Mühle Warneke in Leeste (in Bearbeitung)

Paul Athmann
 
Johann Warneke war Landwirt auf dem Leester „Flohr“-Hof und hatte 2 Mühlen. Die alte Mühle am Mühlenkamp wurde 1923 gebaut und 1976 abgerissen. Die Mühle am Leester Bahnhof wurde 1949 / 1950 gebaut. Sie produzierte unter dem Namen Warneke bis Ende der 1980er Jahre und wurde Anfang der 1990er Jahre von Heinrich Landwehr übernommen.

Die alte Mühle stand beim Hof Warneke („Flohr“) am Mühlenkamp 21 (Alte Nr. Leeste 163). Dort wohnte zuletzt Marga Prothmann (+2016), die Tochter von Johann Warneke, mit ihrer Tochter Dorothea.


1935 wird die Mühle auf einem Luftbild festgehalten.1 Auch wenn sie nur schemenhaft abgebildet ist, kann man doch den Gesamtbetrieb Warneke mit dem Hof, den Schweineställen und der Mühle erkennen. Am oberen Rand des Ausschnitts führt die Alte Poststraße vorbei, rechts der Mühlenkamp. Ein weiterer Schweinestall liegt weiter links zum Gänsebach (nur teilweise auf dem Ausschnitt). Später werden in den Ställen auch Hühner gehalten.

 

Das bearbeitete Satellitenbild zeigt den genauen Standort: unten die Alte Poststr. mit dem Geschäftshaus KattauHeitmann-Daneke, oben links der heutige Verlauf des Mühlenkamps, gelb markiert der damalige Verlauf des Weges, rot der Standort der Mühle. Der Pfeil zeigt die Blickrichtung des Fotografen beim Bild mit den Geschwistern Warneke im Garten.2

Paul Athmann
 
Johann Warneke war Landwirt auf dem Leester „Flohr“-Hof und hatte 2 Mühlen. Die alte Mühle am Mühlenkamp wurde 1923 gebaut und 1976 abgerissen. Die Mühle am Leester Bahnhof wurde 1949 / 1950 gebaut. Sie produzierte unter dem Namen Warneke bis Ende der 1980er Jahre und wurde Anfang der 1990er Jahre von Heinrich Landwehr übernommen.
Die alte Mühle stand beim Hof Warneke („Flohr“) am Mühlenkamp 21 (Alte Nr. Leeste 163). Dort wohnte zuletzt Marga Prothmann (+2016), die Tochter von Johann Warneke, mit ihrer Tochter Dorothea.
1935 wird die Mühle auf einem Luftbild festgehalten.1 Auch wenn sie nur schemenhaft abgebildet ist, kann man doch den Gesamtbetrieb Warneke mit dem Hof, den Schweineställen und der Mühle erkennen. Am oberen Rand des Ausschnitts führt die Alte Poststraße vorbei, rechts der Mühlenkamp. Ein weiterer Schweinestall liegt weiter links zum Gänsebach (nur teilweise
auf dem Ausschnitt). Später werden in den Ställen auch Hühner gehalten.
Das bearbeitete Satellitenbild zeigt den genauen Standort: unten die Alte Poststr. mit dem Geschäftshaus KattauHeitmann-Daneke, oben links der heutige Verlauf des Mühlenkamps, gelb markiert der damalige Verlauf des Weges, rot der Standort der Mühle. Der Pfeil zeigt die Blickrichtung des Fotografen beim Bild mit den Geschwistern Warneke im Garten.2
__________________________________________________________________________________ Mühlen in Weyhe                                                                                                                                             5
 Das neue vierstöckige Mühlengebäude am Leester Bahnhof Ende der 1950er Jahre.34
 
 
Das Foto rechts (wohl um 1960) zeigt die Mühle noch ohne Siloanbau, aber mit 2 neuen „Schornsteinen“, die zur kontrollierten Abgabe von gereinigter Luft dienten. Auch die neue Fertigwaren-Lagerhalle von 1957 mit den Büros steht schon. Warneke hat zu dieser Zeit schon einen LKW mit Tankaufbau. 35
 
 
 
__________________________________________________________________________________ Mühlen in Weyhe                                                                                                                                             16
 
Das Mühlengebäude Anfang der 1950er Jahre – wohl direkt nach dem Bau, noch freistehend.36
 
 
 
 
 
Ein Foto von 1952 - vom Ortfeld aus aufgenommen - zeigt das Mühlengebäude neben der Leester Schule.37
 
 
 
 
 
 
 
Die Anlieferung und Abholung von Getreide bzw. Futtermitteln erfolgt in den 1950er Jahren noch teilweise mit Pferdefuhrwerken. Es gibt hier noch kein Dach, das bei schlechtem Wetter schützt.38
 
 
 
Ein Magirus-LKW erlaubt die Anlieferung der Futtersäcke zu den Kunden mit Motorkraft.
 
__________________________________________________________________________________ Mühlen in Weyhe                                                                                                                                           
 
1958, nach dem Bau der Fertigwaren-Halle, lädt die Firma Warneke ihre Kunden zur Betriebsbesichtigung ein. 39 Dr. Ascherfeld hält einen Vortrag über „Die Bedeutung der Futtermischung in der Tierernährungm“. Den Besuchern wird der Ablauf der Futterherstellung erläutert: Die Anlieferung von Getreidesorten durch Großraum- und Behälterwagen der Kleinbahn sowie durch LKW beginnt die Verarbeitung mit der Einlagerung in 16 Silozellen mit 2000 to Fassungsvermögen. Die Produktion setzt sich dann fort mit der gewichtsmäßigen Ausschüttung zu den neun Mahlgängen und den beiden Hammermühlen. Das zerkleinerte Getreide wird dann pneumatisch zu den 11 Mischmaschinen gefördert. In die Mischmaschinen werden sackweise gelagerte Zutaten eingefüllt: Weizenkleie, Tapioca, Fischmehl und Maizena. Von den Mischmaschinen wird das fertige Futter zu den Absackstationen gefördert, von denen 4 vorhanden sind. Dabei kommt auch eine „vollautomatische Ventilsack-Füllwaage“ zum Einsatz.
Milchviehfutter und Geflügelfutter wird nach dem Mischen der Pressanlage über Förderschnecken zugeführt. Von dort aus kommen die Presslinge über Kühlanlagen zur Pressfutterabsackstation. Das Geflügelkörnerfutter wird dabei über Prozentmischmaschinen vermengt. Die gefüllten Säcke werden über Förderbänder in die Fertigwarenhalle transportiert, dort gelagert und für den Verkauf bereitgestellt.
In dem Zeitungsbericht wird auch auf das 1957 fertiggestellte „moderne Labor“ verwiesen, wo die Rohwaren und Fertigprodukte „auf wertbestimmende Bestandteile“ untersucht werden.40

 
1962 wird die Mühle modernisiert: Einige unrentable Einheiten werden entfernt und eine neue elektronische Steuerung (über Lochstreifen) eingebaut. Die Zeichnungen zeigen aber auch die schon seit 1950 vorhandene Technik.
 
 
Schnitte durch das Mühlengebäude. Schnitt B zeigt die 1962 aufgesetzte Erweiterung der Elevatoranlage. 41
 
 
Der von
Florian Butt in die „milldatabase“ eingestellte Längsschnitt der Warneke Mühle zeigt die verschiedenen Schrotgänge und die Mischanlagen, die die 4 Böden des Gebäudes durchziehen. Auch der etwas schräg verlaufende Sackelevator ist eingezeichnet.42 
Ein Luftfoto aus den 1950er Jahren zeigt den Betrieb mit der Mühle deutlicher: Links am Mühlenkamp steht die Mühle mit dem kleinen Anbau, vor dem Hoftor des Bauernhofes. Dahinter große Schweineställe, davon einer parallel zum Gänsebach.3
 
 
Ein Foto aus den 1950er Jahren zeigt die Mühle von dem Weg zu Pundsack aus gesehen: Vor dem Flohr-Hof steht das Mühlengebäude. Rechts das Geschäftshaus ( Gastwirtschaft) Kattau an der Alten Poststraße.4
 
 
 
 
Johann Warnekes Tochter Marga (2.v.l.) mit ihrem späteren Mann Herwig Prothmann um 1940 im Garten des Hauses Warneke. Im Hintergrund der Transformator, der auch auf dem Luftbild von 1956 zu erkennen ist. In dem Haus rechts daneben war das Büro der Mühle untergebracht.5 
Die Großmutter von Birgit Stolte war im Haushalt bei Warneke (1.v.l.).
 

