Gut Sudweyhe 1: Frese gen. Quiter

 Paul Athmann

 

Lage: Das Gut liegt in Sudweyhe an der Sudweyher Beeke, nahe der Hachemündung in den Kirchweyher See. Es ist heute im Besitz der Familie Wetjen.

 

Es gibt keinen urkundlichen Nachweis darüber, welche Höfe in Weyhe den Ursprung dieses Gutes gebildet haben.

Nach einer Vermutung war das Gut ursprünglich mit dem Hof identisch, der der Familie von Horn gehörte.1 Dieser Hof taucht im Erbregister von 1585 als Hof des "Ortgies Quiter, Hüner von Horn seligen Erben" auf. Laut dem Syker Erbregister muss der Hof "gleich dem Adel zu Kirchweyhe beim Hauß Sieck in vorstehenden Kriegs-Läuffen und Durch-Zugen sich finden laßen, auch dem Landesfürsten die Roßdienste zu verrichten".2

Das 2007 von Google bereitgestellte Luftbild zeigt die Lage des Hofes und die hufeisenförmige Anordnung der Gebäude (Bildmitte oben).

In einem Bericht des Amtes Syke wird 1596 unter den adeligen Gütern aufgeführt:

 

„Boldewin Hermelinges erben, besitzett itzo Ordtgieß Quiter

 

Heinrich Clüver, der Drost des Erzstiftes Bremen, hatte 1485 eine Becke von Marschalk in 3. Ehe geheiratet. Die gemeinsame Tochter Pelleke (+1562) war als Erbin von Weyhe bezeichnet worden.

 

Im 14. Jahrhundert erhielt Alverick Clüver mehrere Höfe in Weyhe von den Hoyaer Grafen, die vorher die Familie Klencke zu Lehen hatte.3 Heinrich Clüver hatte 1477 einen Hof in Sudweyhe an die Bremer verkauft. Nach dem Tod des Heinrich Clüver heiratet seine Frau Becke den Sudweyher Gutsbesitzer Johann Frese, vom Gut Sudweyhe 2 an der Hache. Damit werden die Sudweyher Güter untereinander verwandtschaftlich verbunden.4

 

Pellecke von Clüver heiratet Anfang des 16. Jahrhunderts Johann von Hermeling. Hermelings besitzen neben dem Arster Hemm ebenfalls einen Hof in Sudweyhe.

Das Wappen der von Horn auf dem Grab des Arp Hermeling.
Das Wappen der von Horn auf dem Grab des Arp Hermeling.

Nach W. Berner muss die Mutter des Johann v.Hermeling eine geborene von Horn gewesen sein. Einen anderen Schluss lässt die Wappenfolge auf dem Grab des Arp von Hermelings, einem Bruder des Balduin, nicht zu.5 Es ist daher möglich, dass das “Erbe von Weyhe” der Pellke Hermeling identisch ist mit dem (oder einem Teil des) Erbe des Hüner von Horn, und dass Johann von Hermeling es von seiner Mutter erbte.

Boldewin (Balduin) von Hermeling, bittet 1562 (im Jahr des Todes seiner Mutter Pelleke) den Grafen Albrecht II. von Hoya, „daß ihm der Graf Gerechtigkeit an dem Hofe verleihen möge, um weswillen er ihn citirt hat, da er noch keine daran besitze“; ... Georg von Weyhe 6 und Hüner vom Horn sind zur Belehnung bereit. Hermann vom Horn der Ältere bittet um 14 Tage Frist zur Durchsicht seiner Papiere; sei es danach Burglehn, wolle er's empfangen.7

 

1562 also war ein Hüner von Horn noch am Leben und erhielt ein Lehen. Bei dem hier genannten Hüner muss es sich wohl um einen Nachkommen (Enkel?) des in der Urkunde von 1516 genannten “zeligen Hüner” handeln. Hüner Jr. könnte ein Sohn des Nikolaus (Claus) sein, der hier eine halbe Stelle gegen ein Stück Land eintauscht.Auch Hermann von Horn soll 1562 ein Lehen empfangen, und zwar das Burglehen. Balduin von Hermeling möchte ein weiteres Lehen empfangen. Dabei ging es entweder um den Hof seiner Schwiegermutter, der Pelleke Hermeling geb. Clüver, die 1562 gestorben war (es könnte dies also der Hof sein, den die Familie Clüver im 14. Jahrhundert erhalten hatte) – oder um das Erbe, das Johann Hermelings Mutter in die Ehe gebracht hatte.

1526 wird Johann Frese (Quiter) im Zusammenhang mit der Sudweyher Wassermühle erwähnt. Seine Abstammung ist nicht klar. Er könnte ein Sohn eines Heinrich (Heine) Frese gen. Quiter sein. Oder er ist ein Nachkomme des Wilken Frese, der das andere Gut in Sudweyhe besitzt. Johann stammt jedenfalls aus der Linie, die sich “von Frese genannt Quiter” oder nur “von Quiter” nennt

Im Adelslexikon des E.H. Kneschke heißt es zum Wappen der Freses:

 

"Frese, genannt v. Quiter […] Altes, urkundlich schon im 13. und 14. Jahrh. vorkommendes, ostfriesländisches und bremensches Adelsgeschlecht, welches auch im Oldenburgischen und Braunschweigischen begütert wurde und auch nach Preussen, Österreich und Dänemark gekommen ist. Dasselbe wurde in früher Zeit auch Fresen, Vrese, Friesen und Vriesz geschrieben u. später trat eine Linie, die zu Etelsen, mit dem Beinamen: v. Frese, genannt v. Quiter, auf, welcher Beiname durch Vermählung eines Sprossens dieser Linie mit einer v. Quiterschen Erbtochter in dieselbe gekommen sein soll. […]8

 

Johann Frese hat zwei Söhne, Joachim und Ortgies Ernst. Während Joachim das Gut in Leeste erbt (siehe dort), ist für Ortgies Ernst das Hermelingsche Erbe in Sudweyhe eine Heirats-Mitgift:

 

Die Tochter Pelke (+ 1599) des Balduin Hermeling heiratet Ortgies Ernst Frese gen. Quiter (+ 1627) und bringt das Gut ihrer Urgroßmutter (von Horn) oder das ihrer Großmutter (von Clüver) mit in die

Ehe.

