Lahauser Bühne

 

Heinz Tödtmann

 

Bereits in den 20er Jahren entsteht in Lahausen der Radfahrerverein "Sturm". Weil unter den Mitgliedern eine Gruppe von Theaterspielern dabei ist, beginnt man damit Anfang der Dreißiger Jahre im Winter Theaterabende zu veranstalten.

Die Mitgliederdes Vorgängervereins der Lahauser Bühne
Die Mitgliederdes Vorgängervereins der Lahauser Bühne
Radfahrerverein "Sturm" um 1926: Friedrich Bösche, Heinrich Bothmer, Hermann Landsberg und Fritz Bösche
Radfahrerverein "Sturm" um 1926: Friedrich Bösche, Heinrich Bothmer, Hermann Landsberg und Fritz Bösche
Mitglieder des Radfahrervereins "Sturm" bauen eine Pyramide
Mitglieder des Radfahrervereins "Sturm" bauen eine Pyramide

In der Wintersaison 1933/34 wird das Stück "De Swinskomödie" von August Hinrichs aufgeführt. Nicht nur die Zuschauer in Lahausen sind begeistert, auch über die Grenzen Lahausens hinaus erfreut sich dieses Stück großer Beliebtheit. Am 11. Februar 1934 wird es auf einer Veranstaltung des Schützenvereins Kirchweyhe aufgeführt. Weihnachten 1937 und Neujahr 1938 folgt das Stück "Wenn de Brögam kummt" von F. Lange bei Gastwirt Dreyer in Kirchweyhe.

 

Als aber bei einer dieser Aufführungen ein Parteifunktionär darauf hinweist, dass "wildes Theaterspielen", also Spielen ohne eine entsprechende Genehmigung, verboten sein, entschließen sich die Theaterspieler einen eingetragenen Verein zu gründen.

Hermann Küsel richtet bereits 1937 ein Schreiben an "Reichsbund für Volksbühnenspiele"
Hermann Küsel richtet bereits 1937 ein Schreiben an "Reichsbund für Volksbühnenspiele"

1938 

Am 19. Januar 1938 findet bei Gastwirt Lohmann in Lahausen die Gründungsversammlung statt. Man beschließt den Verein "Lahauser Speeldeel" zu nennen und wählt Johann Osmers  zum  1. Vorsitzenden, Johann Köhrmann zum Schriftführer, Hermann Landsberg zum Kassierer und Hermann Küsel zum ersten Spielleiter des neu gegründeten Theatervereins. Die Aufnahmegebühr  sowie der Monatsbeitrag beträgt für Männer 50 Pfennig, für Frauen 25 Pfennig. 

 

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

Weitere Gründer der Lahauser Bühne

 

 

 

Am Anfang hat der Verein große Widerstände politischer Art zu überwinden. So wird zunächst auf der Grün-dungsversammlung festgelegt, dass man dem Reichsbund für Volksbühnenspiele beitreten will, ein entsprechender Antrag wird ausgefüllt aber nicht abgeschickt. Der zuständige Kreiswart für "Kraft durch Freude" in Bassum rät ab, weil er beabsichtigt, alle Theaterspielgemein-schaften des Kreises Grafschaft Hoya zusammenzufassen und dem Gremium "Kraft durch Freude" zu unterstellen. 

Im November 1938 erhält Hermann Küsel ein Schreiben von der Gauleitung der NSDAP, worin er aufgefordert wird, die Übungsabende in ein anderes Lokal zu verlegen, weil der bisherige Wirt Zigarren von einem Juden bezogen hat. Außerdem wird Küsel im Dezember 1938 zu einer Besprechung mit dem Kreiswart aus Bassum und dem Ortswart der NS-Ortsgruppe Kirchweyhe in ein Kirchweyher Gasthaus eingeladen. Hier wird ihm dargelegt, dass für die inzwischen umbenannte "KdF-Laienspielschar Lahausen" als Vorstand nur ein Spielleiter und ein Geschäftsführer nötig sind. Aus dem bisher vierköpfigen Vorstand wird ein zweiköpfiger, Spielleiter Hermann Küsel und Kassierer Hermann Landsberg. Außerdem verlangt der Kreiswart aus Bassum, dass die Bezeichnung "Laienspielschar" in "Laienspielbühne" abzuändern ist, weil die Bezeichnung Spielschar Missverständnisse evozieren würde. 


Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

"Groode Kinner":

Fritz Bösche, Friedrich Bösche, Hanna Peters, Mariechen Blome, Elfriede Pawlick und Johann Meye

1939  

Aber als der Kreiswart aus seinem Amt ausscheidet, wird die Bezeichnung wieder in Spielschar Lahausen geändert. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wird der Spielleiter Hermann Küsel  zur Wehrmacht eingezogen. Fritz Bösche übernimmt jetzt seine Funktion. Auch andere Spieler der Bühne werden eingezogen, dennoch kann der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden.

1940

Dafür gibt es andere Probleme, etwas dass Vorstellungen abgesagt werden müssen, weil nicht genügend Treibstoff vorhanden ist, um zu den jeweiligen Spielstätten zu gelangen. Dennoch kann die "Spielschar Lahausen" noch 1941 den Betrieb am Laufen halten..

 

1941

Am 1. März 1941 wird - wie bereits auf der Gründungsversammlung festgelegt - Mitglied im Reichsbund für Volksbühnenspieler.

 

1942

Jetzt wird daher aus der "Spielschar Lahausen" nun die "Volksbühne Lahausen". Jetzt allerdings muss wegen der zunehmenden Kampfhandlungen in unserer Region der Spielbetrieb eingestellt werden. Als der 1. Vorsitzende Johann Osmers dies auf der Jahreshauptversammlung 1942 verkündet, hört man die Flak in unmittelbarer Nähe. Um wenigsten noch einen minimalen Spielbetrieb sicherzustellen, spielen kurzfristig Frauen des Deutschen Roten Kreuzes  und Schulkinder aus Lahausen Theater. Allerdings ist dieses Intermezzo nur kurzfristig. Bald kommt der Spielbetrieb völlig zum Erliegen. Bis zum Kriegsende 1945 wird kein Theaterstück mehr aufgeführt.

