Freizeit

Heinz Tödtmann

Juli 2026

Freizeit

Stammtisch

Ein Stammtisch ist sowohl eine Gruppe von mehreren Personen, die sich regelmäßig in einem Lokal trifft, als auch der meist größere, runde Tisch, um den sich diese Gruppe versammelt. Im Mittelpunkt dieser Stammtischrunden stehen oft das gesellige Zusammensein, Kartenspiel und politische oder sonstige Diskussionen. Dem Stammtisch wird oft eine vereinfachende, undifferenzierte Argumentationsweise unterstellt, für die sich Begriffe wie Stammtischparole, Stammtischpolitik und Stammtischniveau etabliert haben, die metaphorisch auch für politische und gesellschaftliche Diskussionen außerhalb realer Stammtische verwendet werden.Am Stammtisch in der „Post“ zu Mittenwald (1888)

Vor allem in ländlichen Regionen und kleinen Gemeinden war die Zugehörigkeit zum Stammtisch an einen höheren Sozialstatus gebunden. So setzte sich ein Dorfstammtisch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem aus örtlichen Honoratioren wie dem Bürgermeister, Arzt, Apotheker, Lehrer, Förster oder wohlhabenden Bauern zusammen. Die Einladung an einen Ortsfremden, am Stammtisch Platz zu nehmen, galt als nicht selbstverständliche Wertschätzung. Ähnliches galt für die zumeist in Kaffeehäusern etablierten Stammtische von Literaten und bildenden Künstlern.

Im iberischen Sprachraum (Spanien, Portugal, Lateinamerika und Brasilien) hat sich dies in den dortigen Tertulias von Künstlern und Intellektuellen bis heute erhalten. In Großbritannien und Irland erfüllten viele Pubs die Funktion der Abtrennung von den übrigen Gästen in Form von privaten Hinterzimmern, falls es keine Eingangskontrolle für das gesamte Lokal gab.

Gegenwärtige Bedeutung

 

 

Heute kann ein Stammtisch im weiteren Sinne ein Treffen von Gleichgesinnten mit oder ohne politischem Bezug sein.

Geschichte

Vergangenheit

Am Stammtisch in der „Post“ zu Mittenwald (1888)

Vor allem in ländlichen Regionen und kleinen Gemeinden war die Zugehörigkeit zum Stammtisch an einen höheren Sozialstatus gebunden. So setzte sich ein Dorfstammtisch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem aus örtlichen Honoratioren wie dem Bürgermeister, Arzt, Apotheker, Lehrer, Förster oder wohlhabenden Bauern zusammen. Die Einladung an einen Ortsfremden, am Stammtisch Platz zu nehmen, galt als nicht selbstverständliche Wertschätzung. Ähnliches galt für die zumeist in Kaffeehäusern etablierten Stammtische von Literaten und bildenden Künstlern.

Im iberischen Sprachraum (Spanien, Portugal, Lateinamerika und Brasilien) hat sich dies in den dortigen Tertulias von Künstlern und Intellektuellen bis heute erhalten. In Großbritannien und Irland erfüllten viele Pubs die Funktion der Abtrennung von den übrigen Gästen in Form von privaten Hinterzimmern, falls es keine Eingangskontrolle für das gesamte Lokal gab.

Gegenwärtige Bedeutung

Heute sind viele Stammtische nicht mehr an einen Sozialstatus gebunden. Bei heutigen Stammtischen steht vor allem die Zusammengehörigkeit, Vertrautheit und das Ausleben gemeinsamer Interessen und Passionen im Vordergrund. Dies zeigt sich auch in neuen Formaten, die dem des Stammtisches zugeordnet werden. Darunter „Meetups“, „Lean-Coffees“, aber auch Club-Abende von Vereinen oder im Umfeld von Kindern Mütter-, Väter- und Elterncafés.[1]

 

 