 

Da im Erbregister von 1585 neben dem Quiterschen Adelssitz nur noch das Sudweyher Gut von Dietrich Freese gelistet ist, kann man davon ausgehen, dass der "von Hornsche" Hof in das Quitersche Gut aufgegangen ist .

 

Es gibt aber auch noch eine andere mögliche Erbfolge – und zwar über das Erbe der Margarethe von Horn bzw. ihrer Tochter Adelheid von Wechold, die den Hof mit in ihre Ehe mit Johann Frese eingebracht haben könnte. Laut H. Esdohr war Adele (Adelheid) nämlich eine Tochter des Johann von Wechold und seiner Frau Margarete von Horn (+ vor 1613).9

 

Damit besitzt jedenfalls die Familie Frese gen. Quiter neben diesem Hof auch noch das Gut inUllenstedt (im Ortsteil Westerwisch von Thedinghausen gelegen). Dieses hatte Adelheid von

Wechold von ihrem Vater geerbt.

 

Da gleichzeitig Ortgies‘ Bruder Joachim Besitzer des Gutes i n Leeste wird und auch ein Frese auf dem Sudweyher Gut an der Hache sitzt, der aus einer anderen Linie derselben Frese-Familie stammt, ist eine Vormachtstellung der Freses in Weyhe entstanden.

 

Also fällt der Bericht des Amtes Syke über die adeligen Güter im Jahr 1596 wie folgt aus:

 

„Die adeliche sitze in […] ambt Syck gelegen, sein nach folgende.

Ahrendt Quiterß erben haben zu Leste ein freien edelmans whonung, bewhonet itzo Dietrich von Botmerß nachgelaßene witwen, Dietrich Frieße, thumdechant zu Verden, whonet zu Suthweihe. Hünner von Horn erben, besitzett itzo mehrentheill Remmert von Hadenstorff, die übrigen, besitzett Dohrthea von Horn. Boldewin Hermelinges erben, besitzett itzo Ordtgieß Quiter. Georg von Weihe güter werden die helffte dem reidtmeister zur Hoya, Johan von W[eihe] und die helffte von Hilberth von Weihe gebr[...]“

 

Bei dem Gut der „Hüner von Horn Erben“ dürfte es sich um die Finterei (Gut Sudweyhe 3) handeln.

 

1617 bekennt Ortgies Quiter zu Sudweihe, dem Vikar des Altars Cosmae et Damiani in der Anschariikirche, Herrn von der Beke, 170 Bremer Mark schuldig zu sein. 10

 

Im Dreißigjährigen Krieg bitten 1622 Ortgieß Ernst Quiter, Erich von Weyhe und Johann Frese den Drosten von Syke, Johann von Langen, sich in Bremen Geld zu leihen, um es an die durchziehenden Mannsfeldschen Truppen zahlen zu können, damit sie ihre Bauern verschonen . 1625 wird erwähnt, dass Johann Quiter zu Leeste und Erich von Weihe schon etwas von dem Geld zurückerhalten hätten.11

 

Nachdem sich 1627 nach der Schlacht von Lutter am Barenberge die Dänen sich zurückgezogen haben, bleibt das Amt Syke in kaiserlichen Händen. Herzog Friedrich Ullrich versucht, vom Amt Syke wieder Besitz zu ergreifen. Da das Schloss Syke noch von den kaiserlichen Truppen unter Tilly besetzt ist, begnügt man sich 1627 damit, den Besitz mittels Anfassen des hölzernen Handgriffs an der Tür der Wassermühle in Barrien zu ergreifen. Anschließend erfolgte die Huldigung von Seiten des Adels im Pfarrhause zu Barrien, und zwar durch Johann von Langen, Ortgies Quiter, Johann Freese, Johann Quiter zu Weyhe, Johann Quiter zu Leeste und Remmert Trampe. Faktisch jedoch blieb das Amt Syke zu dieser Zeit unter der Herrschaft Tillys.12

 

Hier wird Johann Quiter zu Weyhe erwähnt. Bezeugt ist ein Schatzrat der Obergrafschaft Hoya, Johann von Frese gen. Quiter, der 1592 geboren und 1661 in Weyhe gestorben ist. Sein Vater ist Ortgies von Frese gen. Quiter, seine Mutter Pelke Hermeling. Er ist also Erbherr auf Weyhe und Ullum (Ullenstedt).

 

1650 kommt es zum Streit zwischen Sudweyhe und Kirchweyhe: Die Eingesessenen von Kirchweyhe hatten, um das fortwährende Hochwasser abzufangen, einen Staudeich gebaut, den die Sudweyher mit Unterstützung der Edelleute Dietrich Frese und Johann Frese gen. Quiter wieder durchstochen und verwüstet hatten.13

 

1653 klagen die Junker Johann Quiter und Remmert (Reimert) Franz von Hademstorf zu Süd- und Kirchweyhe gegen den Thedinghäuser Meier Gödeke Block wegen unbefugter Fischerei.14

 

1656 wird der Junker Johann Quiter zu Weyhe in einem Streit mit dem Syker Amtmann erwähnt.