 

 

1946

Nach dem Krieg ist die Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit nicht einfach. Alle Vereine müssen bei der englischen Besatzungsmacht entsprechende Anträge stellen. Eine Genehmigung wird auch erteilt. Der Übungsbetrieb und die Aufführungen verzögern sich aber, weil die englische Militärregierung der Bühne eine Genehmigung als Unternehmen erteilt hat. Erst als dieses Missverständnis ausgeräumt ist, kann das Stück "Wenn de Brögam kummt" aufgeführt werden. Am 16. Februar drängen sich 462 Gäste auf den Saal von Gastwirt Heinrich Koch in Kirchweyhe, einen Tag später sind es sogar 527. Um den Saal zu heizen, müssen die Gäste die Kohle dafür selbst mitbringen. Der Krieg ist zu Ende, die Menschen wollen endlich wieder lachen. Auch das Vereinsleben blüht wieder auf. Man plant ein erstes Sommerfest und die jungen Leute üben den Einakter "Överdübelt" von J. Andersen ein. Die hohen Besucherzahlen in diesem Jahr wirkt sich auf die Kassenlage des Vereins sehr positiv aus. Daher gesteht man den Aktiven für jeden Übungsabend 1,50RM und für jede Aufführung 5,00 RM zu. Auf der anderen Seite ist man aber bemüht, sich strenge Vereinsregeln zu geben. Der Versammlungsbeschluss vom 13. Januar lautet: "Wer in Zukunft dreimal hintereinander eine Versammlung unentschuldigt versäumt,. kann aufgrund seines passiven Verhaltens aus dem Verein ausgeschlossen werden." 

Schreiben des Theaterverlegers Karl Mahnke an Spielleiter Hermann Küsel in Sachen "Aussprache der plattdeutschen Bühnentexte"
Schreiben des Theaterverlegers Karl Mahnke an Spielleiter Hermann Küsel in Sachen "Aussprache der plattdeutschen Bühnentexte"

1947

Der extrem kalte Winter führt zu sehr vielen Ausfällen von Aufführungen, weil es kaum mögich ist, die Kulissen in auswärtige Ortschaften zu transportieren. 

 

1948

Im November wird der Verein ein letztes Mal umbenannt, er heißt nun "Lahauser Bühne". Wegen der Währungsreform schmelzen die Kassenbestände nur so dahin, so dass sich der Verein wieder gezwungen sieht, Mitgliedsbeiträge zu erheben.

 

1950

Man denkt inzwischen über eine Auflösung des Vereins nach, weil die Aufführungen und die Zuschauerzahlen merkbar rückläufig sind. Aber Hermann Küsel ruft seine Mitglieder dazu auf , weiter zu machen, denn Stillstand bedeute Rückgang. 

 

1951-1953

In diesen Jahren ist die "Lahauser Bühne" u.a. auf der Freilichtbühne im "Okeler Busch" vertreten. Abwechselnd mit der Niederdeutschen Bühne Bremen werden dort Stücke aufgeführt. Wegen der unsicheren Wetterbedingungen  und aus finanziellen Gründen wird dieses Projekt aber nicht weiter verfolgt. Statt dessen beginnt man sich auch überregional zu engagieren und tritt dem "Plattdeutschen Kring" und später auch dem "Landesverband Bremer Amateurtheater" bei.

 

1954

Am 13. Januar findet im Gasthaus Rohlfs in Kirchweyhe die 100. Aufführung seit Bestehen des Vereins statt. Gespielt wird das Stück "De Schelm von Möhlenbrook" von E. Asmus. Auf der Mitgliederversammlung am 23. Mai wird beschlossen, auch passive Mitglieder im Verein aufzunehmen. Diese sollen dazu beitragen, mehr Nachwuchs für den Verein zu bekommen. 

 

1955

Auf der Jahreshauptversammlung legt Spielleiter Küsel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Den schwierigen Prozess der Nachfolge übernehmen Helmut Fellermann und Heinrich Bothmer. 

 

1958

Hermann Küsel verlässt die Gemeinde zum Bedauern seiner Vereinsmitglieder.

 

1960

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

An dem großen Festumzug anlässlich der 1100-Jahrfeier in Kirch- und Sudweyhe im Juli nehmen auch Mitglieder der Lahauser Bühne teil. Als Landstreicher (2.v.l): Heinrich Bothmer, die Landgendarme rechts neben ihm: Heiner Bothmer und Hermann Landsberg, Der linke Mann ist nicht bekannt.

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

"Wer nich will dieken, de mot wieken"

Die Gemeinden Kirchweyhe und Sudweyhe feiern ihr 1100jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass schreiben Erich Rendigs und Erich Flemming für die Lahauser Bühne das Stück "Wer nich will dieken, de mot wieken", das die Lahauser Bühne und das Junglandvolk Kirchweyhe aufführen. 

 

1963

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

'"De dree Blindgänger"

Emil Wittrock, Heinrich Bothmer und Heiner Bothmer

Am 19. Januar wird das 25jährige Bühnenjubiläum gefeiert. Für den gemütlichen Abend für die Vereinsmitglieder bewilligt der Vorstand 250 DM. Von diesem Geld soll es Schnitzel von höchstens 200 g und Kartoffelsalat geben. 

 

1964 

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

"Musik an'n fröhen Morgen"

Helmut Bösche, Ella Kehlenbeck, Lida Ridder, Karl Ridder, Heinrich Bothmer

Die finanziellen Mittel des Vereins werden wieder knapp, die Entschädigung an die Spieler kann wieder nicht gezahlt werden. Wichtiger erscheint den Mitgliedern die Anschaffung eines Tonbandgerätes. Da auch dafür die Mittel nicht aufgebracht werden können, wird ein Antrag an die Gemeinde Kirchweyhe gestellt, den diese auch bewilligt. Im Mai richtet der Plattdütsche Kring ein Bühnenwettspiel aus. Die Lahauser Bühne erringt mit dem Stück "Musik an'n fröhen Morgen" von F. Lange auf der Freilichtbühne Hodenberg in Bremen-Oberneuland den 3. Platz. 

 

1965

Repro: Wilfried Meyer
Repro: Wilfried Meyer

"'Alln's verdreiht"

Erich Nolte, Karin Schneider, Edda Bischoff, Amanda Nolte, Helmut Bösche, Lisa Ridder und Heinrich Bothmer

 

Die 200. Aufführung mit dem Stück "Alln's verdreiht" von F. Lange findert am 10. April in Gasthaus Voßmeyer in Sudweyhe statt. Unter den Zuschauern sind die Ehrengäste Bürgermeister Heinrich Klenke und B. Siems vom "Plattdeutschen Kring Bremen". Am 1. Oktober tritt die Bühne dem "Landesverband Bremischer Volksbühnenspieler e.V." bei. Damit sind die aktiven Spieler auch haftpflicht- und unfallversichert. 

