücke in der letzten Phase vor dem Zusammen-schluss beider  Seiten.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: W.Meyer
 

Die Brücke überspannt die gesamte Weser. Dadurch gibt es keine Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs (außer, dass Segler den Mast umlegen müssen und die Aufbauten eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen).

 

Auf dem Luftbild von 1980 (Foto: W. Meyer, Weyhe im Wandel der Zeit) bildet die Landes-straße von Riede nach Bremen noch die Haupt-verkehrsachse, die direkt durch den Ort führt. Durch sie quält sich zu dieser Zeit der Pendler-verkehr von Kirchweyhe/

Sudweyhe ebenso wie von Ahausen, Riede, The-dinghausen usw. Ständi-ge Staus sind die Folge.

Am obigen Bildrand ist das ab den 1960er Jahren sich rasant entwickelnde Gewerbegebiet zu erkennen, das 1980 noch durch Felder vom Ort getrennt ist. Die Umgehungsstraße ist noch nicht vorhanden, und auch die neuen Gewerbegebiete in der Marsch westlich nach Kirchweyhe existieren noch nicht. Die großen Lagerhallen von ALDI stehen neben den angesiedelten Gewerbebetrieben, die alle die Nähe zur Autobahn, aber auch die gute Verbindung zu den Auto- und Flugzeugwerken in Bremen (Borgward, Mercedes, VFW-Fokker/Airbus) und den Bremer Häfen zu schätzen wissen.


Am unteren Bildrand ist eine Schafherde am Weserdeich erkennbar. Diese wird 1961 auf Veranlassung der Mittelweserverbandes angesiedelt. Die Familie Läpple errichtet einen großen Schafstall in Schlieme. Der Schäfer Reinhold Pelludat wandert mit der Herde zwischen Bremen und Horstedt auf dem Weserdeich entlang. Die Herde sorgt mit dem Kurzhalten des Grases und gleichzeitigem Festtreten des Erdreiches für die Deichsicherheit.

Die Dreyer Dorfstraße ist in den 80er Jahren eine vielbefahrene Durchgangsstraße und belastet das Straßendorf sehr. Insbesondere bilden sich morgens und abends lange Staus an der Kreuzung mit der Kirchweyher Straße. Man bemüht sich um eine Umgehung … 

… die dann auch Ende der 1990er Jahre gebaut wird. Allerdings muss die neue Straße am Nordrand des Dorfes noch in Arsten an den Autobahnzubringer angeschlossen werden, was sich mehrere Jahre bis 2008 hinzieht.

Das Luftbild von Wilfried Meyer zeigt 1999 das Dreyer Gewerbegebiet und den Ort Dreye. Rechts die neue Umgehungsstraße, noch ohne Fortführung auf Bremer Gebiet. Die Anbin-dung an den Arster Zubrin-ger zur Autobahn (im Vordergrund) erfolgt noch über eine Ampel an der Dreyer Straße.
 

2008 wird dann endlich die Anbindung auf Bremer Seite realisiert. Danach fließt der Verkehr – von Weyhe bis zur Neuenlander Straße. Dass aber auch die neue Straße noch nicht optimal gestaltet ist, zeigen die vielen Unfälle, die sich an der neuen Kreuzung der Kirchweyher Straße mit der Umge-hungsstraße ereignen. 2013 wird die Einfädelspur verlängert, so dass  bei Grünphasen des Verkehrs aus Dreye genügend Zeit zum Einfädeln bleibt. Das zeigt dann auch die gewünschte Wirkung: Die Unfallzahlen gehen zurück. 

Nachdem die größten Verkehrsprobleme gelöst sind, kann man sich wieder der Dorfentwicklung zu-wenden. Im Ortskern wird der „Schandfleck“ („Krug zum grünen Kranze“) abgerissen und ein kleines Baugebiet an der Ecke Zollhof/Dreyer Str. geplant. Bei der Diskussion um die Zukunft des Dorfes wird auch ein Bericht über ähnliche Überlegungen Ende der 1980er Jahre wieder in Erinnerung gerufen (siehe Artikel in der Kreiszeitung v. 26.8.1989). Eine Studie hatte damals eine Pufferzone zwischen Wohngebieten und Gewerbegebieten, neue Park-plätze in den Gewerbegebieten, neue Grünzonen, eine Sperrung der Zufahrten zum Zollhof und zum Wieltsee und eine Umgehungsstraße vorgeschlagen. Davon wurde nicht alles realisiert, aber die Umgehung ist gekommen, und die Grünzone an der Alten Weser  wurde aufgewertet.

Die Zufahrten wurden aber eher ausgebaut. Der Wieltsee wurde touristisch erschlossen, was zu mehr Verkehr geführt hat. Das Spritzenhaus wurde nicht zum Dorfgemeinschafthaus, und die Grundversorgung im Ort wurde nicht entscheidend verbessert. Aber die Dreyer Straße wurde verkehrsberuhigt, Andererseits sind die Gewerbegebiete weiter gewachsen, und der Schutz der Weseraue als Naturschutzgebiet ist nicht vorangekommen. Die Naturräume an der Ochtum wurden weiter beschnitten, und der private Verkehr allgemein hat weiter zugenommen. Da haben auch die Verbilligung der VBNDauerkarten und die Einrichtung des Bürgerbus nicht entscheidende Verbesserungen bewirken können.