 

Johann ist seit 1620 verheiratet mit Margarethe Klenke(+1643), Witwe eines Sohnes des von Hademstorffs aus Kirchweyhe. Nach dem Tod seiner ersten Frau Margarethe heiratet Johann 1647 Hedwig Engel von Mandelsloh. Mit ihr bekommt er 2 Söhne (Johann jun. und Ortgies Ernst jun.) sowie 4 Töchter. 15

 

Johann sen. (* 1592) stirbt 1661. Johann jun. stirbt ebenfalls schon 1671. Ortgies Ernst jun. ist 12 Jahre alt, als der Vater stirbt.

 

Ortjes (Ernst) Frese jun. gen. Quiter, Drost von Bruchhausen, ist dann ab 1678 Besitzer des Gutes. Er erbt das Gut von seinen Eltern "nach seiner Zuhaußkunft auß Militärdiensten".16

 

Er beklagt 1683 in Verhandlungen mit der Hoya-Diepholzschen Landschaft über das "unchristliche" Verhalten seiner Eltern, die ihm und seinen Schwestern "so wenig als nichts von dem Guht gelaßen" hätten.17

 

1679 werden erwähnt: Johann Cord Freese, gen. Quiter; Ortgies Ernst Freese genannt Quiter

 

Johann Cord Frese ist Besitzer des Gutes Leeste.. Ortgies Ernst (Jr.) ist Besitzer des Sudweyher Gutes.

 

 

Aus dem Jahr 1680 liegt eine Beschwerde des Ortgis Ernst Frese, genannt Quiter, zu Weyhe vor gegen den Amtmann zu Thedinghausen wegen der zugemuteten Teilnahme an der Reparatur der Deiche im Amt Thedinghausen, obwohl er dort nicht mehr Besitzer des Gutes Ullenstädt sei. 18

 

Das bedeutet wohl, dass Ortgies Ernst das Gut Ullenstedt zwischenzeitlich verkauft hat.

 

Von Theodor Müller wissen wir, dass 1688 der Kornzehnte in Thedinghausen, Eißel, Dibbersen und Lunsen zur Hälfte den v. Quiter in Weyhe gehört (die andere Hälfte dem Drosten von Gerstenberg auf dem Erbhof). Dafür geben diese jedes Jahr zu Martini an das Amt Thedinghausen zusammen 6 Scheffel Gerste und 6 Scheffel Hafer.

 

Zum Zehntbesitz des Landrats v. Quiter gehört außerdem zum Teil die Werdersche Feldmark. Ab 1714 sind die Zehntrechte wieder im Amt Thedinghausen. Den Zehntbesitz hatte das Amt Thedinghausen (und auch v. Quiter?) nach dem Westfälischen Frieden vom Erzbistum Bremen übernommen. 19

 

1694 erhalten Ortgies Ernst Frese, genannt Quiter, und Georg Raesfeld sowie Franz Phillip von Hademstorf die Einforderung von 242 Talern Zinsen durch die fürstliche Kammer (bzw. den Beamten zu Syke) .

 

Auf einer Karte von 1695 , die wegen streitiger Fischgründe in “der neuen Kuhle” angelegt wurde, ist auch "Capitain Quiters Pacht-Landt" eingezeichnet . Es handelt sich wohl um Außendeichsgelände an der Alten Weser in Ahausen.20

 

Ortgies Ernst lässt 1701 mit seiner Frau Anna Elisabeth von Brobergen 21 ein neues Gutshaus bauen. 22 Dieses Herrenhaus ist noch auf einer alten Karte aus dem 18. Jahrhundert (um 1729) eingezeichnet .

 

1702 lautet der Eintrag in der Matrikel der Hoyaschen Ritterschaft: "Im Kirchspiel Weyhe: Herrn Capitain Lieutenant Ortgies Ernst Freese, genannt Quiter, besitzet zu Sudweyhe Ein Erbguth. Simplum: 2 rth. 1 mgs. 4 d."

 

Der Wappenstein befindet sich heute im Gutshaus (Wohnhaus). Er war mal am Giebel des alten Niedersachsenhauses angebracht. Auch dort scheint er nicht ursprünglich gesessen zu haben. Es wird vermutet, dass er von einem Herrenhaus stammt, das vor dem Niedersachsenhaus dort gestanden hat.

 

Auf einer Karte der Weyher Marsch aus dem Jahre 1729 (Zeichner: Treu) ist auch das von Quitersche Gut eingezeichnet. Es liegt am rechten Hacheufer in der Nähe der Mündung in den Kirchweyher See. Das Haus ist deutlich größer als die Höfe an der Kirche linksseitig der Hache, die ja teilweise auch Gutshäuser darstellen (Weyhenhof und von Hademtorffsches Gut).

 

Das rechts eingezeichnete Haus stellt vermutlich das Herrenhaus des Quiter’schen Gutes dar. Was die Hausform anbetrifft, ist die Darstellung von Treu aber wohl nicht realistisch, da er sich mehr auf die Marschlandschaft konzentrierte. Außerdem ist die Karte 1729 zwar aufgenommen worden, aber erst nach 1750 gezeichnet worden.23

Hieronimus Wiegand von Frese gen. Quiter (*1718, +19.2.1788), Drost von Harpstedt und Landrat der Hoyaschen Landschaft, erbt das Gut um 1733 von seinem Vater Ortgies Ernst.

