Schützenverein "Germania" e.V., Leeste (in Bearbeitung)

Heinz Tödtmann

 

 

1903

Am 6. Dezember treffen sich im Schmidtschen Gasthaus 19 Männer aus Leeste, Hagen, Hörden und Erichshof, um die Gründung eines Schützenvereins vorzunehmen:

  • Albert Dunkhase, Leeste
  • Heinrich Rendigs, Leeste
  • Heinrich Wittrock, Leeste
  • Otto Riepling, Leeste
  • Diedrich Hüneke, Leeste
  • Albert Block, Leeste
  • Johann Wetjen, Leeste
  • Louis Warneke, Leeste
  • Heinrich Schmidt jun., Leeste
  • Johann Heinrich Daneke, Leeste
  • Diedrich Dierks, Leeste
  • Heinrich Schmidt sen., Leeste
  • Heinrich Dunkhase, Leeste
  • Johann Laue, Hörden
  • Friedrich Meyer, Erichshof
  • Johann Heinrich Eickhorst, Erichshof
  • W. Linde, Erichshof
  • Albert Schierenbeck, Hagen
  • Heinrich Lankenau, Hagen

Der Verein erhält den Namen Schützenverein Leeste. In der Gründungsversammlung wird der Vorstand gewählt:

  • Landwirt Friedrich Meyer, Erichshof, zum Hauptmann
  • Lehrer W. Linde, Erichshof, zum Schriftführer
  • Malermeister Diedrich Hüneke, Leeste, zum Rechnungsführer
  • Fabrikant Johann Wetjen, Leeste, zum stellv. Hauptmann
  • Mauerermeister Diedrich Dierks, Leeste, zum Oberleutnant
  •  Landwirt Johann Laue, Hörden, zum Unterleutnant
  •  Gutsbesitzer Albert Dunkhase, Leeste, zum Fähnrich

In der ersten Generalversammlung am 20. Dezember wird die Satzung sowie die Fest- und Schießordnung einstimmig genehmigt. 11 neue Mitglieder treten noch im Gründungsjahr dem Verein bei.

1904

Der Vorstand beschließt am 1. März, um Verwechselungen zu vermeiden, den Vereinsnamen in Schützenverein "Germania" e.V., Leeste zu ändern. Als Schießhalle dient ein umgebautes Festzelt, da die Mittel für eine Halle fehlen. Am 17. und 18. Juli findet das erste Schützenfest, zu dem man auch die Schützenvereine von Henstedt und Leeste-Melchiorshausen eingeladen hat. Erster Schützenkönig wird Johann Heinrich Eickhorst. 

obere Reihe v.l.n.r.: Johann Wienholz, Diedrich Struthoff, Wilhelm Hohnhorst, Louis Warnken, Albert Schierenbeck, Hermann Rose, Heinrich Brüning, Heinrich Brune, Albert Block, Heinrich Wittrock, Heinrich Rendygs, Heinrich Warneke, Heinrich Schmidt sen., Heinrich Peters, Peter Schierenbeck

mittlere Reihe v.l.n.r.: Jakob Langenbein, Heinrich Lankenau, Johann Laue, Johann Wetjen, Diedrich Hüneke, Albert Dunkhase, Diedrich Dirks, Heinrich Niemeyer, Heinrich Meyer, Heinrich Schmidt jun., 

untere Reihe v.l.n.r.: Thölke Niemeyer, Johann Heinrich Dunkhase, Johann Heinrich Eickhorst, Friedrich Meyer, Karl Linde, Heinrich Meyer, J.H.Holthusen

1905

Mit dem Vereinswirt wird ein Pachtvertrag geschlossen und auch die erste Schießhalle kann nun gebaut werden. Die dafür notwendigen Arbeiten führt der Maurermeister Dierks durch. 

Eine wunderschöne Werbung für das Leester Schützenfest
Eine wunderschöne Werbung für das Leester Schützenfest

1906

1914

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges bringt das Vereinsleben völlig zu Erliegen.

1919

Am 1. Sonntag im Juni wird das erste Schützenfest nach dem 1. Weltkrieg gefeiert. 

1920

1921

Die Mitgliederzahlen wachsen stetig und somit ist die Erweiterung des Schießstandes erforderlich.  