 
 
Ein Luftfoto von 1956 zeigt am oberen Bildrand einen Teil der Mühle am Weg zum Mühlenkamp (in Bilddiagonale), der auf die Alte Poststraße führt. Oben rechts das Wohnhaus von Warneke, heute Prothmann. Unten das Gast- und Geschäftshaus Kattau. Später wohnen dort Danekes.6 
 
 
 
 
Die Familie Warneke betreibt auf dem Flohr-Hof einen Schweinemastbetrieb, der wie viele andere in Leeste von den billigen Getreide-Importen aus Russland profitiert. Da Johann Warneke aber auch gelernter Zimmermann ist und im Mühlenbau gearbeitet hat, baut er sich für die SchweinefutterHerstellung eine eigene Mühle auf der Diele des Hofes. Als der Betrieb größer wird und die Nachbarn auch Interesse am seinem Futter zeigen, lässt er 1923, nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit, eine neue Mühle bauen. Es ist dies die Zeit, wo andere Leester und Erichshofer Mühlen (Mühlenbruch, Wetjen, Dunkhase) geschlossen werden oder abbrennen.
 
Johann Warneke mit seiner Familie um 1940.
 

 
Die Mühle ist 1923 wohl hauptsächlich zum Schroten von Getreide für den eigenen Schweine-Mastbetrieb gebaut worden. Als dann die Nachbarn auch nach dem Mischfutter fragten,  lieferte Warneke auch Futter an andere Landwirte. Nach dem Bau des neuen Futterwerks am Bahnhof wurde das dort gemahlene und gemischte Futter in der gesamten Region verkauft, aber auch teilweise weiterhin für die eigene Schweinemast verwendet.
1936 ist Johann Warneke als Müller im Adressbuch des Kreises Hoya unter Leeste 163 eingetragen. Er trägt sich mit Plänen, die Mühle auf dem Mühlenkamp mit Stahlsilos zu erweitern. 1939 will er sie dann aufstocken und mit Silos und Mischanlagen versehen.8 Ebenfalls 1939 plant er einen privaten Gleisanschluss für ein Silogebäude am Kirchweyher Bahnhof. Die Pläne werden aber nicht realisiert, obwohl die Genehmigung schon erteilt war.9  Der 2. Weltkrieg verhindert die Umsetzung auch dieser Pläne, und obwohl die Genehmigung 1948 erneuert wird, wird 1949 das Futterwerk in Leeste gebaut. Im Juli 1951 verzichtet Warneke dann auf den Privatanschluss in Kirchweyhe.10
In den Kriegsjahren wird die Mühle als Lager für Taue der Kriegsmarine requiriert. Die Angestellten sind für die Lieferung von Seilen per Bahn auf Anforderung der Marine verantwortlich.11  Es werden auch Holländer als Kriegsgefangene eingesetzt, die auf dem Hof Warneke untergebracht sind.12
Unter den im 2. Weltkrieg eingeführten strengen Verordnungen bezüglich des Verkaufs von Nahrungsmitteln gerät Johann Warneke auch mit dem Gesetz in Konflikt. Weil er einige Schweine auf dem „freien Markt“ verkauft hatte, wird er verhaftet und kommt für 10 Tage ins Gefängnis. Seine Frau darf ihn besuchen und mit ihm geschäftliche Dinge regeln – wozu einige Mettwürste und Schinken den Besitzer gewechselt haben sollen. 13
Im Dezember 1945 erhält die Firma Johann Warneke von der britischen Militärregierung die Erlaubnis, die Produktion mit „full capacity“ wieder aufzunehmen.14 
Nach dem Bau des neuen Futterwerks am Bahnhof (Ladestraße) wird ab 1951 in der alten Mühle nur noch Weizenfeinmehl gemahlen. Dazu hat die Mühle zunächst zwei, später drei Walzenstühle.  Außerdem einen Schrotgang, wohl für Roggenschrot. Mehl und Schrot werden an die Bäckereien in der näheren Umgebung (z.B. Brüne-Meyer) geliefert. Die Müller Gerhard Eggers und Max Zweck arbeiten in der Mühle.15 Die Produkte der neuen Mühle können auch an der alten erworben werden.16 
 
 
In den 1950er Jahren ist auch das Kontor noch auf dem Hof am Mühlenkamp. Erst als 1957 die neue Fertigfutterhalle des Futterwerkes gebaut ist und dort dann später Büros eingerichtet sind, werden die Verkäufe von der Ladestraße am Bahnhof abgewickelt.
 
Die Mühle produziert bis 1976 und wird dann mit zusammen mit den beiden großen Schweineställen abgerissen. 17
 
 
 
 
 
Ausstattung der Mühle
Neben der Mühle gab es noch einen Anbau für die Unterbringung des Fuhrparks. Auch wurden hier Fette und Öle gelagert („Teer un Smeer“) mit einer Tankvorrichtung.
 
 
Die Mühle wird anfangs einen oder mehrere Schrotgänge gehabt haben. Sie ist wohl von Anfang an über einen Elektromotor angetrieben worden, was ja 1923 nach der Versorgung Leestes mit Strom aus den Überlandwerken Stand der Technik war. Der Strom wurde im Transformator umgespannt, der auf dem Hof neben der Mühle stand.
Offensichtlich ist auch nach dem Bau des großen neuen Futterwerks die Technik der alten Mühle auf dem neuesten Stand gehalten worden. Ein Plan der Fa. Liebeck von 1951 zeigt die damals modernisierte Ausstattung der alten Warneke-Mühle, im Anschluss an die Fertigstellung des Neubaus an der Ladestraße. Mit der alten Mühle kann damit weiterhin Brotbackmehl gemahlen werden, während das neue Futterwerk ausschließlich Viehfutter herstellt.

 
Längsschnitt durch die Mühle (1951) aus dem Plan der Firma Liebeck (Kassel) mit vorhandenen und neu einzubauenden Maschinen18
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ausschnitt PlansichterBoden aus dem Plan der Firma Liebeck 
 
 
 
 
 
Nach dem Plan sind 1951 in der „Komb. Rg/Wz – Mühle“ folgende Maschinen vorhanden oder werden neu eingebaut:
A. Plansichterboden  Mischmaschine (vorh.)  Putzmaschine  Plansichter  Getr.Schnecke (vorh.)  Aspirateur mit Motor  Hochdr. Ventilator mit E-Motor  Niederdr. Ventilator mit E-Motor  Saugschlauchfilter mit Motor  Druckfilter  Fahrstuhl B. Mühle und Reinigung  Schrotgang und 2 Walzengänge (?)  Mischmaschine  2 Schüttrichter  Schälmaschine  Ultra-Trieur und Schnecken-Trieur  Waage
 
 
 
 
 
Nach 1951 hat die Mühle drei Walzenstühle, in denen für die Bäckereien der Umgebung Feinmehl zum Brotbacken gemahlen wird
 
 
Auch ein Plansichter vom Typ MIAG G25 ist in den 1960er Jahren  in der Mühle vorhanden.19
 
 
Warnekes Schweinemast
Johann Warneke war gelernter Zimmermann. Er hält sich nebenher einige Schweine: 1920 hat er 150 Schweine in 2 Ställen. Er gibt in diesem  Jahr den Zimmermannsberuf auf und konzentriert sich ganz auf die Schweinemast. Das Hofgelände wird mit weiteren großen Schweineställen bebaut. Außerdem werden Ställe auf anderen Höfen angemietet, so dass sich schließlich ein Bestand von 10.000 Schweinen ergibt.
Unter den Nationalsozialisten  wird der Bestand aufgrund einschränkender Bewirtschaftungs-Gesetze reduziert. Im 2. Weltkrieg müssen die Ställe geräumt und für Lagerzwecke der Wehrmacht zur Verfügung gestellt werden.
Gleich nach dem Krieg wird wieder mit der Schweinemast begonnen. Küchenabfälle der Stadt Bremen und der Besatzungsmacht sind willkommene Futterergänzungen. Die Bremer Rolandmühle liefert günstig Schälkleie und  Reinigungsabfälle.20
Aufgrund der nach dem Krieg herrschenden Lebensmittelverknappung wurden Schweinemast-Betriebe allgemein begrüßt - sowohl  von der Militärregierung als auch von der  Bevölkerung. So erschien anläßlich einer Betriebsbesichtigung ein Artikel im Weserkurier, der die Bremer dazu aufrief, den Appel der Bremer Ernährungswirtschaft zu befolgen und möglichst alle Küchenabfälle als Schweinefutter  zur Verfügung zu stellen, damit  Johann Warneke seinen Plan verwirklichen konnte, die Anzahl der gehaltenen Schweine von 4000 auf 6000 zu erhöhen. 21
Ab 1948 arbeitet Warneke wieder mit den Großschlachtereien in Bremen zusammen, die er mit seinen Schweinen beliefert.22
Zwei der Schweineställe (Angelse und Mühlenkamp) in den 1960er Jahren mit Schweinemäster Rudi Rathmann.23
Die Schweinemästerei von Warneke ist nach dem Krieg regional bekannt und wird 1950 auch von Besuchern der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) -Tagung in Sulingen besichtigt.24 Warneke unterhält auch einen Schweine-Zuchtbetrieb  in Angelse an der
 
Sackstraße - bis Anfang der 1960er Jahre. Die  Sauen und Ferkel versorgen Willi und Sophie Stelloh, während auf dem Hof am Mühlenkamp mehrere „Schweinemäster“ die vielen Schweine betreuen.25
In den 70er Jahren wird die Schweinemast aufgegeben und man konzentriert sich auf das Kraftfutterwerk am Bahnhof.
 
Das Ende der Mühle
1976 wird die Mühle abgerissen - zusammen mit den beiden großen Schweineställen. Auch hier wird wie bei anderen kleinen Mühlen die Einstellung der Backmehl-Herstellung mit der rationelleren Arbeitsweise in den Großmühlen (z.B. Rolandmühle in Bremen) zu erklären sein.
 
 
Ein Foto der Mühle Ende der 1960er oder Anfang der 1970er Jahre: Hier ist die Mühle wohl schon nicht mehr in Betrieb.26
Initialen am Hoftor (2017)
 
2017 wird ein Mehlsack der Mühle Joh. Warneke auf ebay angeboten. Es dürfte sich um einen Sack aus der Zeit vor 1952 handeln, da die späteren Säcke der Mühle am Bahnhof einen anderen Aufdruck zeigen (siehe dort).
 
 
 
 
2018 liegt auf dem Flohrs-Hof (Prothmann) am Mühlenkamp noch ein Mahlstein von der alten Warneke-Mühle. Ein weiterer Mahlstein ist im Fußboden der Garage (ehemaliges Büro der Mühle) verarbeitet.  

 
7.2.5 Futterwerk Warneke an der Ladestraße
 
Nach dem 2.Weltkrieg wurden Großmühlen und moderne Futterwerke gefördert.  Johann Warneke hatte seit 1923 eine kleine Mühle für seinen landwirtschaftlichen Betrieb betrieben, die hauptsächlich Futter für seine Schweinemast und Backmehl für Bäckereien lieferte. Schon 1936 hat er Pläne für eine Erweiterung der alten Mühle am Mühlenkamp, die aber nicht realisiert werden. 27 1939 stellt er einen Antrag auf einen privaten Gleisanschluss am Kirchweyher Bahnhof. Dort ist er sich mit den Grundstückseigentümern schon einig, als der Zweite Weltkrieg ausbricht und die Pläne aufgegeben werden.28
     Fotos: 2009
Nach dem Ende des Krieges macht Warneke sofort neue Pläne, jetzt für Leeste. Schon 1949 beginnt Warneke mit dem Bau eines modernen und großen Futterwerkes am Leester Bahnhof, an der Ladestraße. Das Gebäude wird im Dezember 1950 eingeweiht.29 Es hat eine Ausstattung mit Mühlentechnik auf dem damals neuesten Stand: 
 Das Futterwerk ist mit 8 Schrotgängen und 27 Mischmaschinen ausgestattet  Die Zusammensetzung der Futtermischungen wird (ab 1957) per Lochkarten gesteuert30  Durch die Lage direkt an den Kleinbahnschienen kann die kostengünstige Versorgung mit Getreide und anderen Ausgangsstoffen über die Schiene sichergestellt werden.  Die Verteilung der Futtermittel erfolgt ab den 1960er Jahren durch LKW, die lose Ware transportieren und in Futtersilos bei den Landwirten einblasen können (“Tankwagen”).
 

 
 
Der Lageplan aus den 1970er Jahren zeigt auch die Lage des ursprünglichen Mühlenbaus -  zwischen den Gleisen und der Schule.31 Der Bau der Lagerhalle und des Büro-Traktes erfolgt erst 1957.
Ein Foto von der Bauphase lässt die innere Struktur des Gebäudes erahnen.32
 
 
 
 
 
 
Der Silotrakt wird im 2. Bauabschnitt errichtet. 33

 
 Ein Foto eines Teils der Belegschaft des Futterwerkes kurz nach Fertigstellung der Mühle.43
 
 
 
 
 
Einige der Arbeiter und Angestellten der Mühle Warneke im Jahr  1953.44
Im Vordergrund sitzt Wilhelm Schröder, Müllermeister, aus Riede.  Hinter ihm stehend Fritz Minßen. Rechts von ihm: Ernst Weiher und Harry Graf, Müllermeister, aus Leeste.45
 
Im Jahr 1955 sterben dann sowohl Johann Warneke als auch sein Schwiegersohn Herwig Prothmann. Herwig Prothmann hatte auch Müller gelernt und war in der Mühle tätig. Beide Schwiegersöhne waren auch Teilhaber der Mühle, die als Familiengesellschaft geführt wurde.  Die Geschäftsführung der Mühle wird dann von Johanns Tochter Marga Prothmann und seinem Schwiegersohn Erich Wählisch (verheiratet mit Johanns Tochter Gisela) übernommen.46 Beide neuen Geschäftsführer waren mehr kaufmännisch ausgebildet, wobei Marga Prothmann „nur“ den Abschluss der höheren Handelsschule besaß. Ihr wird aber später bei Inspektionen und Zertifizierungen ein gutes Zeugnis ausgestellt, was die Organisation der Firma anbelangt.47
1956 werden in der Tilsiter Straße in Melchiorshausen zwei Doppelhäuser für Angestellte der Mühle gebaut. Dort wohnen u.a. der Müller Gerhard Eggers und der Diplom-Landwirt Dr. Aschersfeld. Die Anstellung eines Diplom-Landwirtes wurde der Mühle vom Fachverband der Futtermittelindustrie empfohlen. Dr. Aschersfeld war für die nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft zusammengestellten Rezepturen der Futtermischungen verantwortlich.48
1957 wird die Fertigfutter-Halle gebaut. Gleichzeitig werden die Maschinen modernisiert und eine Lochkartensteuerung eingebaut.

 
1961: Plan eines neuen Silos  mit Trockenanlage:
1960 und 1961 holt Warneke Angebote für eine neue Silo-Anlage ein. Besprechungen zwischen der Mühlenbau-Firma Adolf Baumgarten (Porta Westfalica) und  „Ihrem Herrn Wählisch“  beim Kraftfutterwerk in Harburg  bringen das Projekt voran.  Es soll auch ein Trockner eingebaut werden. Auch mit anderen Firmen (Heitling, Melle und Wassmann, Burgdorf) wird verhandelt.49
1962 wird die Mischfutteranlage modernisiert.  Das Dach des Mühlengebäudes wird erweitert durch die neuen Silobauten.50
1963 scheidet Erich Wählisch aus gesundheitlichen Gründen aus dem Betrieb aus51, so dass die Führung jetzt ganz in den Händen von  Marga Prothmann liegt.
 
 
 
 
Ein Luftbild um 1974  zeigt die erweiterte Mühle mit aufgesetzten Silos (von 1973) und zwei Lagerhallen sowie den Bürotrakt. 52
 
 
1966 wird eine VentilsackFüllmaschine eingebaut.53
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Postkarte mit einem Foto  aus den 1970er Jahren54 zeigt die Gesamtanlage aus der Luft und die Lage direkt an den Schienen der Kleinbahn. Das ursprüngliche Mühlengebäude ist 1973 mit einem Silogebäude erweitert worden. Die Fertigwaren-Lagerhalle mit dem Bürotrakt grenzt unmittelbar an die Leester Schule und deren Toilettenanlage. Der Fuhrpark zeigt 6 LKWs mit Anhängern, davon 4 mit Transportbehältern für lose Ware (Tankwagen). 55 

 
Nach der Inbetriebnahme des Futterwerkes übt die Leester Feuerwehr 1955 einen eventuellen Brandfall.56 Das Gebäude ist schließlich eines der höchsten der Gemeinde und stellt die Feuerwehr vor große Herausforderungen. 
 
 
 
 
 
 
Es gibt später dann auch einige Brände in der Mühle:57
 Am 05.Juli 1972 wird die Leester Wehr zu einem Großbrand im Mühlenwerk Warneke am Bahnhof Leeste gerufen. Durch den schnellen Einsatz der Leester, Brinkumer und auch der Bremer Feuerwehr kann eine Brandkatastrophe verhindert werden. 
 In der Nacht vom 29.Februar zum 01.März 1982 bricht in der Mühle Warneke ein Staubfeuer aus. Vier Atemschutzgeräteträger sind im Einsatz. Aufgrund der rechtzeitigen Alarmierung kann ein größerer Schaden verhindert werden.
 
 
 Im Januar 1997 brennt es erneut - als die Mühle schon von Landwehr übernommen ist. Die Absauganlage und ein Staubfänger geraten in 36 m Höhe in Brand. Zum Glück wird in der Mühle gegen 23 Uhr noch gearbeitet, so dass ein LKW Fahrer den Brand frühzeitig entdeckt. Die Brandmeldung löst einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Eine Staubexplosion kann verhindert werden, auch weil Brandschutzmaßnahmen wie das automatische Aufspringen einer Sicherheits-Klappe im Turm funktionieren. Der Brandschaden bleibt relativ gering und die Produktion kann weiterlaufen. 58 Als Ursache des Feuers wird Funkenflug in einem der Elevatoren vermutet. 
 
1970 feiert die Firma Warneke ihr 50jähriges Jubiläum. Marga Prothmann begrüßt eine große Schar von Gästen, darunter Oberkreisdirektor Dr. Siebert-Meyer, den Leester Bürgermeister Klenke und den Gemeindedirektor Wetjen. In ihrer Rede blickt sie auf die Anfänge des Unternehmens zurück: „Als gelernter Zimmermann war mein Vater vor dem 1. Weltkrieg vorwiegend bei Mühlenbauten beschäftigt. Zu der Zeit entwickelte sich in der hiesigen Gegend eine verstärkte Schweinehaltung durch die günstige Bezugsmöglichkeit ausländischen Getreides über den Einfuhrhafen Bremen und gleichzeitig günstige Absatzmöglichkeit der Schlachtschweine in das Industriegebiet des Rheinlandes. Mit dieser Entwicklung ging der Bau von Mühlen einher, die das Getreide einkauften und als Schrot an die Schweinehalter lieferten. Die sich hier abzeichnende Entwicklung führte zu dem  Schluss, neben seinem Zimmermannsberuf einige Schweine zu mästen. Sehr oft hat mein Vater in späteren Jahren von seinem Besuch bei einem Onkel in Brinkum erzählt, der ihm das Geld für die ersten

 
Schweine lieh. Selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammend, hat es ihn sehr beeindruckt, dass sein Onkel das erbetene Geld einfach aus der Schublade seines Schreibtisches nehmen konnte, obwohl mein Vater unangemeldet zu ihm kam.“ 59
Nach dem Großbrand von 1972 wird ein neuer Dacherweiterungsbau aufgesetzt, die Pressanlage grundlegend modernisiert und eine Tankwagen-Abfüllanlage für Presslinge angebaut.60
1977 gibt es Pläne für eine zusätzliche Erweiterung des Futterwerks: Ein neues Silogebäude mit Komponenten-Silos soll angebaut werden. Dies wird aber nicht realisiert.
Der Bau neuer Stahlsilos soll auch aus Brandschutzgründen erfolgen, da die alten Holzsilos leicht in Brand geraten können. Außerdem bieten Stahlsilos bessere Voraussetzungen zur Einhaltung hygienischer Vorschriften.
 
Das Diagramm in den Plänen des Komponenten-Silos zeigt die einzelnen Komponentenbehälter und die Befüllungsanlage. Die Schnittzeichnung zeigt die Silos und die Fördertechnik.61
 
 
Realisiert wird aber ein Komponentensilo nach der unten stehenden Zeichnung. 62
 
 
Der Absatz der Mühlenprodukte
Die Auslieferung an die Landwirte erfolgt entweder per Tankwagen oder sackweise mit LKW. Schon 1956 hat die Mühle einen LKW der Marke Magirus.63
In den Anfangsjahren hat das Futterwerk Warneke verschiedene Futtersorten im Angebot:
 Schweinefutter  Milchviehfutter  Geflügelfutter
Sackaufdrucke des Kraftfutterwerks Warneke. Der Sack mit dem Geflügelfutter hat noch als Postleitzahl die 2806. 64
 

Ein Magirus LKW wird ab 1956 eingesetzt.65
 
 
 
 
Das sackweise Verteilen der Ware erfolgt – wenn die Kunden das Futter nicht selbst abholen – in den 1960er Jahren durch LKW  und Anhänger. Die Aufbauten erinnern teilweise noch an landwirtschaftliche Fahrzeuge, wie sie auf Höfen zu der Zeit Verwendung finden.66

 
Auch die ersten Tankwagen sind eher als Aufbauten auf landwirtschaftlichen Anhängern ausgelegt.67 Das Futter wird mit Druckluft in die beim Schweinemäster aufgestellten Silos geblasen. Dazu führen die LKW einen Kompressor mit.
Die LKW werden in einigen Fällen selbständigen Sub-Unternehmern zur Verfügung gestellt, die auch für Warneke die Landwirte beliefern.
 
 
Ein früher Transportanhänger mit Tankaufbau
 
Ein Tankwagen-Anhänger (Silofahrzeug) mit 2 Transportbehältern für Futtermittel .68
 
 
Warnekes Futter  wird in vielen Fachzeitschriften für Geflügelzucht empfohlen oder per Anzeige angepriesen, z.B.:
 Archiv für Geflügelkunde (F. Pfenningstorff), 1959  Deutsche Geflügelwirtschaft, Band 23, 1971  DLG-Mitteilungen, Band 99, 1984  Der praktische Tierarzt, Band 54, 1973  Deutsche Tierärztliche Wochenzeitschrift, 1973  Züchtungskunde, 1966
1973 hat Warneke folgende Futtersorten im Angebot: 69
 Schweinefutter  Geflügelfutter  Milchviehfutter  Eiweißkonzentrat

 
 
 
Sackaufdrucke für Papiersäcke nach 1974.
 
 
 
 
 
 
Die Mühle Warneke produziert auch Mischfutter für andere Mühlen, z.B. für die Bramstedter Mühle. Auch verteilen oder verkaufen einige selbständige Subunternehmer für Warneke das Futter. Sie erhalten von Warneke die LKWs gestellt (z.B. Johann Meyer in Achim).
Der im Jahr 1988 aufgelegte Firmenprospekt verdeutlicht die Produktion und das Angebot des Futterwerkes:
 
Das Mühlengebäude mit den Silo-Anbauten um 1987 (von den Kleinbahnschienen aus gesehen). Das im Jahr 1987 angebaute Silo für die Futterauslieferung und Beladung der LKW direkt an den Schienen ist noch nicht vorhanden.
 
 
Die LKW Abfüllanlage. Auf 2 Verladestraßen wird bis spät in die Nacht verladen. Die Computeranlage hilft, so dass der Vorgang für ein Silofahrzeug nur ca. 30 Minuten dauert.
Der hier gezeigte Laderüssel wird später durch ein Ladeband ersetzt. Das vermeidet die Beschädigung der Rüssel bei Unachtsamkeit der Fahrer.

Ein Transportband im Dachgeschoss
 
Der Kontrollraum mit Monitoren und dem Steuerpult  
 
    
 
 
 
 
 
Das Labor wird von einem Chemiker geleitet. Ihm stehen ausgebildete Fachkräfte und moderne Analysegeräte zur Verfügung.
 
 
 
Die Verlade-Halle mit den palettierten Futtermittel-Säcken und der Verkaufsraum
 
 
 

 
 
Die im Firmenprospekt ausgewiesene Produktpalette ist vielfältig. Selbst Futtermischungen mit Zutaten wie Garnelen sind lieferbar.
 

 
Die Innenausstattung
In den 1950er Jahren werden einige Innenaufnahmen des neuen Futterwerkes an der Ladestraße gemacht. Die Fotos stammen aus dem Besitz von Dorothea Prothmann.
 
Die beiden Enkelkinder von Johann Warneke, Johann Wählisch und Dorothea Prothmann, vor einer Hammermühle.
Blick auf die 8 Schrotgänge.
 
Sackabfüllstation

 
Sackrutsche
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Waage zum Abwiegen der Sackfüllungen
 
Diese Fotos mit einem Gabelstapler dürften schon aus den 1960er Jahren stammen.
 
 
2013 macht Florian Butt Innenaufnahmen in der Mühle. Zu dieser Zeit ist die Produktion schon seit mehr als 4 Jahren eingestellt und einige Maschinen sind schon seit mehr als einem Jahrzehnt stillgelegt, aber die Fotos vermitteln noch einen Eindruck vom Innenleben.
 
Ein Kontrollstand. Hier wurden vermutlich die Rezepturen für die einzelnen Futtersorten eingestellt und kontrolliert. Die 3 Kontrollbildschirme zeigen den Zustand der Waagen an.
 
 
 
Eine Schaltanlage mit Anzeigen für den Zulauf zu mehreren Pressen, mit Puffern, Sieben und Mischern. Auch werden die Waagen, die Handzugabe und die Entstaubung per Kontroll-Lämpchen angezeigt.
 
 
 
 
Kontrollanzeigen und Schaltanlage für die Komponentensilos. Damit wird der Zulauf zu den Mühlen und Mischern überwacht.
 
 
 
Eine Kontrollanzeige für die Verladung (ohne Schaltelemente): für 34 Fertigfutter-Silos, 2 Rundsiebe, 2 VerladeWaagen und jeweils 2 LKWSpuren am “Silo” und auf der “Bahnhofsseite”.
 