 

Nach H. Esdohr hatte Ortgies Ernst einen Sohn Johann Heinrich (*1684, + 1756), der mit Louise v. Laffert verheiratet war. Ob Hieronimus ein Sohn von Ortgis oder ein Enkel von Ortgis und ein Sohn v. Johann Heinrich war, läßt Esdohr offen. Das Geburtsdatum 1718 stammt ebenfalls von Esdohr. Vermutlich war Hieronimus aber 1733 schon älter als nur 15 Jahre, als er das Gut erbte.

 

Hieronimus Wiegand ist mit Magdalene von Zabeltitz (*1720, +1785)24 verheiratet. Von 1743 bis zu seinem Tod ist er auch Kanoniker des Stifts Bassum. Der Obristleutnant besitzt neben dem Weyher Gut zwei weitere Güter: das Gut Koppel und das Gut Etelsen in Achim.

 

Er hat zwei Töchter (geboren um 1750 im Abstand von 2 Jahren), "eine kränklich", eine "sehr wild". Die beiden haben eine französische Erzieherin mit Namen Clement . Charlotte von Einem, die Enkelin des Kirchweyher Pastors Bauermeister, nimmt an ihrem Unterricht teil und beschreibt sie als "pietistisch fromm, sehr streng".

 

Aus ihrer Autobiographie wird auch etwas über den Hof von Quiter mitgeteilt: "Schöne Gärten mit Obst und Blumen", und "Die Jagd und der Landtag nahmen den Herrn Oberst sehr oft in Anspruch so daß er selten zu Hause".

 

Und weiter: "Die Frau starb an Brustkrebs, die Französin ging ab und dann wars ein lustigs Leben, öftere Schmausereyn bei denen immer getanzt ward, Umgang mit den jungen Offizieren die da herumlagen." Schließlich: "lernte mit den Frl. von Quiter Tanzen, von einem Tanzlehrer aus Celle der 4 Wochen da wohnte".25

 

Im Ortsfamilienbuch Harpstedt lassen sich die genealogischen Daten des Hieronimus finden:

 

Eltern: Ernst Frese gen. v. Quiter (* um 1678),

Anna Elisabeth v. Brobergen (* um 1691, + 2.3.1766 in Harpstedt

Kinder:

- Christine Louise Fred. Charlotte (*1750 in Leeste)

- Johann Heinrich (*ca. 1751, + 6.6.1818) "Fähnrich im Sydowschen Infanterie Regimente"

oo 15.7.1789: Sarah Dorothea v. Hugo (* ca. 1771, + 31.8.1794 )

Sarah Dorothea starb mit 23 Jahren, 5 Jahre nach ihrer Hochzeit, an der Ruhr. Sie

wurde in Kirchweyhe in einem ausgemauerten Grabe begraben.

- Louise Gertrud (*1752, + 1796) oo 27.10.1779 Christian Otto v.d. Wisch

- Adelheit Elisabeth (*16.10.1754, + 23.10.1818)

oo 3.2.1780 Claus von der Degen (Decken) (* ca. 1741, + ca. 1803) "Landrath und

Gräfe im Herzogtum Bremen"

Sohn: Johann Christian v.d.Decken (*26.5.1782)

- Friderica Johanna Marie Charlotte (* 4.7.1756 in Harpstedt)

- August Christoph Friederich (*1758 in Harpstedt)

- Margaretha Magdalena (*1762 in Harpstedt, + 8.3.1776 an Scharlach, begraben in Weyhe)

 

 

Planausschnitt um 1710 26

Der Hof liegt an der "Sudweyher Weyde", da wo die Beeke eine Biegung macht. Eingetragen sind neben einem Gutsgarten das Herrenhaus und Stallge-bäude. Hier hat der Zeichner größere Sorgfalt auf die Hofanlagen und Wege verwandt. Daher ist dies wohl eher eine der Realität nahe kommende Darstellung als die Karte von Treu.

Aus den Jahren 1774 bis 1779 sind Briefe an den Landrat Quiter zu Koppel, Weyhe und Etelsen erhalten in Verwaltungsangelegenheiten von dem Einnehmer von Horn zu Achim; Willich; Fuchs und anderen.

 

Das Gut Koppel gehörte im 17. Jahrhundert der Familie von Mandelsloh. Das Gut gelangt über die Familie von Freese gen. Quiter um 1780 an den Obersten Christian Otto von der Wisch zu Rechtebe.27

 

Am 18.5.1752 schreibt Hieronimus W. v.Q. als Landrat der Hoyaschen Landschaft anlässlich der Gründung einer "Brand-Assekurations-Sozietät" "im Namen seiner Kollegen" an die Calenberger Landschaft [bzw. an die Königliche Regierung], in dem er sich dafür bedankt, dass die Calenberger bereit waren, an der "so vortheilhaften, gemeinnützigen und allen Beyfalls würdigen Societaet denen mit Gebäuden versehenen Einwohnern der hiesigen Grafschaft geneigten Antheil zu gönnen". Weitere Schreiben des Landrats in dieser Sache ergingen am 10.6. und 11.11.1752 sowie am 16.12.1766 / 20.6.1767.28

 

 

Auf einem Plan von ca. 1753 liegt der "von Quitters Hoff" nördlich der Biegung der Beeke, an der Sud-weyher Kuhweide.

 

Neben dem Hof liegen zwei Gehöfte westlich und eins südöstlich.Die Höfe an der Beeke werden als "Sudweiher Freie Höfe" bezeichnet.

 

Der Plan ist zitiert in einem 1994 erschienen Band mit Frauenbiographien aus der Zeit um 1750 "Ich wünschte so gar gelehrt zu werden", in der Charlotte von Einem, die Enkelin des Kirchweyher Pfarrers Bauermeister, ihre Jugendzeit in Kirchweyhe und Sudweyhe beschreibt. Es ist wohl eine Nach-zeichnung des Plans von Balsleben.

In der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1773 ist der "Adelshoff von Quiter" südlich der Sud-weyher Kuhweide eingetragen.

Heinrich Riechers (Riekers) aus Kirchweyhe erwirbt ein Stück Gartenland in Sudweyhe (auf dem Brink), zwischen dem von Quiterschen Gute und Claus Behrens' Garten (Neubauer-stelle Nr. 74), um darauf ein Haus zu bauen. Dies ist die spätere Anbauerstelle Nr. 93. Der Kaufvertrag mit der Unterschrift des Hieronymus Wiegand Frese gen. von Quiter und Hinrich Riekers ist erhalten (1974 im Besitz von Aline Wetjen von der Hofstelle Nr. 10 in Ahausen.)

Um 1783 wird der Landrat von Quiter (der Ältere, gemeint ist wohl Hieronymus Wiegand) auf Weyhe und um 1784 die Frau von Quiter, geb. Zabeltitz erwähnt (als Besitzer des Athelingschen Hofes in Achim). Zum Quiter’schen Gut gehört um 1783 auch dieser Athelingsche Hof:

 

„Zum Athelingschen Hof in Achim gehörten damals "ein Garten von 2.500 qm, 56 Himpten Saat auf der Geest und 42 Himpten Saat in der Marsch und Anteile der Gemeinheit auf der Geest, in der Marsch, an Holz, Moor und Schäferei sowie ein Bauhof". Der Hof ist 1698 als Gerechtigkeit des Gutes Koppeln ausgewiesen. Bereits bei der vorhergehenden Aufstellung des Hofschatzes gehörte er zu den Gerechtigkeiten dieses Gutes, dem er eine jährlich Einnahme von 30 Reichsthalern einbrachte. Die Besitzer des Hofes waren zunächst die Erbherren des Gutes Koppeln in Etelsen, dann um 1700 von Klencke, gefolgt um 1702 von Johann Hinrich von Breithaupt, danach von Zabeltitz, um 1783 Landrat von Quiter (der Ältere) auf Weyhe und um 1784 Frau von Quiter, geb. Zabeltitz. Im Jahre 1786 wurde bei der Teilung des von Quiterschen Nachlasses, zu dem mehrere Güter gehörten, der Athelingsche Hof aufgeteilt. Von diesem Hof fielen die Wurth des Athelingschen Hofes und sämtliche Gemeinheitsberechtigungen an das Gut Koppeln (damals im Besitz des Oberstleutnants von der Wisch) und sämtliche Ländereien, Wiesen und Weiden an das Gut Weyhe (im Besitz der Landrätin von der Decken). Der dritte Erbe des von Quiterschen Nachlasses war der Hauptmann und spätere Landrat von Quiter auf Gut Etelsen, der damals bezüglich des Athelingschen Hofes allerdings leer ausging.

 

Im Jahre 1809 wurden die zum Gute Weyhe gehörenden Ländereien des Hofes verkauft. Das geschah 1868 auch mit dem Garten des Hofes, den der damalige Besitzer des Gutes Koppeln, Minister von der Wisch, zur Gründung der Badener Anbauerstelle Nr. 142 veräußerte. Die Ländereien des Hofes waren bereits 1698 verpachtet. Wirtschaftlich nicht genutzt werden konnten die Weiderechte, da nur das auf dem Hof gehaltene Vieh weideberechtigt war. Die Verpachtung wurde beibehalten, als die Ländereien dem Gute Weyhe zugesprochen wurden. Ihre Verwaltung übte seitdem der Kaufmann Lahusen aus Achirn aus. Die Gemeinschaftsarbeiten, die auf diesen Ländereien ruhten, hatte der Kötner Brüne Böse zu verrichten. Pächter der Ländereien waren Badener Einwohner. 29

 

Hieronymus Wiegand von Frese gen. Quiter stirbt am 19.2.1788 an einer fiebrigen Entzündung des Fußes30. Er wird in Kirchweyhe beigesetzt in der Familiengruft mitten in der Kirche.

 

Hieronimus vererbt 3 Güter an seine 3 noch lebenden Kinder, die per Losentscheid verteilt werden.

 

  • Landrat Johann Heinrich Freese gen. von Quiter auf Gut Etelsen 178x: Johann Heinrich Freese gen. von Quiter kauft Gut Ruschbaden. Überträgt es dann 1790 auf Gut Etelsen und verkauft es wieder an seinen Vorbesitzer. Gut Ruschbaden liegt in der Nähe des Athelingschen Hofes in Achim-Baden. 1789: Der Leutnant Frese genannt von Quiter demissioniert als "Character des Capitains" beim braunschweigisch lüneburgischen Militär .31 1790: Johann Heinrich Freese gen. von Quiter (der Bruder von Adelheid Frese) kauft (erbt?) Gut Etelsen . Er wird auch 1818 erwähnt als Landrat der Bremischen Ritterschaft zu Etelsen. 1803 ist Johann Heinrich Frese genannt von Quiter Hauptmann und Mitglied der Hoyaschen Landschaft.32
  • Adelheid Elisabeth Frese (1754-1818) erbt den Sudweyher Gutshof. Sie ist verheiratet mit Landrat Claus von der Decken (1741-1803).Wappen von der Decken Auch der Athelingsche Hof in Achim gehört zu dem Erbe (s.o.), der aber schon 1809 verkauft wird. Conrad Block (* 1768 Großenlobke, Amt Ruthe, + 1845) ist Verwalter auf dem Gut. Er wohnt in der Abbauerstelle 96, Auf dem Brink. Er stirbt am 11.5.1845 beim Fall vom Dachboden.33 Über eine vorliegende „Sicherung einer Hypothek aus dem Jahre 1811 der Witwe des Rats von der Decken, Adelheid Elisabeth, geb. Frese, genannt von Quiter, in Laak zugunsten des Händlers Bernhard Friederich Seumnich in Hamburg“. 34 wird deutlich, dass die Witwe von Decken 1811 nach Laak umgezogen ist, also nicht mehr auf dem Gut in Sudweyhe wohnt.

 

       Wappen von der Decken

1812: Adelheit Elisabeth von der Decken, geb. von Frese, genannt von Quiter (Ehefrau des Landrats von der Decken) gibt Vollmacht an Rittmeister Hieronymus von der Decken, beide in Laak, die Regelung des Zinsmeier Erbes des Gutes Weyhe in Syke zu erledigen.

 

1813 stellt die Witwe des Landrats von der Decken, Adelheit Elisabeth, geb. von Quiter, in Laak eine Vollmacht aus für den Substituten Johann von der Wisch in Bremen eine Anleihe auf ihr Gut Weyhe in ihrem Namen aufzunehmen.35 Christian Otto von der Wisch ist mit Adelheids Schwester Louise Gertrud Frese gen. Quiter verheiratet.

 

Nach dem Tod von Claus von der Decken (1803) lebt Adelheid noch 15 Jahre.

 

Um 1800 ist Johann Heinrich Koch , der Sohn des Ahauser Lehrers, Verwalter auf dem Quiterschen Gute: Er hatte die Witwe des Heinrich Riechers geheiratet (Sudweyhe Nr. 93, auf dem Brink, in der Nachbarschaft des Gutes).

 

Bis 1820 besaßen die Freses (genannt Quiter) das Gut in Sudweyhe. Die 6 Kinder der von der Decken wollten das Gut nicht bewirtschaften. Sie versteigerten es an den Vollmeier Johann Dietrich Wetjen vom benachbarten Wetjen-Hof ("Siemer"). Der sogenannte Binnenhof mit 3 Gärten ging an ihn.

 

Johann Dietrich Wetjen (* 1767, + 1837) ist mit Margarethe Kehlenbeck verheiratet. Die Wetjens siedeln von ihrem Hof auf das Gut über. Nach dem Umzug der Wetjens auf das Rittergut wurde der Hof Wetjen zum Häuslingshaus. Das Land geht an H. Blohm, Dreye.36

 

Nach dem Umzug der Wetjens auf das Rittergut wurde der Hof Wetjen zum Häuslingshaus.

 

Die Wetjens waren schon vorher in Sudweyhe ansässig: schon für 1521 gibt Heinrich Meyerholz einen Hinr. Wedeken und einen Carsten Wethken an.37 1678 wird Dietrich Wetjen als Vollmeier des Gutes in Sudweyhe (an der Hache) erwähnt, und auch 1687 wird dieser Dietrich Wetjen in einem Protokoll des Syker Amtes aufgeführt.38

 

Der Hof "Siemers" ist in einem Plan von 1751 des von Schwicheldtschen Gutes in Sudweyhe eingezeichnet:

Nördlich des Wendten-Hofes liegt der Hof "Ditr. Siemers", der spätere Hof Wetjen. Hier stehen heute Wohnhäuser an der Finterei.39

Nach dem Verkauf des Landes an Blohm war wohl der große Marschkamp übrig geblieben. Da er höher lag als die umgebenden Marschwiesen, konnte er kaum landwirtschaftlich genutzt werden. Hier beantragte 1824 der Drost von Zesterfleth die Anlage einer Ziegelei. Er fand die Sudweyher Heinrich Oetjen und Claus Köster als Pächter, die den Ziegelei-Betrieb aufbauten. Als Verwalter der Ziegelei trat dann später der Sudweyher Einnehmer Segelke auf. Später übernahm der Vollmeier Esdohr aus Sudweyhe die Ziegelei, und schließlich betrieb sie der Ziegeleimeister Fritz Löhr bis zum 1. Weltkrieg.

 

"Am 9. Juli 1824 verpachten die Erben der Landrätin von der Decken durch den Stadtsyndikus Dr. Lang in Verden den zum Gut von der Decken gehörenden großen Marschkamp an den Brinksitzer Joh. Hinrich Oetjen und Mauermann Claus Köster in Sudweyhe auf die Dauer von 15 Jahren "zum Behuf der Anlegung einer Ziegelei" für jährlich 230 Reichsthaler Gold in wichtigen Pistolen zu 5 Thaler gerechnet. Als dieser Marschkamp 1846 in das Eigentum aus Dreye stammenden Landbau-Inspektors Blohm in Aurich überging (einem Sohn des

Brinksitzers Blohm in Dreye Nr. 13 - heute Familie Kuck) wurde der Pachtvertrag ab 1.1.1847 allein mit dem Maurermeister Claus Köster zum Pachtpreis von 250 Thaler Gold bis zum 1.1.1850 verlängert." 40

 

Johann Heinrich Wetjen (*21.3.1803,+2.8.1865) erbt 1837 das Gut von seinem Vater Johann Dietrich.

 

Er ist verheiratet mit Gesche Adelheid Benecke (* 30.9.1801, + 23.12.1850), Tochter des Vollmeiers Johann Arend Benecke in Osterholz, Amt Syke, und der Gesche Meyer aus Leeste.

