Gemeinde Erichshof

Kommunale Selbstverwaltung

Hermann Greve

 

Seit 1790 bildeten die nunmehr 40 Gehöfte "Colonie Erichshof", das sogar eine eigene Schule erhielt und bin 1928 als selbständige Landgemeinde Bestand hatte. Eine Gemeindevertretung heutiger Prägung gab es bis 1852 nicht. Der sogenannte Bauermeister (nicht Bauernmeister) und die beiden Dorfgeschworenen (sie sind seit 1816 nachgewiesen) vertraten zwar die Interessen ihrer Dorfgemeinschaft, wurden jedoch von den staatlichen Organen im Wesentlichen als Erfüllungsgehilfen betrachtet. Eine ihrer zentralen Aufgaben war die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung. Bauermeister und Dorfgeschworene standen unter der Aufsicht der Syker Amtsverwaltung und des in der Vogtei Brinkum (Kirchspiele Brinkum und Leeste) tätigen Amtsvogtes, der wiederum als verlängerter Arm der Syke Staatsdiener fungierte. 

 

[...] Die März-Revolution des Jahres 1848 verschaffte den Kommunen im damaligen Königreich Hannover neue Selbstverwaltungs- und Mitwirkungsrechte. Mit einem Ausschreiben vom 23. Mai informierte die Landesdrostei Hannover die Syker Amtsverwaltung, das Innenministerium habe infolge eines Antrags der allgemeinen Ständeversammlung beschlossen, "den Landgemeinden eine gewisse Vertretung und Mitwirkung bei der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten schon gegenwärtig einzuräumen", um die Gemeinden "auf eine größere Selbständigkeit und eine umfassendere Wirksamkeit vorzubereiten". Künftig sollten die Bauermeister zu den allmonatlich stattfindenden Amtsberatungen hinzugezogen werden. Am 1. Juli 1848 trafen in Syke 25 Bauerschaftsvertreter zu einer gemeinsamen Sitzung des Fleckens Syke zusammen. Die "Amtsversamm-lungen" wurden zu einer festen Einrichtung und überdauerten das Revolutionsjahr 1848.

 

[...] Am 4. mai 1852 wurde im Königreich Hannover das "Gesetz, die Landgemeinden betreffend" erlassen. Aus den Bauermeistern wurden "Gemeindevorsteher" mit größeren Kompetenzen, gewählt von den stimm-berechtigten Grundeigentümern und selbständigen Haushaltsvorständen. Aus den Dorfgeschworenen wurde Beigeordnete. Allerdings konnten die gewählten Gemeindevorsteher und Beigeordneten nur dann ihr Amt antreten, wenn die zuständige staatliche Behörde grünes Licht für die Amtseinsetzung gegeben hatte.

 

[...] Dem Landgemeindegesetz von 1852 folgte am 28. April 1859 eine Neufassung. die auch nach 1866, als Preußen das Königreich Hannover annektierte, Gültigkeit behalten sollte. Ein aktives und passives Wahlrecht, das die Frauen, das Dienstpersonal und die als landwirtschaftliche Arbeitshilfen tätigen Häusler einschloss, war in beiden Gesetzen nicht vorgesehen. Die tonangebenden konservativen Kreise im Königreich Hannover wollten sicherstellen, dass die besitzlosen Schichten keine politischen Mitbestimmungsrechte  auf kommunaler Ebene erhielten. Hannover war ein Agrarland, in dem der bäuerliche Mittelstand als Garant staatlicher Ordnung betrachtet wurde. 

 