 

1967 

In diesem Jahr wird die "Lahauser Bühne e.V. Lahausen" beim Amtsgericht Syke in das Vereinsregister eingetragen und ist damit eine juristische Person.

 

1968

Mit dem Stück "Son Kröt von Deern" von H. Balzer feiert die Lahauser Bühne ihren 30. Geburtstag. 

 

 

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Son Kröt von Deern"

Marlies Schierenbeck, Achim Grunemann, Ella Kehlenbeck, Karin Schneider, Helmut Bösche und Ernst Wittrock


1978

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Vulle Pangschon mit Familienansluss"

Manfred Bothmer, Helmut Fellermann, Rolf Wittrrock, Edith Voss, Ella Kehlenbeck und Ernst Wittrock

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Morgen geiht los"

Joachim Kloke, Fritz Bösche und Annelie Witte

Der Verein feiert sein 40jähriges Bestehen und lädt dazu Abordnungen anderer Bühnen und Vertreter der Gemeinde zu dem Stück "Vulle Pangschon mit Familienansluss" von K. Bunje ein. Außerdem koimmt der Vierakter "Morgen geiht los" von F. Lange 10 mal an verschiedenen Orten zur Aufführung. Im Rahmen einer plattdeutschen Woche wird dieses Stück unter Federführung  des "Landesverbandes Bremer Amateurtheater" auch im Packhaus im Bremer Schnoor erfolgreich aufgeführt. In dieser Saison hat aber die Bühne mit besonderen Schwierigkeiten zu tun, denn beide Spielleiter fallen durch Krankheit für längere Zeit aus. Fritz Bösche und Ella Kehlenbeck erklälren sich jedoch bereit, den Einakter "Peerhannel" von J. Andersen und den Mehrakter "Lieselotte" von J. Borcherdt einzustudieren. Beide Stücke werden ein großer Erfolg. 

 

1980

Im Mai findet wieder eine "Plattdeutsche Woche" im Packhaus im Bremer Schnoor statt. Vor ausverkauftem Haus wird "Up Düwels Schufkor" von K. Bunje gespielt. Selbst das Sofa aus dem Vorraum muss für die Zuschauer herbeigeholt werden. 

 

1981

Heinrich Bothmer, Ewald Kehlenbeck, Silke Nolte, Lisa Ridder, Grete Wetjen und Erich Nolte */ 'Foto: Wilfried Meyer
Heinrich Bothmer, Ewald Kehlenbeck, Silke Nolte, Lisa Ridder, Grete Wetjen und Erich Nolte */ 'Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Moral in Müggenhusen"

Hella Hanewinkel, Edith Voss und Inge Scholz

Am 22.-24. Mai ist die "Schleswiger Speeldeel" mit dem Stück "Ümmer to Deensten" von C. Goldoni in Lahausen zu Gast.

 

1982 

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"'De Knokenbreker"

Diethelm Ehlers und Fritz Bösche

Im Februar stattet der Verein der "Schleswiger Speeldeel" einen Gegenbesuch ab mit dem Stück "Moral in Müggenhusen" von J. Exler. Für die Lahauser Spieler eine ganz besondere Erfahrung, denn sie dürfen auf einer großen Profibühne im Stadttheater Schleswig spielen. Außerdem gibt es in diesem Jahr noch eine Uraufführung: Helmut Fellermann studiert mit einigen Spielern den von ihm selbst geschriebenen Einakter "De Knokenbreker" ein und bringt ihn mit Erfolg auf die Bühne. 

 

1984

"Mietz" Mariechen Bösche, Henry Fislage, Rita Wittrock, Heiner Bothmer, Joachim Kloke, Elke Kloke, Heinrich Bothmer, Harald Osterloh und Anne Schröder*Foto: Wilfried Meyer
"Mietz" Mariechen Bösche, Henry Fislage, Rita Wittrock, Heiner Bothmer, Joachim Kloke, Elke Kloke, Heinrich Bothmer, Harald Osterloh und Anne Schröder*Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Erntefest 1984: Elke Kloke, Annelie und Wilfried Witte, Anne Schröder

 

1988

Der 50. Geburtstag des Vereins wird gefeiert mit einem Empfang im neuen Weyher Rathaus am 9. Januar. Den Festvortrag hält Dr. Wolfgang Lindow  vom Institut für Niederdeutsche Sprache, Bremen. Die Festveranstaltung findet um 19 uhr im Gasthaus Voßmeyer in Sudweyhe statt. Nach der Aufführung des Einakters "De ole Kommod" von Th. Bernhöft wird über die Geschichte der Lahauser Bühne diskutiert. Trotz der nachhaltigen Feier stehen am nächsten Tag alle Spieler mit dem Stück "Een Joghurt för twee" von S. Price wieder auf der Bühne, ein Stück, das auch am 19. September auf der Bundestagung "Bund Deutscher  Amateurtheater" in Lingen aufgeführt wird. Diese Aufführung ist so erfolgreich, dass der Verein ein Jahr spater bei den Theatertagen in Lingen mit dem Stück "Un baven wahnen Engel" von J. Exler erneut auftreten darf.

 

1990

Am 20. April tritt der Verein dem Kreisheimatbund bei

 

1992

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Hier sünd wi richtig"

Inge Scholz, Kay Kruppa, Falko Weerts, Johann Kattner und Carsten Garbs

1994

Neben den üblichen Spielorten hat die Lahauser Bühne jeweils eine Vorstellung im Syker Theater vor rund 600 Zuschauern.. Große Freude für den Verein, weil nach aufwendigen Renovierungsarbeiten der Spieker in Lahausen fertiggestellt worden ist und das Üben nun auf der Übungsbühne im Spieker stattfinden kann.

 

1997

 

"Fischer un sien Froo"

Inge Scholz und Heinrich Schröder

Auf der Jahreshauptversammlung kommt es zu einer Kontroverse eines Teils der aktiven Spieler mit den übrigen Versammlungsteilnehmern. Diese Auseinandersetzung über das bestehende Bühnenprogramm endet damit, dass ein Teil der Akteure die Mitgliedschaft in der Lahauser Bühne aufkündigt und schließlich das Weyher Theater gegründet wird. Während das Weyher Theater einen anderen Weg einschlägt, widmet sich die Lahauser Bühne auch weiterhin der Pflege der plattdeutschen Sprache und dem plattdeutschen Theaterspiel. Das kleine Musical "Fischer un sien Froo" wird dabei mit viel Freude und Erfolg an verschiedenen Orten aufgeführt.