Fahnenweihe
Fahnenweihe

1924

Die Inflation beeinträchtigt das Vereinsleben erheblich, dennoch kann die erste Vereinsfahne angeschafft werden. 

1929

Im Dezember werden die ersten Mitglieder für ihre 25jährige Mitgliedschaft mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet. 

1930

Endlich kann ein Kleinkaliberstand eingerichtet werden. 

Schützenverein "Germania" um 1930
Schützenverein "Germania" um 1930

1932

Im Januar wird eine Jugendabteilung gegründet.

1933

Anlässlich des 30jährigen Bestehens wird am 4. und 5. Juni ein großes Jubiläumsfest gefeiert, verbunden mit dem Verbandsfest des Verbandes der Schützenvereine "Niedersachsen". Unter dem Motto "Altgermanisches Volkstum - Hermann der Cherusker auf der Rückkehr von der Jagd vor der Schlacht im Teuteburger Walde" findet ein Riesenfestumzug statt, allein 30 verschiedene Gruppen sind beteiligt, Sonderdarstellungen, viele Festwagen und diverse Kapellen. 


Man sieht, wir schreiben das Jahr 1933, das Jahr der Machtergreifung durch Adolf Hitler: SA-Kapelle, Germanenkult - der "braune Kakao" ist angerichtet. Wie sagte Erich Kästner ganz richtig:

 

Was immer auch geschieht: Nie sollt Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken! - Erich Kästner

 

1934

Auf der Generalversammlung am 21 Januar erleben die Mitglieder eine Auswirkung der Machtübernahme durch Adolf Hitler im Jahr zuvor. Der Vorsitzende gibt bekannt, dass nach den Richtlinien des Reichsführers das Führungsprinzip bei den einzelnen Schützenvereinen satzungsmäßig umzusetzen ist.

1935

Mitgliedsbuch aus dem Jahr 1935

1939

Der 2. Weltkrieg bricht aus und legt das Vereinsleben lahm.

1945

Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. 16 Schützenbrüder haben ihr Leben verloren und von dem Schießstand ist dem Verein nur noch eine Ruine geblieben. Es scheint, dass der Schießsport in Leeste damit seine Erledigung gefunden hat.

1949

Den beiden Schützenbrüdern Willi Bischoff und Heinrich Pundsack gelingt es, eine Generalversammlung zum 21. Mai einzuberufen, die unter dem Vorsitz Georg Nolte steht und zu der viele Mitglieder erscheinen. Dabei wird ein neuer "Nachkriegsvorstand" gewählt:

  • Heinrich Meyer, Hörden, 1, Vorsitzender
  • Willi Bischoff, Leeste, 2. Vorsitzender
  • Hannes Budelmann, Leeste, 1. Schriftführer
  • Johann Schnakenberg, Leeste, 2. Schriftführer
  • Heinrich Lütjen, Leeste, 1. Kassierer
  • Emil Kastens, Leeste, 2. Kassierer
  • Heinrich Pundsack, Leeste, 1. Schießwart
  • Johann Tietjen, Leeste, 2. Schießwart

Am 10. und 11. Juni findet beim Gasthaus Amelung das erste Nachkriegsschützenfest statt. Die Resonanz bei der Leester Bevölkerung ist groß. Die Vereinsfahne, in den letzten Kriegstagen von den Engländern nach Fahrenhorst verbracht und 1945 heimlich wieder zurückgeholt, wird an der Spitze des kleinen Umzuges stolz präsentiert. 

1950

sitzend v.l.n.r.: Johann Reiners, Heinrich Pundsack, Johann Tietjen, Emil Kastens, Hermann Meyer-Lankeau

stehend v.l.n.r.: Heinrich Wetjen-Arbs, Willi Bischoff, Emil Kaiser

Schützenkönig Werner Tietjen

1951

Der Neuaufbau des Vereins ist in vollem Gange. Nach den  Anordnungen der englischen Besatzungsmacht darf zunächst nur mit Luftbüchsen geschossen werden. Doch nach und nach kommt es zu einer Lockerung der Regulierungen. Schon bald reicht der notdürftig wieder hergerichtete Schießstand nicht mehr den Anforderungen.