 
Eine von mehreren Hammermühlen
 
Silo-Entleerungsöffnungen im Kellergeschoss
 
 
 
 
 
 
Auf Wandtafeln werden die von den Landwirten oder durch Speditionen angelieferten Rohwaren (Getreide) festgehalten – pro Lagerbox und Silo.
 
 
 
Die einzelnen Elevatoren und - im Dachgeschoss - Verteilungen von den Elevatoren  zu den Mischanlagen oder zu den Komponentensilos:
                           Elevatoren
 
 
 
 
 
 
 
 
Zentrifugal-Abscheider (Zyklone)  
 
 
 
Rundsiebe. Hier werden ungewünschte Korngrößen des Fertigfutters abgeschieden und den Pressen wieder zugeführt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Aufkleber auf einem Holzsilo
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Personen- und Lastenaufzug

 
Stromüberwachung und Schaltkästen für die Pressen

Stromversorgung und Sicherungskästen
 
 
 
 
 
 
Stromversorgung und Sicherungskästen. An ihnen wird deutlich, dass die Technik teilweise über 50 Jahre alt war.
 
 
 
Laborschrank mit Proben (Schaukasten im Verkaufsgebäude 2013)
 

 
Die Mitarbeiter
Auf einer Hebekarte aus dem Jahre 1952 sind 74 Mitarbeiter verzeichnet. 1952 ist schon die neue Mühle in Betrieb. Die in der Karte als Schweinemäster bezeichneten Mitarbeiter dürften aber noch dem alten Betrieb am Mühlenkamp bzw. dem Schweinemastbetrieb zuzurechnen sein.70
 
 
 
 
Verzeichnet in der Hebekarte von 1952, 1954, 1957 und 1959 (Auswahl):71

 

 

  • Apmann, Alfred, *16.10.1931, Arbeiter (Eintritt 1952) bis nach 1960 
  • Apmann, Heinz. *30.1.1933, Arbeiter (Eintritt 1945) bis 1959 
  • Aschersfeld, Wilfried, *5.8.1927, Dr. Dipl. Landwirt (Eintritt 1956) 
  • Badelt, Manfred, *9.7.1883, Arbeiter (Eintritt 1955) bis 1957 
  • Bersin, Paul, Müllergeselle (Eintritt 1952) bis 1954 
  • Bischoff, Johann, *23.2.1916, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) 
  • Bode, Alfred, *9.5.1921 Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Bode, Georg, *24.8.1901, Mäster (Eintritt 1957) 
  • Böse, Ernst. *19.9.1897, Arbeiter (Eintritt 1951) bis nach 1960 
  • Böse, Ernst. *12.6.1904, Arbeiter (Eintritt 1952) bis nach 1960 
  • Bolte, Erwin,*24.5.1931, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Cording, Heinz, *10.7.1936, Arbeiter (Eintritt 1956) 
  • Delicat, Wilma, *31.8.33, Kontoristin (Eintritt 1951) bis 1953 
  • Dierks, Johann, *9.2.1926, Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Dittrich, Kurt, *6.9.1895, Müller (Eintritt 1956) 
  • Eggers, Gerhard, *14.11.1919 Müller (Eintritt 1953) bis nach 1960 
  • Eggers, Jonny, *9.4.1932, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) bis 1957 
  • Emker, Ludwig, *27.6.1928, Arbeiter (Eintritt 1952) 
  • Fahrenholz, Dieter, *26.7.1937, Arbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Fischer,Günter, *29.6.1934, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Fischer, Max, *28.12.1916, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Fromm, Heinz, 11.2.1926, Arbeiter (Eintritt 1956)
    Graf, Harry, *26.8.23, Arbeiter (Eintritt 1951) bis nach 1960 
  • Graf, Veronika, *22.6.1928, Reinmachefrau  (Eintritt 1957)  Griffel, Heinrich, *22.7.1937, Arbeiter (Eintritt 1955) bis 1956  Günnemann, Fritz *15.4.1923 Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1955 
  • Habeck, Walter, 24.9.1911, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) 
  • Harmsen, Heinz, *29.5.1917, Müller (Eintritt 1950) bis 1952 
  • Hildebrand, Josef, *16.10.1921, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) 
  • Höptner, Richard, * 4.5.1930, Arbeiter (Eintritt 1948) bis nach 1960 
  • Hüneke, Heinrich, *11.7.1930, Müller (Eintritt 1954) bis 1955 
  • Huff, Willy, *18.2.1929, Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Irmer, Richard, *6.8.1907, Arbeiter (Eintritt 1950) bis nach 1960 
  • Jüptner, Erich, *15.11.1915, Arbeiter (Eintritt 1951) bis 1958 
  • Jürgen, Johann, *20.5.1904, Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Kastens, Johann, *19.12.1911, Arbeiter (Eintritt 1955) 
  • Kastens, Heinrich, *11.12.1910, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1956 
  • Koch, Alfred, *18.8.1935, Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Köhler, Helmut, *3.1.1936 Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1956 
  • Kolweyh, Johann, *9.12.1934, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1955 
  • Koröde, Friedrich,*23.8.1903, Arbeiter (Eintritt 1955) 
  • Kruschinsky, Otto, *11.10.1890, Schweinemäster (Eintritt 1949) bis Rente (1960) 
  • Langer, Klaus, *27.10.1928, Müller (Eintritt 1952) bis 1954 
  • Laue, Hermann, *5.4.1937, Arbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Lehmann, Harry,*25.11.1930 Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1956  
  • Lehmkuhl, Johann, *16.1.1936 Arbeiter (Eintritt 1956) 
  • Lewald, H.Joachim,*7.5.1932 Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1956 
  • Löscher, Johann, *27.2.1900, Schweinemäster (Eintritt 1945) bis nach 1960 
  • Lühmann, Johann, *14.4.1935, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) bis 1956 
  • Lux, Alfred, *1.3.1929, Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Matuscheck, Johann, *10.6.1920 Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Meyer, Heinrich D.,*31.5.1936, Mühlenarbeiter (Eintritt 1956) 
  • Michalke, Alfred  * 26.12.1934 Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1955 
  • Michalke, Richard *13.4.1902 Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1956 
  • Minsen, Friedrich, *21.10.1933 Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Müller, Irmgard, *4.4., Kontoristin (Eintritt 1950) bis 1953 
  • Müller, Heinrich, *22.8.1918, Arbeiter (Eintritt 1950) bis nach 1960 
  • Nehring, Georg, *28.3.1909, Müller (Eintritt 1949) bis 1953 
  • Neumann, Willibald, *20.7.1920 Arbeiter (Eintritt 1952) bis nach 1960 
  • Paweletz, Robert, *8.5.1908. Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Plate, Heinrich, *6.6.1891, Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Poender, Paul, *13.1.1928, Müller (Eintritt 1954) bis 1955 
  • Priwassek, Georg, *20.10.1905, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1954 
  • Rathmann, Rudolf, *5.7.1929, Arbeiter (Eintritt 1946) bis nach 1960 
  • Reineke, Hermann. *29.7.1916 Arbeiter (Eintritt 1956) 
  • Reineke, Herta, *30.10.1928, Arbeiterin (Eintritt 1956) 
  • Reiners, Johann, *1.5.1908, Müller (Eintritt 1955) 
  • Reinert, Josef, *16.2.1903, Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1954 
  • Rendigs, Georg, *9.12.1901, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) 
  • Richter, Wilhelm, *5.1.1911, Arbeiter (Eintritt 1957) 
  • Richter, Wolfgang, *24.5.1942 Arbeiter  (Eintritt 1957)
    Rolfs, Jonny, *5.4.1933, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1957 
  • Rottmann, Heinrich, *23.10.1907, Arbeiter (Eintritt 1951) bis 1957 
  • Rottmann, Helmut, *23.3.1930, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1955 
  • Rottmann, Johann,*11.4.1899, Mäster (Eintritt 1953) bis nach 1960 
  • Rütsatz, Arthur, *25.2.1905, Schweinemäster (Eintritt 1949) bis 1953 
  • Runge, Ernst, *22.1.1907, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1956 
  • Sass, Hermann, *9.5.1936 Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Schirrmacher, Hans, *12.6.1930, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1957 
  • Schmidt, Alfred, *26.12.1934, Arbeiter (Eintritt 1953) bis 1955 
  • Schmidt, Heinrich, *13.4.1924, Mühlenarbeiter (Eintritt 1955) 
  • Schmidt, Heinz, *3.10.31, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1954 
  • Schriefer, Christian, *9.9.1909, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1957  
  • Schröder, Wilhelm, *8.12.1920, Müller (Eintritt 1951) bis nach 1960 
  • Schübner, Horst, *29.12.1939 Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Schütte, Heinrich, *3.6.1936, Müller (Eintritt 1954) bis nach 1960 
  • Schwarz, Wilhelm, *1.2.1936, Müller (Eintritt 1956) 
  • Seibke, Hans, *2.4.1926, Elektriker (Eintritt 1956) 
  • Simon, Alfred, *24.2.1924, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1959 
  • Slowinsky, Johannes, *5.8.1904, Müller (Eintritt 1946) bis 1953 
  • Spinner, Reinhard, *22.5.1934 Müllergeselle (Eintritt 1953) bis 1955 
  • Staminsky(?), Johannes, *5.8.1904, Müller 
  • Steimke, Henry, *13.9.1929, Werkstattleiter (Eintritt 1956) 
  • Stelloh, Willi, *7.4.1918, Schweinemäster (Eintritt 1948) bis nach 1960 
  • Stelloh, Sophie, *12.2.1922, Arbeiterin (Eintritt 1948) bis 1960 
  • Stiller, Erich, *15.8.1917, Schweinemäster (Eintritt 1953)  
  • Stiller, Thea, *26.2.1923, Arbeiterin (Eintritt 1956) 
  • Stojke, Alfred, *12.11.1929, Müller (Eintritt 1954) bis 1956 
  • Ströhmann,  Georg, *9.9.1933, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1955 
  • Stülke, Heinrich, *22.8.1915, Arbeiter 
  • Suhling, Heinrich, *11.10.1926, Arbeiter (Eintritt 1954) bis nach 1960 
  • Tiedemann, Johann, *8.6.1889, Arbeiter (Eintritt 1956)  
  • Troue, Joachim,*6.4.1935, Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1954 
  • Wagenfeld, Alfred, *19.7.1930, Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Wendt, Wilfried, 3.1.1939 Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Weyher (Weiher?), Ernst, *11.4.1896, Arbeiter (Eintritt 1952) bis 1960 
  • Wiechmann, Hermann, *27.3.1939 Arbeiter  (Eintritt 1957) 
  • Wiesner, Willi, *18.10.1926, Arbeiter (Eintritt 1953) bis nach 1960 
  • Wilkens, Friedrich, *17.1.1919, Arbeiter (Eintritt 1949) 
  • Wittig, Heinz, *5.1.1931, Arbeiter (Eintritt 1951) 
  • Wohlers, Johann, *8.4.1913, Arbeiter (Eintritt 1948) bis nach 1960 
  • Zimmermann, Josef, *12.10.1931 Arbeiter (Eintritt 1954) bis 1956 
  • Zimmermann, Heinrich, *12.12.1931 Arbeiter (Eintritt 1956)
     
