Heinz Tödtmann
Juli 2026
Ostern
Viele Wochen vor Ostern sammelt man Busch, Gestrüpp und Reisig für den Osterbulten. Am Sonnabend vor Ostern wurde der Osterbulten aufgeschichtet und am Ostertag nach Einbruch der Dunkelheit angezündet. Schweigend Umstanden die Zuschauer das prasselnde Feuer, häufig in Begleitung alkoholischer Getränke. Eine besondere Art des Osterfeuers ist das Feuerrad. Dazu wird ein mannshohes Rad von der Größe eine Rhönrades mit Stroh an den Seiten gestopft. Wichtig dabei ist eine Mindestbreite des Rades um ein sicheres Abrollen sicherzustellen, Bei Dunkelheit das Stroh entzündet und die Räder, einen Hügel hinuntergerollt. So geschieht das beispielsweise regelmäßig in Weyhe auf dem Hügel des Mühlenkampgeländes. Natürlich unter Aufsicht der Feuerwehr, Mit diesem Brauch soll der Winter vertrieben werden. Begleitet wird das Abrollen der Räder zeitgemäß mit Bratwurst, Bier, Musik und Scheiterhaufen.
Quelle; Hans Peters: Altes Handwerk - Bäuerliches Brauchtum
Pfingsten
Freundschaften unter jungen Leuten, die sich in den Spinnstuben gebildet hatten, sollten auch zu Pfingsten ihren Ausdruck finden. Und so hat so manchen Mädchen davon geträumt, dass die Burschen für sie einen Maibaum pflanzen. In der Nacht vor Pfingsten werden die Maibäume (Birken) geschlagen und vor die Kammerfenster der jeweils Angebeteten aufgestellt. Dann wurde an das Kammerfenster geklopft und Fröhliche Pfingsten gewünscht. Ob die Fenster geöffnet wurden, ist nicht nachgewiesen. Wichtig war, dass die Maibäume gestohlen sein mussten, weil sie sonst kein Glück brachten. Mit dem Gesang "Der Mai ist gekommen" zogen die Burschen dann weiter. Auf dem Dorfplatz wurde am Pfingstmorgen ein Pfingstbaum aufgestellt. Dazu wurde eine möglichst gerade gewachsene Kiefer entästet, abgeborkt und am oberen Ende ein großer, schöner Birkenbaum befestigt. Dann wurde ein entsprechend tiefes Loch gegraben und mit Leitern und Stangen der Pfingstbaum aufgerichtet. Auch die Häuser wurden mit frischem Birkengrün geschmückt, besonders die Neddendöör der Bauernhäuser erhielten diesen Schmuck.
"Wenn Pingsten is, wenn Pingsten is,
denn slacht min Vadder den Bock,
denn danzt min Mudder,
denn danzt min Mudder,
denn waiht de roe Rock."
Quelle; Hans Peters: Altes Handwerk - Bäuerliches Brauchtum
Bei der Windmühle stehen die Flügel am Pfingstmorhen in der Schere und an den beiden hochragenden Flügeln sind an ihrer Spitze je ein Birkenbusch befestigt. Am zweiten Pfingsttag wird getanzt: