Johann Heinrich Eickhorst wird 9. Januar 1862 geboren und stirbt am 20. August 1943. Ursprünglich arbeitet er als Maurer. Der mit ihm befreundeter Lehrer Pestrup hat ihn dazu bewegt, sich der Fotografie zuzuwenden. Sein erstes Foto stellt er 1897 im Auskopierverfahren her. Danach führt er zahlreiche fotografische Experimente in dem 1790 erbauten Strohdachhaus Erichshof Nr. 23 durch. Im Jahr 1900 entsteht nebenan ein massives Wohnhaus. Dort richtet er auch ein kleines Tageslicht-Atelier ein, hängt seine Maurerberuf an den Nagel und widmet sich ausschließlich der Fotografie. Ein für damalige Verhältnisse ein großes Abenteuer.
Das alte Fachwerkhaus dient als Lager für die ersten elektrischen Leitungen in Erichshof. Eickhorst will die Elektrizität für seinen Beruf nutzen und vereinbart mit dem Mühlenbetrieb Friedrich Meyer die Belieferung mit Strom, den dieser mit Windkraft erzeugt. Er ist stolz auf diese Innovation und schaltet eine Zeitungsanzeige, „dass jetzt die photografischen Aufnahmen nach eintretender Dunkelheit bei elektrischer Beleuchtung gemacht werden können.“
1926 reißt er das alte Strohdachhaus ab und erweitert das Wohnhaus an der heutigen Erichshofer Straße.

Er spezialisiert sich auf Hochzeitsgesellschaften, Konfirmandenjahrgänge der Kirchengemeinden Leeste, Kirchweyhe und Sudweyhe, auf Familienporträts und Einzelporträts, Gruppenbilder jeglicher Art, Vereinsaufnahmen und Ortsansichten aus Erichshof, Leeste und Umgebung. Sein Markenzeichen ist ein Prägestempel mit der deutlichen Aufschrift „Johann Heinrich Eickhorst“ auf jedem seiner Aufnahmen, die er so wertig aufkaschiert, dass diese Aufnahmen heute nach über 100 Jahren in bester Qualität noch erhalten sind.
Foto: Johann Heinrich Eickhorst / Abtanzball 1921 mit dem Tanzlehrer Jan 1-2-3

Johann Heinrich Eickhorst ist ein ausgesprochen umtriebiger Mensch. Neben der Fotografie ist er leidenschaftlicher Hobbymusiker und sehr aktiv im Dorfleben. So ist er Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Erichshof und mit seinem Freund Wilhelm Hohnhorst die treibende Kraft im Schützenvereins Erichshof.