Rudolf Rathmann sorgte sich um die Schweine. Sophie und Willi Stelloh kümmerten sich um die Sauen in der Zuchtanlage an der Sackstraße in Angelse. Johann Wohlers („Jan Mitternacht“) fuhr einen LKW und holte die Rohware (Gerste, Weizen, Fischmehl etc.) aus Bremen. 72
 
Albert Kreienhoop war Landwirt und hatte einen Hof an der Schulstraße. Er gab den Hof 1970 auf und sattelte um: Er holte das Abitur nach und lernte mit 46 Jahren noch Kaufmann. Als Industriekaufmann bekam er eine Anstellung bei der Mühle von Warneke.  Bis 1955 war auch Herwig Prothmann im Betrieb, Er stammte gebürtig aus Ostpreußen und kam im Krieg als Soldat nach Leeste. Dort lernte er Marga Warneke kennen und sie heirateten 1947.  Er lernte dann auch den Müllerberuf und war als Schwiegersohn an der Mühle beteiligt. Als Johann Warneke 1955 starb, starb 5 Tage später auch Herwig Prothmann, so dass sein Schwager Erich Wählisch (ebenfalls an der Mühle beteiligt) zusammen mit Marga Prothmann Geschäftsführer der Mühle wurde.
Auf dem Foto einiger Mitarbeiter auf der Verladerampe von 1953 sind u.a. abgebildet: 
 Wilhelm Schröder, Müllermeister, aus Riede.    Harry Graf, Müllermeister, aus Leeste.  Ernst Weiher (Weyher?) 73  Fritz Minßen (Friedrich Minsen?)  74
Um 1987 wird ein Gruppenfoto der Mitarbeiter im Betriebs-Prospekt veröffentlicht:
Dreißig  der Mitarbeiter im Jahr 1987 v.l.75:  1.Reihe vorne : M.Damaschun, E.Kulbs, B.Luppen, Ute Rieckers, F.Müller,T.Wittig, J.Hollwedel, D.Schwarz; 2. Reihe Mitte: R.Rathmann, A.Steimke (Werkstatt), W.Hollwedel, C.Dollner, W.Coumont, G.Meyer, S. Tjaden, R.Unger, H.H.Kruse, W.Schwarz (Mühle), E.Bracklo; 3. Reihe hinten: T. Fahrenholz, H.Seibke (Elektriker), H.Köhrmann, D.Jacob (Mühle), W.Seider (Außendienst), J.Wählisch, H.Kohler, F.Brockhoff (Einkauf), P.Bauer, K.Krämer, H.Nienaber (Müller)
Weitere Mitarbeiter:
 Gerhard Eggers, Müller, betreut die alte Mühle am Mühlenkamp  Dr. Aschersfeld, Dipl.-Landwirt,  ist nach 1956 für die Futtermischungen verantwortlich.

 
 H.-D. Meyer arbeitet von 1956 – 1990 als LKW Fahrer bei Warneke. 76  In den 1950er Jahren arbeiten Max Zweck und  Georg Nehring77  im Betrieb.  Zweck war Müller in der alten Mühle am Mühlenkamp. Nehring ist auch auf der Hebekarte von 1949 bis 1953 verzeichnet. Er hatte später eine Mühle im Norden/Osten von Bremen.  Max Zweck hatte 1951-1963 auch die Sudweyher Wassermühle gepachtet.78   Dr. Birsgal, gebürtig aus dem Baltikum, Betriebsleiter der Produktion. 79
 
1954 sind im Kontor, noch auf dem Hof Prothmann, (v.l.) Irmgard Rathmann, Christa Badelt und Herta Meyer mit der Abwicklung der Ein- und Verkäufe sowie der Buchhaltung beschäftigt.
 
 
 
Auf einem Foto wohl aus den 1960er Jahren80 ist ein Teil der Werks-Belegschaft abgebildet.
v.l.n.r.: NN, NN, Jan Löscher, Wilfried Wendt (Staplerfahrer), NN, Heinr. Schütte, Jan Wohlers
 
 
 
Mitarbeiter-Jubiläum 1955: 81
v.l.: Johann Wohlers, Marga Prothmann, Johann Löscher, Meta Warneke, Gisela Wählisch, Heinz Apmann, Erich Wählisch.
 
 
Betriebsausflüge und Betriebsfeiern
Der Familie Warneke, insbesondere Marga Prothmann, war es immer wichtig, ein gutes Betriebsklima unter den Mitarbeitern zu erhalten. Auf jährlichen Betriebsfeiern, die auch mit einem Ausflug in die nähere Umgebung verbunden sein konnten82, wurden die Höhepunkte des abgelaufenen Jahres und herausragende Leistungen der Mitarbeiter gewürdigt.
 
Auf den Betriebsfeiern machten natürlich auch die negativen Höhepunkte die Runde: So kaufte die Mühle mal viel zu viel Zucker ein, weil man sich verrechnet hatte. Zum Glück stieg anschließend der Zuckerpreis, so dass man keinen wirtschaftlichen Schaden davontrug. 83
Betriebsfeier 1963: 84 vorne-Mitte: Ernst Fritz (Einkauf) mit Frau, daneben Willy Otto (Prokurist, Vertreter); links oben: Wilma Wittig geb. Delicat (Büro, Buchhaltung); hinten links: Franz Bothmer (Disponent) mit Frau; rechts: Meta Warneke, links von ihr (halb verdeckt): Marga Prothmann
 