 

2000

Mit den Jahren sind die vielfältigen Aufgaben bei den Vereinsmitgliedern gewachsen. Besonders die Vereinbarung der Aufführungstermine und die Organisation des Kartenvorverkaufs rechtfertigen es, auf dern Jahreshauptversammlung am 21. Juli  den Vorstand um einen Geschäftsführer zu erweitern. Diese Aufgabe übernimmt Gerd Moos

 

2003

'Foto: Wilfried Meyer
'Foto: Wilfried Meyer

In diesem Jahr dreht Wolfgang Wortmann, ein Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks, einen Film über Flüchtlinge, die in den Jahren 1945-1950 nach Weyhe und Syke gekommen sind. Für diesen Film "Wir hatten ja nichts" stellt er mit Mitgliedern der Lahauser Bühne eine Szene nach, die einen Flüchtlingstreck zeigt.

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Am 19. Januar feiert der Verein  mit dem Mehrakter "Kornbloomen för den Smuuskater" vonK. Holsten  Premiere und gleichzeitig das 65. Bühnenjubiläum.

2004

"De vergnögte Tankstell"

Jochen Kriesten, Erich Nolte und Inge Scholz

Für diese Saison steht nach dem 1. Spielleiter Wilfried Witte "'Dat Schörengericht (Der zerbrochene Krug)" von H. von Kleist auf dem Plan. Nach den ersten Proben lehnen dieses Stück jedoch ab. Stattdessen wird kurzfristig "De vergnögte Tankstell" von W. Wempner einstudiert. Diese Inszenierung ist aber wegen der vielen Gesangseinlagen recht aufwendig. 

 

2005

In diesem Jahr gibt es die Premiere von "Willem sien Willen" von I. Nicolay. Nach Absprache mit allen Aktiven werden die gesamten Einnahmen für die Opfer des Tsunamis auf der thailändischen Insel Ko Lanta gespendet. In dieser Saison muss erstmals nach 30 Jahren eine Vorstellung wegen Erkrankung einer Spielerin ausfallen. Im gleichen Jahr wird zur Entlastung der beiden Spielleiter ein dritter Spielleiter gewählt.

 

2008

Foto. Wilfried Meyer
Foto. Wilfried Meyer

Am 19. Januar feiert die Bühne ihren 70. Geburtstag mit dem Stück "Mudder kriggt Zwangsurlaub" von U. Gerdes. Zu diesem Jubiläum findet am 6. Juni ein Spiekerfest auf dem Hof Niemeyer mit einen Luftballonweitflug-.Wettbewerb statt.

"Mudder kriggt Zwangsurlaub"

Inge Scholz, Jochen Kriesten, Gitta Heins und Johann Speckmann


Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Alle Beteiligten versammeln sich "in voller Verkleidung" und gutgelaunt vor dem Bühnenwagen

 

2010

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Am 28. März wird Inge Scholz 80 Jahr alt. Darsteller und Zuschauer feiern mit ihr auf offener Bühne

Die Premiere des Stücks "Drievjagd in Knevelsfehn" von H. Schmidt muss ausnahmsweise wegen des Umbaus der Aula der Grundschule Lahausen in der KGS Leeste stattfinden. Leider ist dadurch die Lahauser Fangemeinde nicht so stark vertreten wie sonst. Bei der Aufführung am 28. März feiert die älteste Mitspielerin Inge Scholz ihren 80. Geburtstag, ein bewegender, feierlicher Moment.

 

2012

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"Mien Mann de fohrt to See"

Jochen Kriesten, Joachim Kloke, Inge Scholz, Annelie Witte, Johann Speckmann und Gitta Heins

Die Premiere des Stücks "Mien Mann de fohrt to See" von W. Wroost findet wieder an einem anderen Ort statt, weil der traditionelle Premienort, die Grundschule Lahausen, zur Ganztagsschule umgebaut wird. Daher muss zum ersten Mal die Bühne in der Schützenhalle Lahausen aufgebaut werden. 

 

2013

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

"De kerngesunne Kranke"

Inge Scholz, Guido Weckes und Nele Biller

Zum 75. Geburtstag wird das Stück "De kerngesunne Kranke" von P. Pflug einstudiert. Die Premiere findet wie gewohnt am 19. Januar statt, wieder in der Grundschule Lahausen. Das Stück wird wegen des großen Erfolgs vierzehn mal an den gewohnten Orten aufgeführt. Das 75jährige Jubiläum feiern die ehrenamtlichen und passiven Mitglieder gemeinsam mit geladenen Gästen beim Kommers am 20. April im Weyher Rathaus. 

'Foto: Studio Querformat
'Foto: Studio Querformat

So'n poor Gedanken ober de Bühn' un dat Plattdüütsche 

von Helmut Fellermann

 

Siet Johr un Dag hört de Lauser Bühn' nu al to dat Vereinsleben in use Gemeen' un "versorgt" as'n so seggt, jeden Winter de Lüe ut de nöchste Umgebung mit een lustiget Theoterstück. Dor höör vör Johrn ok noch een Stück in een Törn to, ober in de lesde Tiet hett de Lauser Sketchgruppe dat to verdoon, dat de Lüe  op Geburtsdoge oder annere Fiern wat to Lachen hebbt.

 

Dat lett woll alls ganz eenfach, bloß wat dor tohöört, sowat op de Been to stelln, dor mokt sik sachts  de wenigsten Tokiekers Gedanken üm. Jedet Johr heet dat wedder: Wat för een Stück söökt wi ut? Wat för Rullon mööt besett weern? Keen kann mitspeeln? De Bühnenbo mutt organiseert weern, de Speeltermine unner Dack un Fack. Dor höört de Reklome un sogor de Froge: Keen backt Koken för de Kaffeetofeln in de Leester School to? Wenn dat Stück denn steiht, dat bi dat Publikum ankummt, un de Lüe mit een tofreden Grienen in't Gesicht no Huus goht, vonwegen dat se mol wedder in' groten Köppel lachen konnt harrn, denn is dat de gröttste Lohn för all de Plackeree.