Soziokulturelle Aspekte

Heute sind viele Stammtische nicht mehr an einen Sozialstatus gebunden. Bei heutigen Stammtischen steht vor allem die Zusammengehörigkeit, Vertrautheit und das Ausleben gemeinsamer Interessen und Passionen im Vordergrund. Dies zeigt sich auch in neuen Formaten, die dem des Stammtisches zugeordnet werden. Darunter „Meetups“, „Lean-Coffees“, aber auch Club-Abende von Vereinen oder im Umfeld von Kindern Mütter-, Väter- und Elterncafés.[1]

  • Schatten

 

Festtage

  • Weihnachten
  • Neujahr
  • Ostern
  • Pfingsten

 

Freizeit

  • Kartenspiel
  • Schützenfest

 

Ein Schützenfest ist ein Volksfest, das sich aus dem regelmäßigen Treffen von Schützenbruderschaften bzw. Schützenvereinen herleitet. Im Verlauf des Festes wird in der Regel in einem Schießwettbewerb der beste Schütze (Schützenkönig) oder die beste Schützin (Schützenkönigin) bestimmt. Einige lokale Bräuche ermitteln ihn bzw. sie auch durch andere Wettbewerbe, wie Ringstechen, Vogelschießen, Scheibenschießen oder das Schießen mit Pfeil und Bogen.

Geschichte

Konstanzer Schützenfest 1458

Im Mittelalter mussten sich einige Städte noch selbst vor Plündererbanden schützen. Aus diesem Grund wurden Vereine gegründet, die einer Bürgerwehr ähnelten. Mit dem von König Heinrich I. im Jahr 924 erlassenen Gesetz 

 

 

 

 

zur Wehrverfassung der Städte wurden diese Bürgerwehren, zumindest was Siedlungen mit Stadtrecht betrifft, dann erstmals auch sanktioniert und offizieller Teil der Stadtverteidigung. Im Zusammenhang mit den Übungen und den Musterungen der Aufgebote der Städte wurden Feierlichkeiten, verbunden mit Umzügen, veranstaltet. Zu diesen Schützenhöfen wurden auch Teilnehmer aus befreundeten Gemeinden und teilweise auch die feudalen Stadtoberhäupter eingeladen. Der selbstbewusste Charakter dieser Veranstaltungen der Bürger wurde aber nicht zu allen Zeiten von der Obrigkeit gebilligt. Daher entwickelten sich regional sehr unterschiedliche Traditionen. Die militärische Bedeutung dieser Einrichtungen nahm über die Jahrhunderte ab und wurde mit dem Aufstellen regulärer Truppen und Garnisonen zur Landesverteidigung bedeutungslos. Die Schützenfeste und Schützenvereine blieben als heimatliche Tradition und regionale Brauchtumspflege.

Im Gegensatz dazu haben Schützenfeste in der militärischen Miliztradition der Schweiz (ohne stehendes Heer) ihren Wehrcharakter weitgehend behalten. Sie haben auch eine wichtige Rolle für den Zusammenhalt der verschiedenen Sprachregionen gespielt, insbesondere die Eidgenössischen Schützenfeste in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bis heute spielt das Militär mit Finanzierungsbeihilfen eine wichtige Rolle. Die Teilnahme am jährlich durchgeführten Eidgenössischen Feldschiessen ist kostenlos. Es wurde insbesondere gegründet, um die Treffsicherheit der Wehrmänner zu verbessern. Bis 1996 musste jeder Armeeangehörige in einem der Schützenvereine der Schweiz Mitglied werden und das „obligatorische Programm“ absolvieren. Bei den seither verbliebenen Mitgliedern stehen die Tradition, Kameradschaft und die sportliche Herausforderung im Vordergrund.

Die Bräuche um das Schützenfest werden vor allem in Bayern und Niedersachsen, aber auch am Niederrhein, Mittelrhein und in Westfalen (insbesondere im Sauerland mit dem Dachverband Sauerländer Schützenbund und dem angrenzenden Siegen-Wittgenstein), sowie der Hellwegbörden mit Schützenumzügen gepflegt. An die alte Tradition wird seit der deutschen Wiedervereinigung auch in Ostdeutschland wieder angeknüpft. Die mit den Schützenfesten verbundenen Traditionen können regional sehr unterschiedlich sein.