 
Das Ende der Mühle Warneke
Nach dem Tod von Johann Warneke im Jahr 1955 wird Ende der 1950er Jahre das Futterwerk von den Erben übernommen:  Zunächst übernimmt die Tochter Marga Prothmann, deren Mann Herwig ebenfalls 1955 gestorben war, zusammen mit ihrem Schwager Erich Wählisch den Betrieb. 85 Nach 1963 führt Marga Prothmann den Betrieb allein, da Erich Wählisch aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war.
Der Sohn von Johanns Tochter Gisela und Erich Wählisch, Johann Wählisch, übernimmt dann 1984  für einige Jahre die Geschäftsführung. 86 
Mit den aufkommenden Großfutterwerken und wachsender Konkurrenz durch Genossenschaften ist Ende der 1980er Jahre der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich, und es kommt zum Konkurs. Unter Vermittlung der Gemeinde Weyhe wird dann 1991 der Betrieb von Heinrich Landwehr übernommen. Der hat selbst eine Mühle am Bahnhof (Irrgarten, gegenüber der Warneke-Mühle), ebenfalls zur Herstellung von Futtermitteln.
Es wird nur das Gebäude mit den Maschinen übernommen. Warnekes Mitarbeiter waren nach dem Konkurs schon freigestellt worden und hatten sich neu orientiert. Einige wenige der alten WarnekeBelegschaft erhalten aber wieder einen Vertrag mit der Landwehr-Mühle. Landwehr kauft das Gebäude von der Kreissparkasse, in deren Eigentum der Betrieb nach dem Konkurs übergegangen war.87
Heinrich Landwehr betreibt einige Jahre die Futterproduktion in der Warneke-Mühle weiter: Die sich inzwischen angesammelte Menge unterschiedlicher Maschinen und Mischanlagen ( 8 verschiedene Fabrikate) wird vereinheitlicht, um die Wartung zu erleichtern. Viele Maschinen müssen ersetzt werden.
Bis 2009 produziert die Warneke-Mühle als Werk 2 der Landwehr'schen Betriebe Mischfutter für Leester Landwirte und Mastbetriebe in der weiteren Umgebung. Dann wird sie als Teil der LandwehrFutterwerke an die Genossenschaft GS agri verkauft.
GS agri legt die Warneke-Mühle (wie auch die Landwehr-Mühle) still, da die Genossenschaft über große und moderne Futterwerke in Schneiderkrug und Garrel verfügt.
Danach wird bis 2018 hier noch das Getreide der Landwirte von Leeste und Umgebung hier angeliefert, gewogen und abgerechnet und dann in den Silos der Warneke Mühle gelagert. Verarbeitet wird es aber anderswo.

 
2019 erfolgt dann der Abriss der Mühlengebäude:  Zunächst werden die Hallen abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht, dann wird die Außenhaut der Silogebäude und die Stahlaufbauten der Silos mit Spezial-Baggern der Firma „Bremer Sandhandel“ Stück für Stück abgetragen.
Eine besondere Herausforderung stellt das oberste Stück der Siloanlage dar: Da die Bagger dafür nicht hoch genug sind, wird der Schutt zu einem Berg aufgetürmt, auf dem die Bagger dann ihren Stand finden. Damit ist die erforderliche Höhe so gerade eben erreichbar.
Als alle Stockwerke abgerissen sind, wird das Kellergeschoss ausgeräumt. Dann kann die Bodensanierung beginnen.
Während der mehrere Monate dauernden Abrissarbeiten liegt ein stechender Geruch in der Luft, und die Anwohner klagen, insbesondere beim Ausräumen der Kellers, über Erschütterungen des Bodens in ihren Häusern („klirrende Tassen in den Schränken“).
Henning Stolte aus Leeste begleitet die Abrissarbeiten fotografisch mit einer Drohne und macht beeindruckende Aufnahmen, die auch das Innere des Futterwerkes erahnen lassen.
 
Am Anfang werden die Hallen im hinteren Bereich und der hintere Teil des Mühlengebäudes abgerissen.
 
Der Schutt wird in Container geladen und ständig abgefahren.
 
 
 
 
Gleichzeitig wird die Verkleidung im vorderen Teil entfernt.

 
 
Nach Entfernung der Außenhaut an den Stahl-Aufbauten werden die Elevatoren und Verbindungsrohre oberhalb des alten Mühlengebäudes sichtbar.
 
 
 
Der Zoom auf die über dem alten Mühlengebäude stehenden Stahlaufbauten zeigt Zyklone und Verteilerrohre sowie Schächte von Elevatoren.
 
 
 
Auch die LKW Abfüllanlage wird sichtbar
 
            Blick von der Jahnstraße
 
 

 
 
Das ursprünglich Rotsteingebäude von 1949 und die Hallen sind hier schon fast völlig abgetragen. Nur der Keller liegt noch unter Schutt.
 
Der Blick von der Ladestraße auf die Mühlengebäude von Landwehr und den Leester Bahnhof ist jetzt wieder möglich. 
 
 
Auch die Lagergebäude an der Ladestraße (ehemals Elektro Brüning) werden mit abgerissen.
 
 
 
 
Am Ende bleibt nur das Andenken an eine 100-Jährige Geschichte der Mühle Warneke – vom Beginn auf der Hofdiele des Flohr-Hofes am Mühlenkamp bis zum Abriss des Futterwerkes am Bahnhof.
 

 
7.2.6 Landwirt und Müller Johann Warneke
 
Das Mühlenunternehmen Warneke ist von Johann Warneke um 1920 gegründet worden. Bis zu seinem Tod im Jahre 1955 hat er es wohl alleine geführt, wobei er seine Kinder und Schwiegersöhne an der Firma beteiligte.
1949 trifft er eine mutige unternehmerische Entscheidung: Er gibt den Bau eines großen und modernen Futterwerks in Auftrag, mit mehreren Mahlgängen und vielen Maschinen. Er hat um 1952 mehr als 70 Mitarbeiter.
Warneke ist gelernter Zimmermann und auch im Mühlenbau tätig. Er kennt also die neueste Technik im Mühlenwesen. Gleichzeitig hat er sich im Laufe der Zeit mehrere Schweineställe gebaut und sich zum großen Schweinemäster entwickelt.  Er  kann so neue Futtermischungen an seinen eigenen Schweinen probieren, bevor er das Futter verkauft.
Warneke fängt mit einer kleinen „Mahlstraße“ auf der Diele an. 1923 wird die Mühle am Mühlenkamp gebaut, die 1949/50 durch das große Futterwerk am Bahnhof abgelöst wird.
Nach Johanns Tod geht die Geschäftsführung des Futterwerkes zunächst auf Erich Wählisch, seinem Schwiegersohn, und seine Tochter Marga über. Im Jahr 1984 steigt dann dessen Sohn Johann Wählisch in die Geschäftsführung ein.
                    Portrait Johann Warneke88
 
 
 
 
 
 
 
Auf einem Foto von ca. 1940 ist die Familie von Johann Warneke abgebildet: Tochter Marga Warneke (2.v.l.), Johann Warneke (4.v.l.), Tochter Gisela Warneke (5.v.l), Ehefrau Meta Warneke (2.v.r.) 89
 
Johann und Meta Warneke.90
__________________________________________________________________________________ Mühlen in Weyhe                                                                                                                                             49
 
Die Nachkommen des Johann Warneke:
 
 
 
 
 
Die Familie Warneke (Johann, Meta, die Töchter Gisela und Marga) mit ihrer Oma.91
 
 
 
 
Die Familie Warneke 1949 bei der Grundsteinlegung92 für das neue Futterwerk: Johann (4. v.l.), Marga (3.v.r.) und Gisela (r.).
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Senior-Chefin Marga Prothmann geb. Warneke mit ihrer Tochter Dorothea bei der Feier ihres 85. Geburtstages.93 Marga Prothmann starb im Jahr 2016.

 
Auf dem Flohr-Hof am Mühlenkamp 21 liegt noch ein Mühlstein als Erinnerung an die Mühle Warneke. Das Hoftor ist mit einem Abbild des ersten Mühlengebäudes und den Initialen des Firmengründers Johann Warneke verziert. Zwei Mühlsteine liegen noch auf dem Hof: Einer unter der Eiche, ein zweiter im Fußboden der Garage, die früher mal das Kontor der alten Mühle war. Auf der Diele des zum Wohnhaus umgebauten Bauernhauses hatte Johann Warneke seine erste Mühle gebaut.
 
 

 
I. Literaturverzeichnis 
 
Die Mühle + Mischfuttertechnik. (1965-1999, 1864-1964). Detmold: Schäfer.
Esdohr, H. (1970). Nachrichten zur Chronik von Sudweyhe und seiner Umgebung. Weyhe: Manuskript - Archiv Gemeinde Weyhe H004.
Gade, H. (1901). Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz. Nienburg.
Garvens, D. F. (1996). Heimatbuch Riede. Syke: Druckerei Pieper.
Greve, H. (1995). Der Sudweyher Mühlenhof - Kurzinfo. Weyhe.
Greve, H. (1995). Gegen das Vergessen - Verfolgung und Unterdrückung in Weyhe 1933 - 1945. Weyhe.
Greve, H. (1998). Von Wassermüllern und Walkknechten. Von Witwen und Waisen. Fischerhude: Verlag Atelier im Bauernhaus.
Halenbeck, L. (1893). 50 Ausflüge in die Umgegend von Bremen. Bremen.
Hodenberg, W. v. Hoyer Urkundenbuch, Band 5 (Heiligenrode). Hannover: Gebr. Jänecke.
Hodenberg, W. v. (1855). Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv). Hannover: Gebr. Jänecke.
Kleeberg, W. (1979). Niedersächsische Mühlengeschichte. Hannover: Schlütersche Verlagsanstalt.
Meyer, W. (1992). Die Hache - Impressionen einer Bachlandschaft. Kirchweyhe: Druckerei Köhler, Weyhe.
Meyer, W. (1999). Weyhe - Zahlen, Ereignisse. Weyhe: WM-Verlag.
Meyer, W. (1980). Weyhe im Wandel der Zeit - Band 1 (Bd. I). Weyhe: WM-Verlag.
Meyer, W. (2005). Weyhe im Wandel der Zeit - Band 2 (Bd. II). Weyhe: WM-Verlag.
Meyer, W. (2011). Weyhe im Wandel der Zeit - Band 3 (Bd. III). Weyhe: WM-Verlag.
Müller, H. (2012). Fahrenhorst. Stuhr.
Paul, A. (1929). Syker Heimatbuch. Wolfenbüttel: Heckners Verlag.
Peters, H. (1962). Altes Handwerk - Bäuerliches Brauchtum. Brinkum.
Schacht, W. (1960). Heimatbuch Kirchweyhe. Kirchweyhe.
Warneke, H. (1984). De Spaziergang um un in Weyhe. Weyhe.
 