[...] In Erichshof gestalteten sich die Dinge [...] einfacherf. Hier gab es nur Kleinbauern und Gewerbetreibende mit durchweg bescheidenem Einkommen. Demzufolge verfügte jeder Haushaltsvorstand, sofern er Hofbesitzer oder selbständig war, über eine Stimme. Stand eine Frau, z.B. als Witwe, ihrem Hof oder ihrem Gewerbebetrieb vor, nahm - wie überall - ein männlicher Vertreter ihr Stimmrecht wahr. In Erichshof agierte übrigens bis 1918 auch kein Gemeindeausschuss. Gab es etwas zu entscheiden, wurden Gemeindeversammlungen einberufen, die unter Leitung des Vorstehers und zumeist auch in Anwesenheit des einzigen Beigeordneten stattfanden.
[...] Die Gemeindevorsteher wurden für jeweils 6 jahre in ihr Amt gewählt. Von Anfang 1875 bis zur Jahreswende 1880/81 fungierte Carsten Block, Carl (Karl) Blocks Vater, als Gemeindevorsteher in Erichshof. Ihm folgte 1881 der Zimmermeister Gerd Dunkhase, der bis zu seinem Tod am 9. September 1913 amtierte und als "eifriger Anhänger der Welfenpartei" (Brinkumer Zeitung v. 11.09.1913) galt. Wieder und wieder war seine Dienstzeit durch Beschluss der Gemeindeversammlung verlängert worden. Niemand hatte 1913 mit dem Tod des 73-jährigen gerechnet. "Der sonst sehr rüstige Mann", berichtete die Syker Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11. September 1913. "wurde am Montag abend von einem leichten Unwohlsein befallen, das ihn aber nicht hinderte, gestern morgen eine Wagenfahrt nach Syke zu unternehmen, von der er seines schlechten Befindens wegen doch wieder umkehren mußte. Gleich nachdem er zu Hause angekommen war, ereilte ihn bereits der Tod". Ein schwerer Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. "Er war ein hochgeachteter Mann, der allseitiges Vertrauen in seiner Gemeinde und weit darüber hinaus genoß", heißt es im Nachruf der "Syker Zeitung". "Davon zeugen auch die verschiedenen Ehrenämter, die er bekleidete. Gemeindevorsteher Dunkhase war seit 1888 bis jetzt ununterbrochen Mitglied des Kreisausschusses des Kreises Syke, von1885 bis einschließlich 1893 und dann von 1900 bis 1905 Mitglied des Kreistages, ferner war er Mitglied verschiedener Kreiskommissionen und gehörte auch dem Sparkassenvorstande der Syker Amtssparkasse an". Auch in seinem Hauptberuf  hatte sich der Zimmermeister einen Namen gemacht. 
[...] Gerd Dunkhase dürfte als Meinungsführer die politische Willensbildung maßgeblich beeinflusst haben. Die kleine Gemeinde war eine Hochburg der Welfen, der Deutschhannoverschen Partei, die sich 1866 als Protestpartei gegen die preußische Annexion des Königreichs Hannover gebildet hatte. Christich-konvervativ mit fast ausnahmslos protestantischer Anhängerschaft forderte sie die Wiederherstellung der welfischen Monarchie unter dem Dach des 1871 gegründeten Deutschen Reiches.
 
