Jeebeler Höfe

Paul Athmann


Der Hof Nr. 1: Arps (Meyer)


Dies ist der älteste Hof im Jeebel.  Vermutlich ist er identisch mit einem schon vor 1370 erwähnten Hof des Johann von Weyhe:  
Erzbischof Gerhard von Bremen belehnt 1369 den Hoyaer Grafen Gerhard mit einigen Gütern. Darüber gibt es auch ein Verzeichnis im Hoyaer Hausarchiv mit folgendem Eintrag: "Item dat guet dar licht buter de landwere to weyge by dem Jebulle dat ghe hord hadde Johann von weyge".10
Der Hausname stammt wohl von „Arps thom Jeebel“ (vermutlich identisch mit Arps Landsberg), der den Hof nach der Aufteilung in 2 Halbmeierhöfe übernahm, während sein Bruder  eine neue Hofstelle gründete, die später die Nummer 2 bekam.
Hinrich Ahrens übernahm nach Einheirat um 1760 den Hof.
Otto Meyer  heiratete 1926 die Anerbin Margarethe Ahrens. Deren  Nachkommen betreiben heute den Hof.

Hofansicht11 1893
Das Haus wurde 1760 erbaut. Der Ziehbrunnen mit der fratzenhaften Figur stammte schon von 1730

Foto 12 1980

Hofansicht 2009

Jörg Meyer vom Arpshof arbeitet in der Landwirtschaft eng mit dem Hof von Gerd Brüning in Lahausen zusammen.13

Der Hof Nr. 2: Nordbruch (Heumann)

 

Um 1530 ist dieser Hof wohl durch Abspaltung vom Arps-Hof gegründet worden. Die in diesem Zeitraum genannten Albert und Johann Landsbergen waren wohl Brüder des Arps thom Jeebel.  Ende des 19. Jahrhunderts übernahm Friedrich Nordbruch den Hof. Er stammte aus Groß Ippener.  Die Nordbruchs starben 1963 mit Bernhard Heinrich aus, nachdem dessen einziger Sohn schon 1946 gestorben war. Danach erwarb der Arzt Dr. Dietrich Heumann die Hofstelle. 

Der Nordbruchhof im Jahr 1916

Einmal im Jahr feiert die Familie Heumann das Rosenfest und öffnet ihren Garten für die Öffentlichkeit.

Der Der Didi-Doktor mit seinem SchifferKlavier in seinem Garten. Er erfreut seine Zuhörer in der Umgebung von Weyhe bei besonderen Anlässen mit plattdeutschen Liedern. Er hat auch schon CDs mit seinen Liedern herausgebracht. 

Der Hof Nr. 3: Wichmann

 
Auch dieser Hof ist schon sehr früh verzeichnet – nimmt man den Vornamen als Ursprung für den Hausnamen an:  Um 1386 ist Wichmann thom Jeebel  in einem Register verzeichnet (? Welches)? “gibt jährl 1 Faß Weizen von einer Hufe“14. In einem anderen Register der Hoyaer Grafen heißt es über einen Hof: "gued dar licht buter der lantwere to weyge by deme Jebulle dat ghe hord hadde Johann von weyge"15


Später, im Jahr 1507, ist dann ein Verkauf des Hofes beurkundet:  Verkauf des Hofes des Wichmann durch Rudolf v. Diepholz und Graf Friedr. V. Spiegelberg, Vormünder des Grafen Jobst I von Hoya, an den Ratsherrn Roebe by dem Dore zu Wildeshausen.16 Im Syker Erbregister von 1585 ist er dann auch enthalten: „Wichmann zum Jebele, von einem Camp Landes hat 15 Stücke, davon M.G.F. und Herrn 3 Bremer Guldenund 2 Hbt. Richteroggen, thut den Handdienst nach Siek“. 1678 ist der Vorname wohl zum Nachnamen geworden: Henrich Wichmann zum Jeebel wird in einem Amtsprotokoll erwähnt.


Albert Wichmann, der letzte dieses Namens, stirbt im Jahr 1795 – wohl ohne männliche Nachkommen. Im Jahr 1797 wird dem Leester Otto jun. Wetjen, Sohn des Otto Wetjen, zugesichert, dass er die Kötner-Stelle bekomme. Das muss wohl eher seinem Sohn Albert zugesichert worden sein, da Otto jun. schon 1795 gestorben ist. Interimswirt wird nach Ottos Tod Johann Dietrich Kehlenbeck, der die Witwe Anna Adelheid des Otto jun. heiratet. Aber auch Johann Dietrich stirbt schon 1799, so daß als neuer Interimswirt Johann Wetjen, Sohn des Vollmeyers Friedrich Wetjen aus Kirchweyhe eingesetzt wird.


Danach übernimmt der eigentliche Erbe, Albert Wetjen, den Hof. Er ist beim Tod seines Stiefvaters  6 Jahre alt. Also werden wohl zunächst seine Mutter und Anverwandte den Hof bewirtschaftet haben.

 

Der Hof im Jahr 1944 17
Der Hof im Jahr 1944 17

Alberts erste Frau Cath. Marg. Windels stirbt 1829, und Albert heiratet dann Gesche Schmidt aus Riede. Albert Wetjen lebt bis 1833, und dann geht der Hof an seinen Sohn Johann aus erster Ehe, der aber beim Tod seines Vaters noch minderjährig ist. Alberts 2. Frau Gesche Schmidt  heiratet den Witwer Heinrich Ahrens vom Nachbarhof Arps (Jeebel Nr.1). Möglicherweise wird die Kötnerstelle vom ArpsHof mitbewirtschaftet, bis Johann volljährig ist.

Der 1827 geborene Johann Wetjen lebt auch nur bis 1857. Er stirbt in einer Anstalt in Osnabrück.  Seine Witwe heiratet Johann Fröhlke aus Riede. Dieser ist Gemeinderatsmitglied in Sudweyhe bis 1896. Er ist möglicherweise kurz danach gestorben.


Die ehemalige Wichmann’sche Kötnerstelle ist daraufhin vereinzelt worden. 1970 lebt auf dem Hof die Familie Hildebrandt.
Heute? 

 

Hof Jeebel Nr. 4 (Bergmann – Ristedt)
 

Der Hof ist vor 1648 gegründet worden. 1678 ist dort als Erbe Heinrich Bergmann verheiratet mit Rembke Riekers aus Kirchweyhe. Danach wird einer der 3 Söhne die Stelle besessen haben.18 Christoph Bergmann  und seine Frau Margarethe Evers (+ 1758, + 1823) bewirtschaften den Hof in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sein Sohn gleichen Namens (* vor 1777, + 1814) und dessen Ehefrau Dorothee Alfken sind seit 1803 verheiratet und Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Hof. 

Dann übernimmt Heinrich Ahrens (* 1799, + 1859), Sohn des Halbmeiers Christoph Ahrens auf dem Arpshof (Jeebel Nr.1), die Bergmann‘sche Stelle. Über das Schicksal dessen Sohnes Johann (* 1830) ist nichts weiter bekannt.  Jedenfalls heiratet um 1858 Hermann Tietjen aus Donnerstedt  die Tochter Cath. Margarethe des Heinrich Ahrens und zieht auf den Hof, den er schon 1857 gekauft hatte mit der Verpflichtung, die Tochter zu heiraten und die Altenteilsleistung zu übernehmen

Danach beginnt die Ära Ristedt auf dem Hof: Johann Ristedt (* 1837, + 1916), Gastwirt aus Barrien, kauft 1870 die Stelle und übernimmt mit seiner Frau Anna Margaretha Budelmann aus Sudweyhe die Stelle. Zwei weitere Generationen Johann Ristedt bewirtschaften den Hof, bevor 1969 Heinrich Johann Ristedt (* 1946) Hannelore von Weyhe (* 1951) heiratet und den Hof übernimmt.
2013 wohnen Heinrich-Johann Ristedt  mit seiner Frau Hannelore, sein  Sohn Bernd und dessen Frau (?) Annette auf der Bergmann’schen Stelle in Jeebel (Zum Bülten 12)