 

Bloß wie steiht dat vondoog um de plattdüütsche Sprook? Vör föftig Johr, to dat 25. Jubiläum von de Bühn, hett use Speelleiter un Scholmester, Hermann Küsel, al inne Zeitung set, dat düsse Sprook jümmer mehr an de Kinner vörbi geiht.

 

He harr dat domols richtig sehn. Man nu is in de lesten föfftig Johr veel vör den "Patient plattdüütsche Sproke" doon worrn. Se is sogor in de "Massenmedien" opnohm worrn. Plattdüütsche Hörspeele gifft dat ok noch in Radio to hörn. Jüstso plattdüütsche Norichten oder Bidräge ton Högen un ton Nodenken. In Fernsehn wiest se ok plattdüütsche Soken. Nich to vergeten sünd de Leder un Hörböker. Keen gern list, hett'n grote Utwohl an schreben Böker. In de Charta för Minnerheitensproken hefft se platt al längst opnohm. Af un to koomt se met'n modernen "Slogen", denn heet dat "Plattdüütsch is in" oder "Plattdüütsch is cool".

 

Bloß wat helpt dat alls, wenn de Lüe nich mehr platt snacken dot? De meisten Plattsnackers von vondoog hefft de Sprook noch von ehre Öllern un Grootöllern mitkregen. Dor kann'n goot an sehn, dat dat in Tokunft för Platt slech utsüht, wenn de junge Generatschon den Klang von düsse Sprook knapp noch hört. Liekers künnt wi us freuen, dat jedet Johr, besonners in de Vörjohrstiet, viele Theotergruppen plattdüütsche Stücke opföhrt un de Sool denn meist vull is. Door kanns an sehn, dat de Lüe för dat Plattdüütsche jümmer noch wat ober hebbt.

 

Man liekers, use Scholmester Küsel hett Recht hatt, wenn he sik domols um düsse schöne ole Sprook Sorgen mookt hett. Wi mööt er hegen un plege, datt se blieben kann!

 

 

Theaterstücke, die seit 1938 gespielt worden sind

1938                           Morgen geiht los ( F.Lange)

1938/39                      Groode Kinner (F.Lange)

1939/40                      Swarten Mehlbüdel (H.Heitmann)

                                   Konzert in Dippelshagen (J. Andersen)

1940/41                      Naverskinner (F.Lange)

1941                           En gefährlichen Gast (C. Budich)

1946                           Wenn de Brögamm kummt (F. Lange)

                                   Overdübelt (J. Andersen)

                                   Peper un Solt (K. Bunje)

                                   In de groote Welt verbiestert

1947                           Kunzert in Díppelhagen (J. Andersen)

1948                           De erste Gast (H. Behnken)

1948/49                      Sodom un Gomorrha (H. Behnken)

1949                           Dat geiht to wiet (J. Borcherdt)

1950                           Blinne Koh (K. Bunje)

1951                           Spijök (L. Uhlhorn)

1952                           Son Kröt von Deern (H. Balzer)

1953                           De letzte Feriendag (F. Lange)

1954                           In'e Sneer (J. Andersen)

                                   Vulle Pangschon mit Familienansluß (K. B

1954/55                      Revulutschon in Rixdörp (M. König)

1956/57                      Verdreihte Verwandtschupp (E. Asmus)

1957                           Karl Gramlich regeert (J. Exler)

1957/58                      De Drommilionär

1958                           Sien veerte Froo (W. Wroost)

1958/59                      Hexenhoff (J. Exler)

1959/60                      Lieselotte (J. Borcherdt)

1960                           Wer nich will dieken, de mutt wieken

                                   (Erich Rendigs u. Erich Flemming)

1960/61                      Meister Anecker (A. Lähn)

1961/62                      Küselwind (M. Petersen)

1963                           De dree Blindgängers (M. Vitus)

1964                           Musik an'n fröhen Morgen (F. Lange)

1964/65                      Allens verdreiht (F. Lange)

1965/66                      Peper un Solt (K. Bunje)

1966                           Donner un Doria (E. Asmus)

                                   Maandagmorgen (F. Lange)

1966/67                      Petrus gifft Urlaub (F. Wempner)

1967/68                      Son Kröt von Deern (H. Balzer)

1968/69                      Dat Verlegenheitskind (J. Asmussen)

1969/70                      Wehr di Joost (R. Reiner)

1970/71                      Wieverlist geiht över Dübelslist

                                   Mannslüd sünd Dickkööp (F. Lange)

1972                           Appels in Navers Gaarn (W.A. Kreye)

1972/73                      Karl Gramlich regeert (J. Exler)

                                   En Milljonär in't Huus (H.E. Jürgensen)

1973                           Dat bessere Mädchen (J. Borchert)

1974                           Thea Witt maakt nich mit (J. Exler)

                                   Alltomal Sünner (A. Hinrichs)

1974/75                      Junge Deern up'n Hoff (F. Lange)

1975                           Alltomal Sünner (A. Hinrichs)

                                   Dat bessere Mädchen (J. Borcherdt)

1975/76                      Wenn de Brögam kummt (F. Lange)

1977                           Dat Doktorbook (J. Exler)

                                   Fulle Pangschon (K. Bunje)

                                   Morgen geiht los (F.Lange)

1978                           Peerhandel

1979                            Lieselotte (J. Borcherdt)

                                   Donner un Doria (E. Asmus)

1979/80                      Up Düvels Schuvkar (K. Bunje)

1980/81                      Musik an'n fröhen Morgen (F. Lange)

1981                           Naverskinner (F. Lange)

                                   Wer hett de hett (E. Asmus)

1982                           Moral in Müggenhusen (J. Exler)

1982/83                      De Knokenbreker (H. Fellermann)

                                   Hinnerk makt Mobil (C. Woberg)

1983/84                      Fro Piper levt gefährlich (J. Popplewell)

1983                           Ut'n Düvel wart'n Engel (C. Hennings)

1984                           Wiewerlist gei ht över Düvelslist

1985                           Mien Fro hett'n Brögam (K. Harmsen)

1985/86                      Roland schall flegen (H. Gnant)

1986                           Snüifelbetty (K. Meinert)

1986/87                      Fischerstraat 15 (J. Exler)

1987                           Een Joghurt för twee (St. Price)

                                   De ole Kommod (Th. Bernhöfdt)

1988/89                      Un baven wohnt Engel (J. Exler)