 
II. Anmerkungen
                                                        
1 Luft-Foto 1935: Strähle – Repro W.Meyer
2 Luftbild: Google /bearbeitet Birgit Stolte
3 Luftbild aus dem Besitz von D.Prothmann – Repro F.Butt
4 Foto aus dem Besitz von D.Prothmann – Repro F.Butt
5 Foto aus dem Besitz von Birgit Stolte
6 Foto/Repro: W.Meyer
7 Fotos aus dem Besitz von Birgit Stolte
8 Um- und Anbaupläne von 1936 und 1939 im Besitz von D.Prothmann, Leeste
9 s. Schreiben des Regierungspräsidenten, Hannover, von 1940 im Besitz D.Prothmann, Leeste
10 s. Schreiben des Regierungspräsidenten, Hannover, von 1948 und 1951 im Besitz D.Prothmann, Leeste
11 Nach Erinnerungen von D.Prothmann (2018) kommt es dazu auch mal zu Kuriositäten, als der von der Marine als Kontrolleur eingesetzte Betriebsleiter falsche Mengen ordert, weil er die Mengeneinheit verwechselt (to statt kg). 
12 Nach Erinnerungen von D.Prothmann waren die Holländer auch noch zu der Zeit auf dem Hof, als die Engländer als Besatzung den Betrieb akquiriert hatten. Wenn die Engländer sich nicht benehmen konnten, griffen die Holländer vermittelnd ein. Nach dem Krieg blieben die Kontakte zu den Holländern bestehen, und zur Beerdigung von Johann Warneke und Herwig Prothmann waren sie in Leeste. Auch Dorothea Prothmann ist dann zu deren Beerdigung nach Holland gefahren.
13 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
14 Military Government of Germany, Production Permit Industrial Plants, für Johann Warneke, Leeste 163,v. 1.12.1945 (im Besitz D.Prothmann, Leeste)
15 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
16 Laut Befragung ihres Vaters durch Birgit Stolte
17 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
18 Plan im Besitz von D.Prothmann, Leeste
19 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
20 Vgl. Rede Marga Prothmann zum 50jährigen Firmenjubiläum, 1970; vgl. ebenso Artikel „Snuten un Poten“ im Weserkurier (F.C.); Jahr unbekannt
21  Artikel „Snuten un Poten“ im Weserkurier (F.C.); Jahr unbekannt. Aus der Nennung der Militärregierung ist ein Jahr vor 1949 anzunehmen.
22 Nach Angaben D.Prothmann 2018
23 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
24 Allg. Anzeiger Brinkum 6.5.1950
25 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018; Foto aus dem Besitz von D.Prothmann
26 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
27 Plan und Genehmigungsunterlagen im Privatbesitz von D.Prothmann, Leeste
28 Plan und Genehmigungsunterlagen im Privatbesitz von D.Prothmann, Leeste
29 Schon am 20.11.1950 war ein Probelauf erfolgt (nach Angaben von D.Prothmann)
30 Vgl. G.Stalling, Regierungsbezirk Hannover, 1959, S.47; die Lochkartensteuerung wird in einem Artikel in der Zeitschrift „Die Mühle“ v. 10.3.1966, S.158, von T. Lilienfein erklärt: Die in der Lochkarte gestanzten Löcher entsprechen Impulsen an die automatischen Waage. Die Impulse lösen das Entleeren der Wiege-Behälter aus, so dass der Inhalt der Mischmaschine zugeführt wird. Der Behälter wird dann automatsch wieder gefüllt und ist bereit für den nächsten Impuls.
31 Repro: Florian Butt, Syke
32 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
33 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
34 Foto Gisela Wählisch – Repro: F. Butt, Syke
35 Foto Gisela Wählisch – Repro: F. Butt, Syke
36 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
37 Foto aus dem Besitz von Lutz Harjes fb wf
38 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
39 Vgl. Allgemeiner Kreis-Anzeiger Brinkum, 29.3.1958
40 Vgl. Allgemeiner Kreis-Anzeiger Brinkum, 29.3.1958
41 Repro: Florian Butt, Syke
42 http://milldatabase.org//mills/38774: Repro des Plans: F. Butt
43 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
44 Foto aus dem Besitz von F. Minßen, Repro: W.Meyer
45 Angaben von Birgit Stolte, Leeste, S. Rathjen, Sudweyhe und W.Meyer, Melchiorshausen
46 Vgl. Rede Marga Prothmann 1970 zum 50jährigen Jubiläum – im Besitz von D.Prothmann
47 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
48 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
49 Nach Geschäftsbriefen, aufgefunden 2013 durch F.Butt Syke im Werk2 der Landwehr Mühle (ehemals Warneke)
50 Nach Angaben von F. Butt fb wf
51 Nach Angaben von D. Prothmann 2018
52 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
53 Repro Planzeichnung: F.Butt, Syke
54 Erstellt von F.Butt Syke
55 Repro des Prospektes: F.Butt, Syke
56 Fotos aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
57 Feuerwehr Leeste http://feuerwehr-leeste.panten.org
58 Vgl. Geschichte der Mühle Landwehr: Manuskript (im Besitz von F.Schröder, GS agri)
59 Zitiert aus Rede Marga Prothmann zum 50jährigen Firmenjubiläum, 1970
60 Nach Angaben von F. Butt fb wf
61 Repro: F.Butt
62 Repro: F.Butt
63 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
64 Fotos: F.Butt, Syke-Henstedt
65 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
66 Foto im Besitz von Florian Butt, Syke
67 Farbfotos aus dem Besitz von F.Butt; S-W-Aufnahme aus Zeitschrift (Die Mühle + Mischfuttertechnik, 19651999, 1864-1964) Heft 27 7.7.1960, S.350
68 Foto im Besitz von Florian Butt, Syke
69 Laut Anzeige in Broschüre „60 Jahre TSV Leeste“
70 Gemeindearchiv Weyhe / Repro: Stefan Rathjen, 2011
71 Hebekarten aus dem Archiv in Syke, von H.Greve zur Verfügung gestellt (über S.Rathjen)
72 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
73 Angaben von S.Rathjen (Urenkel von Ernst Weiher)
74 Angaben von B.Stolte und W. Meyer
75 Namen durch Ute Klinge geb. Riekers zugeordnet
76 Angaben von B.Stolte, Leeste
77 Flüchtling, bei den Großeltern von Birgit Stolte einquartiert
78 Sein Sohn Bernd Zweck gründete in Kirchweyhe das "Maddox".
79 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
80 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
81 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
82 Das Foto aus dem Besitz von D.Prothmann, Leeste, zeigt die Busse für einen Ausflug im Jahr 1956. Vermutlich ging es nach Etelsen zur Schlossbesichtigung.
83 Nach Angaben von D. Prothmann im Interview 2018
84 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann (Repro: F.Butt)
85 Angaben von B.Stolte, Leeste
86 Nach Angaben von B.Stolte, Leeste und D.Prothmann
87 lt. Aussage H.Landwehr 2018
88 Zeichnung aus dem Besitz von Gisela Wählisch – Repro F.Butt
89 Foto aus dem Besitz von B. Stolte, Leeste
90 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann, Leeste – Repro F.Butt
91 Foto aus dem Besitz von D. Prothmann, Leeste –
92 Im Grundstein wird ein Schriftstück mit dem Briefkopf der Fa. Warneke eingemauert mit der Aufschrift „Diese Mühle wurde Ende 1949 und Anfang 1950 erbaut von Johann Warneke und seinen beiden Schwiegersöhnen Herwig Prothmann und Erich Wählisch. Möge dieses Dokument niemals zu Tage kommen und die Mühle unserer und den folgenden Generationen Glück und Segen bringen, der Allgemeinheit dienen und nützlich sein“. Eine Kopie des Schriftstücks befindet sich im Besitz von D. Prothmann. 93 Foto aus dem Besitz von E. Grafe, Melchiorshausen