Die Bauernhöfe und das bewirtschaftete Land

 

In den Anfängen der Ortsentwicklung war das Leben fast aller Dorfbewohner durch die Bestellung der Äcker und die Haltung von Vieh geprägt. Die überwiegende Anzahl der Lebensmittel wurde aus eigenem Anbau erzeugt – entweder im eigenen Garten, auf dem eigenen Hof oder auf dem Hof, auf dem man wohnte und arbeitete. Nur wenige Handwerker und Tagelöhner verdienten sich ihren Lebensunterhalt außerhalb der Landwirtschaft. Der Adel sowie die Pfarrer, Lehrer und Küster erhielten Abgaben aus diesen Höfen, mit denen ein auskömmliches Leben ermöglicht wurde.

 

Das Leben spielte sich innerhalb des Dorfes ab. Dabei war das Dorf, „entgegen allen romantischen Vorstellungen, keine Gemeinschaft gleichberechtigter und auf die gleiche Weise wirtschaftender Einwohner. Entscheidend war der Besitz von Land sowie der von Haus und Hof. Alle genossenschaftlich ausgeübten Rechte, wie z.B. die Allmende-Nutzung oder das Stimmrecht in der Gemeindeversammlung, wurden von der Größe des Besitzes abhängig gemacht oder anteilig vergeben. Die Zugehörigkeit oder eben Nicht-Zugehörigkeit – zu einer Bauernklasse entschied über soziale Stellung und Ansehen des Einzelnen innerhalb der Hierarchie der Dorfgemeinschaft.“ 1

 

Mit dem entstehenden Handel der Hanse wurden immer mehr Fuhrleute gebraucht, und Händler versorgten die Bremer mit landwirtschaftlichen Produkten und die Landbevölkerung mit Handelsprodukten, die in den Bremer Häfen angelandet wurden, oder mit Fuhrwerken von weit her herangeschafft wurden. Treidler wurden zum Schiffsziehen benötigt,

 

Da die Bauern insbesondere auf der kargen Geest zu wenig Land hatten, um davon die Familie ernähren zu können, waren sie gezwungen, Fuhrmannsdienste anzubieten und durch Hollandgang, als Kiepenkerls oder Treidler etwas hinzu zu verdienen. Deshalb wurde die Bewirtschaftung vieler Kötner- und Brinksitzerstellen oft ziemlich vernachlässigt.