1989/90                      Snieder Nön`g (P. Schurek)

1990/91                      För de Katt (A. Hinrichs)

1991/92                      De Mann, de sik nich truut (C. Flatow)

1992/93                      Hier sünd se richtig (M. Camoletti)

1993/94                      Een Schloß in England (M. Brümmer)

1994/95                      Denk di doch wat anners ut (N. Robbins)

1995/96                      To'n Düvel mit den Sex (A. Marriott)

1996/97                      Een Liek för den Senator (R. Cooney)

1997/98                      De schönste Tied vun't Johr (K. Hansen)

1998/99                      Twee Engels (J. Furch)

 

2000                           Een Froo mutt her (E. Hatzelmann)

2001                           Spektakel bi Krüschan (G. Ebner)

2002                           Opa ward verköfft (F. Streicher)

2003                           Koornblomen för den Smuuskater (K. Holsten)

2004                           De vergnögte Tankstell (F. Wempner)

2005                           Willem sien Willen (I. Nicolay)

2006                           Wenn de Hahn kreiht (A.Hinrichs)

2007                           Rund um Kap Horn (F. Wempner)

2008                           Mudder kriggt Zwangsurlaub (U. Gerdes)

2009                           Raphael vör Gericht (H. Helfrich)

2010                           Drievjagd in Knevelsfehn (H. Schmidt)

2011                           Champangner to'n Fröhstück (M. Wempner)

2012                           Mien Mann de fohrt to See (W. Wroost)

2013                           De kerngesunne Kranke (P. Pflug)

                                   Tante Adelheid (D. Adam)

2014                           Sluderkraam in't Treppenhuus (J. Exler)

2015                           Keen Utkamen mit't Inkamen (F. Wempner)

2016                           Piepen för de Peer (J.P. Hahn)

2017                           De Strohmann (R. Reiner)

2018                           Dat Hörrohr (K. Bunte)

2019                           Käte maakt Sluss (R. Wroplewski)

2020                           Keen Tied för Opa (U. Gerdes)

 

 

Spielerinnen und Spieler der Lahauser Bühne seit 1938

Ahrlich, Johann

Becker, Ingo

Biller, Nele

Bischoff, Hermine

Bösche Friedrich

Bösche, Ada

Bösche, Fritz

Bösche, Gesine

Bösche, Mariechen

Bösche,Helmut

Bösche, Rolf

Borstelmann, Ernst

Bothmer, Heiner

Bothmer, Heinrich

Bothmer, Luise

Bothmer, Manfred

Brandt, Jochen

Buldmann, Christa

Cordts, Tobias

Damaschun, Klaus

Daneke, Lisa

Dinter, Lasse

Dunkhase, Gerd

Dunkhase, Insa

Ehlers, Bärbel

Ehlers, Diethelm

Evers, Marlies

Fangmann, Margret

Fellermann, Helmut

Fellermann, Irma

Finkenberg, Else

Finkenberg, Friedrich

Finkenberg, Marianne

Fischer, Otto

Fislage, Petra

Garbs, Carsten

Grabowski, Hanna

Grunemann, Hannelore

Grunemann, Hans-Joachim

Hackbarth, Ebba

Hackmann, Erika

Hackmann, Heinz

Hanewinkel, Hella

Heins, Gitta

Heitmann, Artur

Heitmann, Walter

Heumann, Diedrich

Huber, Rolf

Hübner, Michelle

Hünecke, Gisela

Hurdalek, Lisa

Ibendorf, Rebecca

Kahle, Hermann

 

 

 

 

 

 

Kassens, Jan

Kassens, Nelli

Kattner, Johann

Kattner, Silke

Kehlenbeck, Christa

Kehlenbeck, Ella

Kehlenbeck, Ewald

Kehlenbeck, Silke

Kiel, Heidi

Klattenhoff, Antje

Klebsattel, Kerstin

Kloke, Elke

Kloke, Gabi

Kloke, Joachim

Köhler, Ingeborg

Körte, Manfred

Kossens, Hans

Kriesten, Jochen

Kruppa, Kay

Kruse, Andrea

Küsel, Hans

Küsel, Hermann

Lagemann, Erna

Landsbergf Dora

Landsber9f Hermann

Lankenau, Lisa

Laue, Claudia

Lutz, Marianne

Meiners, Kann

Memon, N31“

Meyer, Gabrıele

Meyer, Ge0f9

Meyer, Inge

Meyer, Johann

Meyer, Karin

Meyer, Karl 

Mindermann, .Corinna

Müller, Christine

Mundt, Marcel

Nolte, Amanda

Nolte, Erich

Nolte, Silke

Nordemann, Elfriede

Nordmann, Marga

Osmers, Annegret

Osmers, Johann

Osterloh, Adolf

Otten, Johann

Paul, Stella

Pawlik, Elfriede

Peters, Ernst

Peters, Stefan

Petersen, Detlev

 

 

Plate, Detlef

Plate, Herta

Plate, Marc

Prehn, Liane

Pünter, Lea_

Reineke, Willa

Renzermann, Petra

Ridder, Karl l

Ridder, Lisa

Rohlfs, Lisa

Sanders, Rainer

Schäfer, Jennifer

Schierenbeck, Heinrich

Scholz, Inge

Schröder, Anne

Schröder, Heinrich

Schröder, Lena

Schumacher, H.

Siemer, Hans

Siemer, Kathrin

Soboll, Heidi 

Specht, Rolf 

Speckmann, Johann

Speckmann, Lena

Speckmann, Tom

Thaden, Karl-Heinz

Thaden, Ute

Thomas, Dorit

Tietjen, Johann

Uhlenkamp, Heidi

Uhlenwinkel, Gesine

Vöge, Werner

Voss, Edith

Voßmeyer, Adolf

Voßmeyer, Fritz

Warnken, Inge

Weckes, Guido

Weerts, Falko

Wetjen, Grete

Wetjen, Hans

Wichmann, Hilde

Wiegand, Edda

Wilkening, Volker

Witt, Peter

Witte, Annelie

Witte, Wilfried

Wittrock, Ernst

Wittrock, Rolf

Wohlers, Angelika

Wohlers, Siegfried

Zottmann, Janine

Zottmann, Julia


Bühnenbo, Snutenwark un Tüdelkroom

Autor nicht bekannt

 

Das beste Theaterstück und die besten Spieler führen nicht zu einem Erfolg, wenn die Mannschaft vor und hinter der Bühne nicht genauso gut ist. Die ersten Kulissenbauer unserer Bühne waren Fritz Bösche und Heinrich (Heini) Bothmer, die dem Bühnenbau bis Anfang der Neunziger Jahre treu geblieben sind. Nach Ende des zweiten Weltkrieges, bereits im Oktober 1945, nahmen sie den Bühnenbau wieder auf, um ein entsprechendes Bühnenbild für das Stück „Wenn de Brögam kummt" zu erstellen.