Das Bremer Schützen- und Volksfest zu Oberneuland (1846, Holzstich-Illustration aus der Illustrirten Zeitung)

Zu diesen regionalen Traditionen gehört unter anderem der „Fahnenschlag“ (ein spezielles Fahnenschwenken). Es symbolisiert die Fesselung des heiligen St. Sebastianus, des Schutzpatrons der Jungschützen. Der Fahnenschlag und auch das Fahnenschwenken werden nach festgelegten Regeln durchgeführt, welche in der Bundesfahnenschwenkerordnung festgelegt sind, sodass auf Wettbewerben Schiedsrichter die Darbietungen auch bewerten können.

Schützenfeste können von einem bis zu mehreren Tagen dauern und von unterschiedlichen Beiprogrammen begleitet sein. Sie finden oft in einem Festsaal der lokalen Gastwirtschaft oder in einem eigens aufgebauten Festzelt statt. Im Sauerland, im angrenzenden Kreis Siegen-Wittgenstein und in den östlichen Hellwegbörden (dort insbesondere Soester und Geseker Börde) haben die meisten Orte eine eigene Schützenhalle, die unter anderem für die Schützenfeste und -bälle genutzt wird. Viele Schützenfeste beginnen mit einem festlichen Umzug, bei dem der amtierende Schützenkönig mit seinem Hofstaat, von seinen Vereinsmitgliedern abgeholt, mit Musik durch den Ort zum Schützenplatz oder Festzelt marschiert oder kutschiert wird. Rund um das Festzelt wird oft ein Jahrmarkt oder eine Kirmes errichtet.

Schützenfeste in Deutschland

Historische Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1898 für ein Schützenfest in Uetersen

Einige Schützenfeste berufen sich auf das sogenannte Freischießen, bei dem sich der beste Schütze der Sage nach für ein Jahr von seinen Steuerabgaben freischießen konnte. Auch wenn die Feste noch hier und da als Freischießen bezeichnet werden, ist heute mit der Königswürde keine Steuerbefreiung verbunden.

Das frühest belegte Schützenfest auf bayerischem Boden fand im Jahr 1427 in München statt. Bei diesem „Hosenschießen“ wurde mit Büchsen und Armbrüsten geschossen, um einen der 15 Preise zu erwerben: 15 Paar Hosen.[1] Für die Stadt Würzburg ist ein Freischießen mit der Handbüchse etwa am Samstag Bartholomäi, dem 24. August 1480, belegt. An dieser dreitägigen Veranstaltung hatten 169 Schützen teilgenommen.[2]

In Uelzen wird alle fünf Jahre das „Grenzbeziehen“ begangen (Schnadegang). Dort kontrollieren seit dem Mittelalter die Schützen, ob die Grenzmarken der städtischen Ländereien noch an ihrem alten Platz sind.

Beim Vogelschießen wird auf eine aus Holz gebaute Vogelattrappe geschossen. Derjenige, der die letzten Reste von der Vogelstange holt, ist der Schützenkönig. Beim Adlerschießen (zum Beispiel am Ravensburger Rutenfest) wird auf einen hölzernen Reichsadler geschossen, dessen Insignien und Federn einzeln abgeschossen werden können; Schützenkönig ist hier der Schütze des Reichsapfels. Es gibt allerlei Tiermotive bei Schützenfesten, so wird zum Beispiel beim historischen Schützenfest in Biberach an der Riß (Biberacher Schützenfest) auf einen Biber geziel

 

 

  • Festumzug
  • Erntefest
  • Kranzbinden
  • Kohl- und Pinkelessen

 

Todesfall

  • Aufbahrung
  • Trauerfeier
  • Nach der Beerdugung