 

1847 erhält Johann-Heinrich Wetjen das Stimmrecht (1841 ist im Güterverzeichnis noch von der Decken gelistet.41

 

1863 folgt sein Sohn Dietrich(*1830). Dieser stirbt aber schon 1864, noch vor seinem Vater.

 

Das Gut gehört 1864 dem Zusammenschluss 'Hoya-Diepholzer Landschaft' an. ('landtagsfähige Güter'). Sitz und Stimme im Landtag ging auf die Wetjens über. 1850 beträgt die Größe des Hofes etwa 189 Morgen. 42

 

Dietrich ist verheiratet mit Anna Adelheid Winter (*1837, + 1887), Tochter des Vollmeiers Johann Winter (Sudweyhe Nr. 6) und der Anna Margarethe Lange aus Emtinghausen. Sie haben einen Sohn, Johann Heinrich, der beim Tod seines Vaters aber erst 3 Jahre alt ist.

 

Nach dem Tod ihres Mannes Dietrich heiratet Anna Adelheid den Bruder ihres Mannes, Johann Arend Wetjen, der aber auch schon 1883 stirbt. 43

 

Nach dem Tod des Dietrich übernimmt also Johann Arend als Interimswirt von 1865-1882 den Hof und gibt ihn 1882 an Heinrich, den Sohn des Dietrich ab.

 

1882 kommt also Heinrich sen. Wetjen (1861 - 1921), der Sohn des Dietrich Wetjen (Enkel des Johann Heinrich Wetjen), durch einen Übertragungsvertrag in den Besitz des Gutes. 1884 baut er ein neues Wohnhaus, das noch heute die Familie Wetjen bewohnt. Das im Landhausstil gehaltene Gebäude hat mit aufwendigen Sandsteineinfassungen versehene Türen und Fenster. Das Schindeldach hat mehrere kunstvoll gestaltete Dachreiter und Gauben - ganz im damals modernen "Schweizer Stils".44

Das Wohnhaus auf einer Postkarte um 1910 (aus dem Besitz der Familie Wetjen). Ein angebauter Wintergarten gewährt freie Sicht in den schön angelegten Gutsgarten.


Auf einem Gemälde (im Besitz der Familie Wetjen) sind das 1884 erbaute Wohnhaus im ursprünglichen Zustand zu sehen, sowie das Niedersachsenhaus von 1701. Der Haupteingang des Wohnhauses liegt noch zum Garten hin und ist mit einer Veranda überbaut. Diese wurde später durch einen Wintergarten ersetzt.

 

In erster Ehe ist Heinrich Wetjen mit Marie Solte aus Bremen verheiratet. Sie stirbt 1898.

 

Bei seiner zweiten Heirat (nach 1898) mit Gesine Meyer (*1875,+1956) vom Vollmeyerhof Joh.Friedr. Meyer, Kirchweyhe Nr. 9 an der Kirche, lässt er das alte Bauernhaus abbrechen und baut neue Stallungen. 45

 

Heinrich sen. Wetjen lässt also auch die Wirtschafts-gebäude umbauen. Das alte Niedersachsenhaus und auch das Bauernhaus auf der Wetjenschen Hofstelle werden abgebrochen. Neue Wirtschafts-gebäude entstehen.

 

Von der Postkarte um 1910(?) stammt auch das Foto der neuen Wirtschaftsgebäude.

1908 beträgt die Größe des Hofes etwa 327 Hektar. 46 In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit verschuldet sich das Gut. Die alte Hofstelle Wetjen muss verkauft werden. Sie lag an der Beeke zwischen dem Gut und der Finterei.

Der Sohn aus 2. Ehe mit Gesine Meyer, Heinrich jr. (Heinz) Wetjen (*1902, +1987) tritt 1921 mit 19 Jahren das Erbe an. Er muss seinen Bruder und seine beiden Halbschwestern auszahlen.

 

Ein Foto aus den 1930er Jahren zeigt einen vom Pferd gezogenen Erntewagen auf dem Hof.47

 

1940 heiratet Heinrich jr. Anna Ahrens aus Ahausen Nr. 7 (Vater: Halbmeier Johann Ahrens). Sie bringt einen etwa gleich großen Betrieb in die Ehe ein.

 

Vom alten, 1954 abgebrannten Hof Ahrens ("Diekmann-Ahrens") aus Ahausen Nr. 7 stammt noch ein Grabstein von 1706 mit der Inschrift

 

"Anno 1629 ist Gesche Warnecken zu Dreye gebohren Claus Dieckman zu Ahusen gewesen die eheliche Hausfraue und 1706 seli(g) gestorben ihres Alters 77 Jahr"

 

Der Stein war auf dem Hof Ahrens eingemauert gewesen. Er steht heute auf dem Gutshof Wetjen.

Noch 1944 wird Heinrich jr. Wetjen zum Kriegsdienst eingezogen.

 

1945 dient das Gutshaus als Offizierskasino der Engländer. Die Familie muss das Haus verlassen, in das die englischen Truppen einziehen. Als es dann zum Kasino wird, können sie in das Gebäude zurück.

 

Der Wintergarten wird in den 1960er Jahren erneuert durch einen steinernen Vorbau. Das Holz des alten Wintergartens war morsch geworden und musste ersetzt werden. Dieser Vorbau wird später wieder abgerissen und ein neuer Wintergarten angebaut.48

 

1969: Brand auf dem Rittergut Wetjen. Der Dachstuhl des Kuhstalls brennt aus.