 

In den Anfangsjahren wurden die Kulissen mit Hammer und langen Nägeln, nach Zimmermannsart, zusammengebaut. Nach dem Abbauen wurden die Nägel natürlich nicht weggeworfen. Heini Bothmer klopfte sie mit dem Hammer gerade, damit sie weiter verwendet werden konnten. Das Hämmern beim Aufbau der Bühne an den einzelnen Spielorten erzeugte einen großen Lärm. Henry Fislage berichtet, dass die Bühne eines Tages im Gasthaus Hollwedel in Barrien aufgebaut wurde. Dort befand sich der Saal im Obergeschoss und darunter der ebenfalls von Hollwedels betriebene Bäckerladen. Bei diesem Bühnenaufbau muss es so laut gewesen sein, dass Frau Hollwedel sich massiv beschwerte, weil sie im Laden nicht mehr verstehen konnte, ob die Leute Brot oder Brötchen bestellt hatten. Ab diesem Tag wurden statt Nägel Schlitz- schrauben verwendet, was nicht unbedingt eine Erleichterung darstellte. Selbst eine langsam laufende Bohrmaschine war hier keine große Hilfe.

 

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Auch der Vorhang benötigte in früheren Zeiten eine besondere Aufmerksamkeit. In den ersten Jahren musste er im Treppenhaus von Heini Bothmer aufgehängt werden, damit er keine Falten oder Knicke erhielt. Später wurde ein Vorhang aus besserem Stoff beschafft, und diese „Aufbewahrungsart” konnte entfallen. In dieser Zeit verfügte die Lahauser Bühne noch über einen „Himmel”, der aus schwarzen und weißen Tüchern gefertigt war. Zum Spannen dieser Tücher wurden von Heini Bothmer extra Bleigewichte gegossen. Also alles noch Handarbeit. Seit 1979/1980 übernahmen Arnold Meyer und Henry Fislage die Regie des Bühnenbaus. Arnold war für die Elektrik und Henry für den Rest verantwortlich. 

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

In dieser Zeit wurden die ersten Mikrofone angeschafft, die über der Bühne montiert werden mussten. Da sich nicht jeder Spieler im Spielfluss direkt unter einem Mikrofon befinden konnte wirkte sich dieses natürlich auf die Übertragungsqualität aus. Aus diesem Grund sind diese Mikrofone später durch Krawattenmikrofone ersetzt worden, die an der Kleidung der Spieler befestigt wur- den. Seit ein paar Jahren werden sogenannte Headsets benutzt. Headset heißt auf hochdeutsch Kopfsprechhörer, oder ins plattdeutsche übersetzt „Koppsnackhörer”. Die Steuerung dieser „Koppsnackhörer" und die Beschallung der jeweiligen Spielorte erfolgt durch Gerd Moos von einem Steuerpult im Zuschauerraum aus.

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Die Bühnenbilder sind in den letzten Jahren immer anspruchsvoller geworden. Bei dem Stück „De Mann, de sik nicht truut” von K. Flatow mussten fünf Bühnenbilder gefertigt werden, die in den Pausen der jeweiligen Vorstellungen zu sage und schreibe 13 unterschiedlichen Bühnendekorationen umgebaut werden mussten. Dazu sagte der 1. Spielleiter Wilfried Witte: „Dieses Stück ist die bisher aufwendigste Produktion der Lahauser Bühne".

Ab Herbst eines jeden Jahres wird immer wieder gesägt, gehämmert, gebohrt, geschliffen, gestrichen und lackiert. Dabei entstanden nicht nur die Kulissenwände, sondern auch Betten, Bänke, Bäume, Kamine, Ziegen, Säulen und sogar Särge. Es wurden meterweise Leinen und Holz und seit einigen Jahren auch Styropor verbraucht. Arnold Meyer baute einen Elektrokasten, mit dem, auch heute noch, alle benötigten Geräusche bei den Aufführungen angesteuert werden können.

 

Bei der Renovierung der Wassermühle im Ortsteil Sudweyhe in 1; den Jahren 1982-1984 konnte durch Henry Fislage ein alter Herd gerettet werden. Dieser fand bei den Vorführungen der Lahauser Bühne bereits mehrfach Verwendung. In einem Stück konnte dieser Herd während der Aufführungen von einem Herd zu einem Kachelofen umfunktioniert werden, indem ihm eine Attrappe übergestülpt wurde. Seit Arnold Alberring das Team der Bühnenbauer verstärkt, können mit seinem Fachverstand als gelernter Tischler und mit seiner professionell eingerichteten Werkstatt Kulissen und Kulissenteile fachmännisch für den Bühnenbetrieb der Lahauser Bühne hergestellt werden.

 

Foto: Wilfried Meyer
Foto: Wilfried Meyer

Henry Fislage fertigte in den letzten Jahren jeweils die Hintergrundbilder, sogenannte Prospekte an. Zuvor wurde von Maler Adolf Heusmann eine Heidelandschaft mit Fachwerkbauernhaus gemalt und der Kunstlehrer Achim Grunemann erstellte für die Lahauser Bühne einen Prospekt mit einem Stadtmotiv. Maler Horst Wegwerth fertigte jeweils einen Hintergrund mit den Motiven der Sudweyher Wassermühle, des Spiekers und einer Lahauser Landschaft an. Als Grundlage für diesen Landschaftsprospekt dienten zwei Fotos, die Henry Fislage dort aufgenommen hatte, wo heute die gestiftete Bank am Jacobspilgerweg in Lahausen steht.