1952

1953

Kinderkönigsschießen auf dem Festplatz
Kinderkönigsschießen auf dem Festplatz

Zum 50jährigen Jubiäum wird ein moderner Schießstand mit vollautomatischen Scheiben eingeweiht. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklungen haben Johann Schnakenberg und Heinrich Pundsack, die sich unermüdlich für den Fortgang der Arbeiten eingesetzt und alle behördlichen Hindernisse ausgeräumt haben. Am Festumzug nehmen 15 Schützenvereine, ein Reiterzug, eine Musikkapelle, mehrere Spielmannszüge, eine 8spännige Festkutsche und drei Ehrenkutschen teil. Anlässlich dieses Jubikäums schreibt Dr. Heinrich Vossmeyer eine Chronik.

1957

1965

1966

Der Verein tritt dem Deutschen Schützenbund und gleichzeitig dem Bezirksschützenverband Grafschaft Hoya e.V. bei. Eine Schülerabteilung wird gegründet. Damit wird der Schießbetrieb weiter ausgeweitet und eine erneute Erweiterung der Schießanlage ist unumgänglich. 

1975

Fahnenweihe durch Bezirkspräsident Wilhelm Lülker
Fahnenweihe durch Bezirkspräsident Wilhelm Lülker

Die alte Vereinsfahne von 1924 hat ihren Dienst getan und wird durch eine neue ersetzt. Am 1. Juni wird sie - verbunden mit der Ehrung langjähriger Mitglieder - in Anwesenheit des Bezirkspräsidenten Wilhelm Lülker eingeweiht. Die neue Fahne trägt die gleichen Symbole wie ihre Vorgängerin, nur mit dem Unterschied, dass sie auf der einen Seite in Samt und auf der anderen Seite in Seide ausgefertigt worden ist,

1976

Der Vereinsvorstand 1976 mit Majestät Udo Hollwedel
Der Vereinsvorstand 1976 mit Majestät Udo Hollwedel

1977

Ein neues Zeitalter bricht an: im April werden die ersten 4 Beitrittserklärungen von Damen unterschrieben. Trotz dieser Öffnung finden die Vereinsmeisterschaften aber noch außerhalb der Wertung statt.

1978

Auf der Hauptversammlung am 27. Januar wird beschlossen, dass es ab diesem Jahr auch eine Damenkönigin geben soll. Der Verein hat in diesem 75. Jubiläumsjahr 251 Mitglieder. Das Schützenfest in diesem Jahr wird wegen des Jubiäums groß gefeiert: mit 9 Kreisverbandsvereinen, weiteren 5 befreundeten Vereinen aus Stuhr und Weyhe und der Leester Feuerwehr. Ein besonderes Highlight ist der schwedische Musikzug "Ludvika Musikkar".

1981

In diesem Jahr nimmt auch die Partnergemeinde aus dem französischen Coulaines am traditionellen Ortsvereinsschießen teil. 

1982

Zu dem Ortsvereinsschießen wird nun auch noch ein Firmenpokalschießen eingerichtet. Erstmals wird ein Seniorennachmittag veranstaltet, bei dem sich Mitglieder ab einem Alter von 60 Jahren und die Partner verstorbener Mitglieder zu einem geselligen Beisammensein treffen. Heinrich Lütjen verfasst eine Chronik in Versform auf Plattdeutsch.

1985

Es wird der Vorschlag eingebracht, nicht nur eine Damenkönigin, sondern auch einen Alterskönig auszuschießen und so setzt sich das Königshaus jetzt aus dem Schützenkönig, seinem Adjudanten, der Damenkönigin, dem Jugendkönig und dem Alterskönig zusammen. 

1997

obere Reihe v.l.n.r.: Ursel Henke, Ute Jordan, Gunda Budelmann, Sigrid Hanuth, Martina Thierfelder, Marina Krüger, Ulrike Hinkel, Gunda Zornow, Michaela Höptner

mittlere Reihe v.l.n.r.: Reinhard Scharringhausen, Helga Moritz, Hella Dunkhase, Renate Höptner, Adelgunde Block-Ahrens, Hanna Pendias, Gela Drescher, Claudia Meyer, Hedi Apmann, Edith Rack, Christel Blase, Günter Brose

untere Reihe v.l.n.r.: Ursel Meyer, Gisela Schweers, Annegret Knief, Elisabeth Schönberger, Annegret Michalowski, Werner Hinners, Britta Lampe, Hanna Brose, Monika Koch, Else Mohrmann 

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Kreiszeitung