Dreyer Gewerbegebiete

Paul Athmann

 

Die ersten industriellen Ansiedlungen in Dreye aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten ihre Blütezeit zumeist mit dem Ende des 1. Weltkriegs überschritten und gingen in Konkurs oder wurden stillgelegt. In der Zeit bis zum Ende des 2. Weltkriegs überdeckten die Entwicklung der Eisenbahn (in Kirchweyhe) und die beginnende Motorisierung den damaligen wirtschaftlichen Niedergang in Dreye.

Nach dem 2. Weltkrieg ändert sich die Lage zum Positiven: Schon 1955 gibt es auf dem Gelände der damals schon fast alle aufgegebenen Ziegeleien, Seifen- und Holzfabriken weitere Gewerbeansiedlungen in Dreye: An der Dreyer Landstraße, auf dem Damm  und an der Deichwendung. 198  

Mit dem Bau der Autobahn A1 in den 1960er Jahren gewinnt die Entwicklung Dreyes eine ganz neue Dynamik. Mehrere Gewerbegebiete (Dreye Ost I, Ost II, West I, West II, West III) werden östlich und westlich der Bahnlinie erschlossen.

1965: Neue Gewerbegebiete werden angelegt: Am Bahnweg, Neue Straße, Kurze Straße 199


1970: Anlage des Gewerbegebietes “Dreye Ost I“ 


ca. 1980: Ausweisung des Gewerbegebietes Dreye West I


1988: Dreye West II 


Ca. 1989: Dreye Ost II  
 
 
 

 

Gewerbegebiete in Dreye (2020)

1988 geht es im Weyher Rat um eine Änderung des Bebauungsplanes für Dreye West II. Es soll eine vergleichsweise kleine „grüne Insel“ (30x50m) mit bebaut werden. Die Ratsfraktionen stimmen zunächst alle dagegen, werden aber von Gemeindedirektor Alfred Wetjen umgestimmt. Die mit Obstbäumen bestandene Fläche werde für eine Firma gebraucht, die schon den ersten Teil erworben habe. Der Änderungsbeschluss wurde der IG Weseraue mit der Begründung mitgeteilt, die man auch später noch häufiger hören konnte: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, doch hier geht es um zahlreiche Arbeitsplätze.“

 

Im Jahre 2019 kommt es zum Konflikt mit den „Grünen“ und dem NABU, als eine erneute Erweiterung des Gebietes West III noch weiter zur Ochtum hin beschlossen wird. Eine OnlinePetition, die auf den ökologischen Wert des Gebietes hinweist,  hat keine Wirkung, obwohl dort ein brütendes Paar der Weihe nachgewiesen wird. Der Gemeinde wird auch vorgehalten, dass das anvisierte Gebiet mal als Ausgleichsfläche für andere Gewerbe-Erschließungen ausgewiesen wurde.