 

Während der langjährigen Geschichte der Lahauser Bühne musste die Lagerung dieser Kulissen mehrfach umziehen. Einige Jahre wurden die Kulissen im Schafstall der Familie Huntemann, die damals das „Lahauser Gasthaus" betrieb, gelagert. Dieses hatte den großen Nachteil, dass die Männer beim Abholen der Kulissen immer Schafsdung unter den Schuhen hatten. Auch werden die Kulissen entsprechend „geduftet” haben, da sich die Schafe naturgemäß im Winter auch im Stall aufhielten. Später wurden die Kulissen in der Scheune von Annemarie Mohrmann und schließlich bis heute im Spieker gelagert. Zum Beginn der Renovierung des Spiekers wurde zunächst nur im Erdgeschoss ein Raum hergerichtet, um dort die Kulissen sauber und trocken lagern zu können.

 

In dieser Zeit wurde der Lahauser Bühne durch die Gemeinde Weyhe ein Raum zum Proben in der Lahauser Schule zur Verfügung gestellt. Als dieser nicht mehr als Übungsraum genutzt werden konnte wurde von der Gemeinde der ehemalige Ölkeller in der Schule hergerichtet um das aktuelle Stück einzuüben und ein neues Bühnenbild zu erstellen. Die Kulissen wurden zur Vorbereitung aus dem Spieker auf den Pedalen von Fahrrädern zur Schule gebracht und dort als Übungsbühne aufgebaut. Zum Transport der fertigen Bühnenbilder benutzte man einen offenen Wagen, der nur mit einer Plane abgedeckt war. Man kann sich noch erinnern, als eines Tages alle Kulissen nach einem Regenschauer feucht waren. Als die Klappen des Wagens geöffnet wurden, kam den Bühnenbauern ein großer Schwall Wasser entgegen.

Im Dezember 2000 wurde der heute noch vorhandene Bühnenwagen, ein alter Bundeswehranhänger, erworben. Aber auch dieser Anhänger kam in der Zwischenzeit in die Jahre. Da ein solch stabiler Anhänger nur noch schwer zu beschaffen ist, entschloss man sich im Jahre 2011 diesen umfangreich zu renovieren. Dabei wurde die gesamte Blechverkleidung entfernt und alle tragenden Teile entrostet, grundiert und mit einem Deckanstrich versehen. Anschließend mussten neue Aluminiumbleche zugeschnitten, gebogen und abgekantet werden. Spezielle Schweißarbeiten übernahm Fritz Biermann.

Werner Vöge versenkte über 900 Poppnieten und für Henry Fislage blieb das Umbördeln der Aluminiumbleche an den beiden Hecktüren. An diesem Großprojekt haben sich außerdem die aktiven Bühnenbauer Arnold Alberring, Gerd Moos, Werner Muffler, Dirk Warneke und Werner Weinast beteiligt und in 371 Arbeitsstunden 251,86 kg Alublech verarbeitet. Alle die, die in den vergangenen 75 Jahren beim Bühnenbau mitgeholfen haben, hier aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Chronik sprengen.

Wenn die Bühne dann aufgebaut ist, kommen die „Feinmotoriker" ins Spiel. Bereits zwei Stunden vor der Aufführung besetzen Edda Fislage und Gertrud Schröder die Kasse. Sie verkaufen die Eintrittskarten und kontrollieren die im Vorverkauf veräußerten Karten und weisen gegebenenfalls die Plätze zu. Auch die Spieler müssen vor der jeweiligen Aufführung her- gerichtet werden. Da muss dann schon einmal jemand älter oder auch jünger gemacht werden. Das „5nutenwark”, also das Pudern, Frisieren und Schminken der Spieler wurde lange Zeit von Irma Fellermann und seit vielen Jahren von Monika Weckes ausgeübt.

 

Eigentlich sollen die Spieler ihren Text ja auswendig können, und zwar so gut, dass sie ihn aufsagen kön-nen, wenn sie in der Nacht geweckt und abgefragt werden. Leider funktioniert dieses nicht immer. Kurz bevor sich der Vorhang öffnet besetzt Heidi Kiel ihren „Kasten”. Sie hilft den Spielern auf die Sprünge, wenn es bei ihnen auf der Bühne einmal haken sollte. Trotz Lampenfieber und Aufregung der Spieler muss auch hinter der Bühne alles in geregelten Bahnen laufen. Zu jedem Theaterstück gehören auch Requisiten, eben „de Tüdelkroom”. Edith Moos sorgt seit Jahren dafür, dass jede Requisite zur rechten Zeit am richtigen Ort ist. Sie legt für jede Szene hinter der Bühne die entsprechenden Requisiten für den einzelnen Spieler an den Ort, wo er sie am besten erreicht. Die Stecknadel, die in der 4. Szene des 3. Aktes benötigt wird, liegt dort wo sie gebraucht wird, genau wie das große Paket, das in der „1. Szene des 2. Aktes" hineingetragen werden muss. Ein Glas Bier muss vorgeschenkt werden, damit es auf der Bühne während des Spielens vollgezapft werden kann  kein Problem, auch diese Aufgabe meistert sie, denn die berühmten sieben Minuten für ein gut gezapftes Bier sind auf der Bühne eben nicht vorhanden. Sie ist der „gute Geist” hinter der Bühne.

 

An den Spielorten, wo ein Schankbetrieb nicht vorhanden ist, soll es natürlich an nichts fehlen. Für diesen Fall verfügt die Lahauser Bühne über einen großen Kreis von fleißigen Helfern, die auch den Verkauf von Kaffee und Kuchen, Sekt, Bier und anderen kühlen Getränken übernehmen. Wenn die jeweilige Vorstellung dann be- reits begonnen hat, sind sie immer noch fleißig, sie räumen auf, waschen ab und bereiten schon einmal alles vor, damit die Zuschauer auch in den Pausen über ein reichhaltiges Angebot in angenehmer Atmosphäre verfü- gen können. Bei der Lahauser Bühne wird somit für Leib und Seele gesorgt.

  


Foto: Wilfried Meyer / Ehrung: Inge Weinast, Wilfried und Anneli Witte, Heinz Diekmann (Landesverband Deutscher Amateurtheater, Bremen)
Foto: Wilfried Meyer / Ehrung: Inge Weinast, Wilfried und Anneli Witte, Heinz Diekmann (Landesverband Deutscher Amateurtheater, Bremen)
Foto: Wilfried Meyer / Kreisheimatbund: KHB-Regionalvorsitzende Viola Dahnken, Annelie Witte, KHB-Vorstandsvertreter Hubert Fronzek
Foto: Wilfried Meyer / Kreisheimatbund: KHB-Regionalvorsitzende Viola Dahnken, Annelie Witte, KHB-Vorstandsvertreter Hubert Fronzek