[...] Mit überwiegender Mehrheit stimmten die Erichshofer anlässlich der Reichsttagswahl im Februar 1887 für ihren Kandidaten der Welfen, v. Arnswaldt, auf den 66 von71 abgegebenen Stimmen entfielen. Die Reichstagswahlen fußten nicht auf dem Mehrklassenwahlrecht. Alle männlichen Reichsangehörigen vom vollendeten 25. Lebensjahr an (Beginn der Völljährigkeit) durften wählen. Ausgenommen blieben Soldaten aller Dienstgrade im aktiven Dienst sowie Personen, die unter Vormundschaft standen, sich im Konkurs befanden, Armenunterstützung bezogen und nicht mindestens drei Jahre an einem Ort ansässig gewesen waren.
[...] Erichshof präsentierte sich nicht nur als Welfenhochburg, wie in der Nachbargemeinde Leeste erzielten auch die Sozialdemokraten bei den Reichstagswahlen hohe Stimmenanteile, die in den meisten Gemeinden nicht annähernd erreicht wurden.
[...] Die Dienstgeschäft des verstorbenen Erichshofer Gemeindevorstehers nahm seit dem 9. September 1913 der Beigeordnete Troue wahr. Unter seiner Leitung  fand im Herbst 1913 eine Gemeindeversammlung statt, in der Gerd Dunkhases Sohn Karl Dunkhase (Zimmermeister und Architekt) zum neuen Gemeindevorsteher gewählt wurde. Der Landrat des Kreises Syke , Dr. Franz Hermann Reschke, versagte jedoch die Bestätigung der Wahl. In Erichshof war die Mehrheit der Stimmberechtigten nicht bereit, diese Entscheidung hinzunehmen. In einer am 30. Dezember 1913 anberaumten Gemeindeversammlung wurde beschlossen, Beschwerde beim Bezirksausschuss einzulegen. Der wies die Eingabe im März 1914 zurück, woraufhin am 26. Juli 1914 erneut eine Gemeindeversammlung einberufen werden mußte, um die Vorsteherwahl zu wiederholen.
[...] Inzwischen war der am 1. April 1914 pensionierte Gendarmeriewachtmeister Heinrich Friedrich August Herbst zum kommissarischen Gemeindevorsteher bestellt worden - mit Wirkung vom 1. Juli 1914. Der Ex-Gendarm hatte von1891 bis 1909 in Kirchweyhe, später in Kirchdorf bei Sulingen Dienst getan und lebte sei Kurzem mit Ehefrau Anna in Leeste. Er leitete die Gemeindevorsteherwahl am 26. Jiuli 1914, an der 59 der insgesamt 79 stimmberechtigten Gemeindemitglieder teilnahmen. "Die heutige Wahl", protokollierte Herbst, "erfolgt auf die Zeit vom 1. Juli 1914 bis 30. Juni 1920
[...] Die Vergütung des Gemeindevorstehers einschl. des Ersatzes für seine baren Portoauslagen wird festgesetzt auf jährlich 400 M".Zum Vergleich: Ein erwachsener männlicher Tagelöhner erhielt 2,50 M pro Tag, konnte also pro Jahr unter günstigen Bedingungen das Doppelte verdienen. Doch der Erichshofer Gemeindevorsteher war nicht hauptamtlich tätig. Auch als Standesbeamter mußte er nicht aktiv werden; das war Aufgabe seines Leester Kollegen, zu dessen Standesamtsbezirk das damals gut 400 Einwohner zählende Erichshof  gehörte.
[...] Sechs Kandidaten, unter ihnen wiederum Karl Dunkhase, erwarteten im Juli 1914 das Votum ihrer Mitbürger. Doch im ersten Wahlgang zeichnete sich keine absolute Mehrheit ab. Im zweiten Wahlgang konnte sich Karl Block behaupten, der die Anbauerstelle Erichshof Nr. 67 gegründet hatte.
[...] Karl Block wurde von Syker Landrat in seinem Amt bestätigt. Er trat den Dienst in schwerer Zeit an. Nur wenige Tage nach seiner Wahl brach der erste Weltkrieg aus. Eine Fülle kriegswichtiger Aufgaben waren zu bewältigen. Immer neue, immer umfassendere Maßnahmen zur Zwangsbewirtschaftung wurden ergriffen, die zum Teil über das Kriegsende hinaus bestehen blieben und nur zögerlich abgebaut wurden. Sehr viele Sympathiepunkte konntee ein Gemeindevorsteher als Befehlsempfänger der Reichsbehörden  unter solchen Umständen nicht sammeln. Ein Leserbrief, 1932 in der "Syker Zeitung" abgedruckt, macht dies deutlich. Zitat: "Daß die Kriegsjahre und Nachkriegszeit für manchen Kommunalverwalter nicht dazu angetan waren, sich beliebt zu machen, wiß wohl jeder [...] Daß dem einen oder anderen manches Mal auch der Unwille oder sogar Ärger aufstieg, war zu begreiflich...." 
[...] An der sogenannten Heimatfront rächte sich schnell, dass Deutschland sich nicht auf eine längere Kriegsdauer eingestellt und stattdessen von Blitzsiegen geträumt hatte. Weihnachten, so hatte man in allen europäischen Hauptstädten geglaubt, oder doch zumindest herumposaunt, würden die Soldaten wieder zu Hause sein. In puncto Lebensmittelversorgung wurden schwere Planungsfehler begangen, unter anderem der "Schweinemord". Da Deutschland durch den Krieg gegen Russland von wichtigen Futtelmittelimporten abgeschnitten wurde, entschied sich die Regierung 1915, die Schweinebestände durch Massenschlachtungen stark dezimieren zu lassen. Natürlich auch in Erichshof, dessen Einwohner von dem Schweinemastboom der Vorkriegsjahre, die den Kreis Syke durch die Nähe zu Bremen ganz besonders erfasst hatte, profitieren. Die Einführung von Mahl- und Brotkarten hatte zur Folge, daß bald große Futtermittelknappheit eintrat, insbsondere, da hiesige große Schweinemastanstalteen bisher fast ganz auf das Verfüttern fremder, ausländischer Gerste angewiesen waren. Die Folge war, daß die meisten Mastschweine schnell zum Markt gebracht werden mußten, die Preise fielen, die Ställe wurden mit großen Verlusten geräumt.... Nun zeigte sich bald Mangel an Schweineschmalz, Speck und Schweinefleisch", berichtet der Leiter der Volksschule Barrien.
Ein anderes Beispeil: Die Landwirte waren nach der Kartoffelernst des Jahres 1916 zur Ablieferung großer Kartoffelmengen verpflichtet worden, doch die Sammelstellen waren auf die Lagerung nicht vorbereitet, so daß ein großer Teil durch Frosteinwirkung verdarb. Eine enorme Kartoffelknappheit trat ein. Die Folge war der berüchtigte Steckrübenwinter, der nicht nur den Städten die Lust auf die orangefarbene Feldfrucht austrieb.
Das Zwangskorsett der Kriegswirtschaft, in der die Landwirte steckten, wurde enger und enger geschnürt. Zwangsablieferungen von Feldfrüchten, Eiern, Milch, Vieh, Heu und Stroh, ständige Kontrollen, immer neue Viehzählungen machten den Erichshofern das Leben schwer. Seit 1917 mußte die Milch nahezu vollständig an Molkereien abgegeben werden, nur ein Viertel Liter pro Kopf und Tag durften die Produzenten zurückbehalten. Selbstbuttern war untersagt, Zentrifugen wurden verplombt, die Molkereien durften 1918 pro Person und Woche nur noch 100 g Butter zurückliefern.Schwarzbuttern, Schwarzschlachten und das Zurückhalten von Agrarprodukten für die Eigenversorgung waren die Gegenreaktion der Betroffenen.
[...] Neben der Zwangswirtschaft plagten ständige Altmaterial-, Spenden- und Goldsammlungen die Bevölkerung. Sie sollten Deutschland dem Sieg näherbringen. Ebenso die säter wertlosen Kriegsanleihen. Acht waren es insgesamt. Mit ihrer Hilfe wurden nicht selten die letzten Geldreserven aus der Bevölkerung herausgepresst. Allein durch die vierte und fünfte Kriegsanleihe kamen im Altkreis Syke insgesamt 14,6 Millionen Goldmark zusammen. Die Propagandatrommler machten selbst vor den Schulklassen nicht halt, Beträge zwischen 5 und 200 Mark pro Anleihe wurden von den Erichshofer Schulkindern gezeichnet - Geld, das der unsäglichen Verlängerung des Krieges diente. Der versprochene und erhoffte Sieg blieb dennoch aus. Was heute kaum mehr bekannt ist: Trotz aller Versuche, die Lebensmittelversorgung Deutschlands in gelenkten Bahnen zu halten, gelang es der Reichsregierung nicht, den Tod von mindestens 700.000 Frauen, Kinder und Männern zu verhindern, die ihre Leben während des ersten Weltkrieges  infolge von Hunger und mangelhafter Ernährung verloren.
Nach der Novemberrevolution von 1918 wurde das Mehrklassenwahlrecht abgeschafft und das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für Männer und Frauen (ab 21 J.) eingeführt, das sich auf alle politischen Wahlen erstreckte. In Erichshof nahm im Verlauf des Jahres 1919 ein gewählter Gemeindeausschuss seine Arbeit auf. Diesem gehörten außer dem Gemeindevorsteher und einem Beigeordneten fünf Mitglieder an, unter ihnen Karl Dunkhase, dessen Wahl zum Gemeindevorsteher 1913 nicht bestätigt worden war.
[...] Karl Blocks Dienstzeit endete nicht, wie zu Beginn seiner Amtsperiode vorgesehen am 1. Juli 1920, sonder bereits im Spätherbst 1919. Über die Gründe geben die Akten der Gemeindeverwaltung Erichshof keine Auskunft. Karl Block zog sich offenbar aus dem politischen Leben zurück. [...] Er starb am 13. Februar 1919 im Alter von knapp 61 Jahren nach einem Schlaganfall.

