Die ersten Fabriken in Dreye

Paul Athmann

 

Mit der beginnenden Industrialisierung wird Dreye und umzu im 19.Jahrhundert wegen der günstigen Lage an der Weser  als Standort neuer Fabriken ausgewählt. Zunächst sind es die Ziegeleien von Köster (später Esdohr)  in Sudweyhe,  Dörgeloh an der Dreyer Grenze, Hinrich Ahrens in Dreye und Heinrich Oetjen in Ahausen, die die Dampfkraft nutzen und den Ton aus der Weseraue zu festem Baumaterial brennen.  Später kommt auch noch die Inselziegelei von Johann Ahrens direkt am Dreyer Hafen hinzu.  Die dazu nötige Kohle wird über die Weser angeliefert.

Kran der Holzfabrik Glade am Weserdeich

Die Lage an der Weser hat hier sicher bei der Standortwahl den Ausschlag gegeben. Für die Ansiedlung der Holzfabrik von Glade (1854) und der Seifenfabrik (1826) der Familie Sengstack spielen aber auch der Beitritt Hannovers zum Deutschen Zollvereins im Jahr 1854 und die politische Neuformierung Preußens nach der Übernahme Hannovers im Jahre 1866 und die Bildung des Norddeutschen Bundes eine Rolle: Bremen schließt sich nicht dem Zollverein an, womit die Bremer Fabrikanten den Standort im Hannoverschen bevorzugen, wenn sie das Zollvereinsgebiet inklusive der Rheinprovinzen beliefern wollen. Der Rohstoff Holz kommt sowieso als Floß aus dem Hannoverschen (Weserbergland) die Weser herunter.

Der Dreyer Hafen (zu dieser Zeit als „Ausladestelle“ bezeichnet) dient dabei nicht nur der Anlieferung von Rohstoffen, sondern auch der Verschiffung der  Endprodukte: Zigarrenkisten, Furniere, Holzschuhe, Tannendielen, Ziegelsteine, Dachpfannen, Seife, Talglichter und andere Fabrikate.


Zu den einzelnen Ziegeleien und ersten Fabriken siehe die entsprechenden Kapitel im 3. Teil.