Kommunale Selbstverwaltung

 

Vor der Reform 1852 sind die Möglichkeiten kommunaler Selbstverwaltung noch sehr beschränkt. Die Hofbesitzer wählen zwar ihren sogenannten Bauermeister und die Geschworenen, diese sind aber vornehmlich Befehlsempfänger des Amtes Syke. Sie verwalten das Vermögen der Bauerschaft und nehmen die Polizeifunktion wahr. 

 

Zu den Aufgaben gehört auch die Verwaltung des Armenwesens. Noch vor 1842 wird in Erichshof ein Armenhaus eingerichtet, das von 3 Männern zum Teil mit Familie bewohnt wird, vorher sind die Armen bei einem Bauern gegen Miete untergebracht.

 

1. Bauermeister/ab 1852 Gemeindevorsteher

 

09.10.1790 -            Specketer, Johann Hinrich

                        1790 aus Syke, siedelt sich als Erbzinsmann und Tagelöhner mit Frau und 2 Kindern an

                        1790 ist er 32 Jahre alt und besitzt die Erbenzinsstelle Nr. 36 (Plan 1790: Nr. 26)

 

um 1810                 Kemna, Gerd

                        1790 als Gerke Kemmenau,

                        1801 als Gerd Kemnau aufgeführt,

                        kommt aus Kirchweyhe, wo er bis 1777 mit Frau und vier Kindern als Häusler gelebt hat.

                        1790 ist er 42 Jahre alt und besitzt die Erbenzinsstelle Nr. 22 (Plan 1790: Nr. 11)

 

1817-1829               Albert, Eggers

                           Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 36 (Plan 1790: 26),

                           die noch 1801 der erste Bauermeister Johann Hinrich Specketer besessen hat.

 

07.11.1829-1837         Warneke, Albert

                        1831"Interimswirth auf der Hünekeschen Erbenzinsstelle Nr. 31 (Plan 1790: Nr. 21)

 

29.04.1837-1874         Meier, Gerke

                         Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 39 (Plan 1790: Nr.29)

 

08.11.1874-1881         Block, Carsten

                        Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 1 

 

vor 1883-09.09.1913     Dunkhase, Gerd

                        (Bremer Straßé 17-alte Hausnummer), Anhänger der Welfenpartei,

                         Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses des Kreises Syke,

                        Bauunternehmer

 

1913-1914               Herbst, Heinrich Friedrich August, Wachtmeister

                        (kommissarisch eingesetzt, da der im Oktober 1913 von den Erichshofern gewählte

                        Gemeindevorsteher Carl Dunkhase, ein Sohn des verstorbenen Vorstehers, politisch

                        unerwünscht war. Syker Zeitung vom 17. Juli 1914:

"Dem Gendarmeriewachtmeister a.D. Herbst in Leeste ist seitens des Herrn Landrats in Syke die kommissiarische Verwaltung des Gemeindevorsteheramtes in unserer Gemeinde vom 16. ds. Monats an übertragen worden. Die kommissarische Leitung soll so lange dauern, bis die Gemeinde eine gesetzlich befähigte Person zum Gemeindevorsteher wählt." 

 

                        Das Gemeindebüro ist in dieser Zeit die Gaststätte Böttcher an der Erichshofer Straße.                          Vorher und auch später dient das Wohnhaus des jeweiligen Vorstehers als Büro.

 

1914-1922               Block, Karl

                        Landwirt, Kalberkamp

                        Sohn des Erbzinsmannes Carsten Block, geb. auf dem elterlichen Gehöft Erichshof Nr.1                            (heute Zum Kalberkamp 1) Er ist zwar bis 1922 gewählt, seine Dienstzeit endet aber

                        bereits 1919, wahrscheinlich aus gesundheitlichen Gründen, er stirbt am 13. Februar

                        1919 im Alter von nur 61 Jahren nach einem Schlaganfall.

 

1922-1928               Troue, August

                        Landwirt, seit 1922 auch Geschäftsführer der 1919 gegründeten Landwirtschaftlichen                              Ein- und Verkaufsgenossenschaft Erichshof, gewählt wird er bereits 1919, nachdem Karl

                        Block zurückgetreten ist.

Geschworene/ab 1852 Beigeordnete

1816-1829 (?)              Kemna, Hinrich, 

                           Erbzinsmann auf Nr.22

 

1829-1847 (?)              Warneke, Wichen

                           Erbzinsmann auf Erbenzinsstelle Nr. 34 (Plan 1790: Nr. 24)

 

182. Geschworene/ab 1852 Beigeordnete

1816-1829 (?)              Kemna, Hinrich, 

                           Erbzinsmann auf Nr.22

 

1829-1847 (?)              Warneke, Wichen

                           Erbzinsmann auf Erbenzinsstelle Nr. 34 (Plan 1790: Nr. 24)

 

1847-1862 (?)              Schumacher, Hermann

                           Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 33 (1790: Nr. 23)

 

1862-1872 (?)              Voßmeyer, Diedrich

                           Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 21 (1790: Nr. 10)

 

1872-nach 1881             Voßmeyer, Wiechen

 

um 1907/1911               Lübeck, Heinrich

                           Landwirt, Haus-Nr. 39

 

 

3. Feuergeschworene

-1862 (?)                  Schumacher, Hermann

                           Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 33 (1790: Nr. 23)

 

1862-1872 (?)              Voßmeyer, Diedrich

                           Erbzinsmann auf der Erbenzinsstelle Nr. 21 (1790: Nr. 10)

 

1872-nach 1881             Voßmeyer, Wiechen

 

um 1907/1911               Lübeck, Heinrich

                           Landwirt, Haus-Nr. 39

 

 

3. Feuergeschworene