 

1989 heiratet Dr. Friedrich-Arndt Frauke Hasche-Klünder aus Gehrden / Hannover. Seit 1996 haben sie einen Sohn, Johann Phillipp.

 

2006 wird ein großer Schweinestall gebaut für 640 Masttiere:

 

"Herr Dr. Friedrich-Arndt Wetjen, Achter de Beeke 49, 28844 Weyhe, hat die Errichtung und den

Betrieb einer Anlage zum Halten von Mastschweinen - Errichtung Mastschweinestall für 640 Tiere,

Errichtung Güllebehälter mit Reinigungs- und Desinfektionsplatz, Betrieb der Gesamtanlage mit 1300

Mastschweinen - ... beantragt. Standort der Anlage ist das Grundstück in der Gemarkung Sudweyhe

Flur 13 - Flurstück 32/5".

49

Auf der Sudweyher Kuhweide wird ein Maststall für Schweine gebaut. Daneben steht ein "Handyturm", der auf Wetjens Grundstück errichtet wurde, nachdem sich die Bürgerinitiative "Gegen den Sendemast in Sudweyhe" gegen eine Aufstellung im Ort Sudweyhe erfolgreich gewehrt hatte.

Der Gutshof 2020 von der Hache aus gesehen.

Die vordere Zufahrt im Jahre 2010. Der alte Brunnen stammt vom Hof Ahrens-Diekmann in Ahausen

1998 wird das Gut in einem Buch "Die Güter und Höfe der Familie von der Decken" aufgeführt. Das Gut wird auch im Buch "Die Rittergüter der Hoya-Diepholzschen Landschaft" von Thorsten Neubert- Preine ausführlich beschrieben.

Der Hof vom Schweinestall / Kirchweyher See aus gesehen im Winter 2010,

Das Wohnhaus im Mai 2010 (im Hintergrund das

Wirtschaftsgebäude)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Anmerkungen

 

1 Heinrich Gade bezieht auch dieses Gut, das Balduin Hermeling besaß, auf das Kirchweyher Burglehn derer von Weyhe. –s. (Gade, 1901) Bd. 1, S.513; Es gibt eine noch andere Darstellung der Herkunft des Hofes in der in der Familiengeschichte derer von Decken: Sie beruft sich auf Mushard und bezieht das Gut einerseits auf die von Gröpelingen und andererseits auf den Hof der Familie Mule:

"Im Besitze des einen (adeligen Gutes) waren im 14ten Jh. die v. Gröpeling, namentlich 1343 die Ritter Johann und Jacop v.G., 1373 aber Brüning v.G., Johanns Sohn, und die Gebrüder Johann und Gevert v.G., Hermanns Söhne (Mushard 257 und 258). Das andere Gut gehörte 1391 den f. Mule, insbesondere den Knappen Johann, Berend Berner und Erp, Berners Söhne. (Mushard 408). Das eine von diesen findet man später in den Händen der Familie v.Hermeling(Carlhaken). Pelke v. Hermeling (+8.10.1599), Tochter des Balduin v.H., brachte es ihrem Gemahle, dem Schatzrat und Drosten von Alten- Bruchhausen Ortgies Frese, gen. v. Quiter, auf Ullenstedt, zu. Er starb am 19.12.1629. Sein Sohn Johann (* 4.8.1592, verm. 14.7.1647, + 22.2.1661) vererbte Sudweyhe auf seinen und seiner 2ten Ehefrau, Hedwig Engel von Mandelsloh, erzeugten ältesten Sohn, den Capitain Ortgies Ernst v. Quiter. Dieser verehelichte sich mit Anna Elisabeth von Brobergen, Tochter des Rittersch.Präsidenten Johann Heinrich v.Br. und der Anna Catherina

v. Schulte. Er hinterließ das Gut seinem Sohne Heinrich, und dieser seinem Sohne Hieronimus Wigand v. Frese gen. Quiter, (+ 1788). Bei der nachmals unter dessen Kindern vorgenommenen Theilung des väterlichen und mütterlichen Nachlasses fiel Sudweyhe der jüngsten Tochter Adelheid Elisabeth zu, welches ihrem Gemahle, dem Grafen und Landrath Claus von der Decken a. Laak III (4ter Linie) übertrug. ... " Quelle: Die Familie von der Decken, von Wilhelm von der Decken, S.318

2 Erbregister der Hoyaer Grafen, 1585 – s. (Schacht, 1960) S.132

3 Vgl. (Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855) HOY UB I Nr. 97: „Die v. Klencke resignieren den Grafen Gerhard und Johann von Hoya ihre Güter zu Weyhe zu Gunsten des Alverick Clüver”, 1340

4 Vgl. www.arendi.de und (Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz'schen Landschaft, 2006) S. 276

5 Vgl. W.Berner, Das Grabmal des Ritters Arp v. Hermeling, in: Bremisches Jahrbuch, 1955

6 Georg von Weyhe = Jürgen von Weyhe: Besitzer des Weyhenhofes

7 (Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855) HOY UB I. Nr. 1495 v. 28.Sept.1562

8 Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon im Vereine mit mehreren Historikern. Von Prof. Dr. Ernst Heinrich Kneschke

9 (Esdohr, 1970): "Johann Quiter, ein Sohn des Heine Quiter zu Leeste und der Lücke geb. von Klencke, ein gewesener ungarischer Oberstleutnant, heiratete Adelheid von Wechold, eine Tochter des Johann von Wechold, erbgesessen auf Ullenstedt, und der Margarethe von Horn. Ortgies von Quiter, Drost zu Altenbruchhausen, ein Sohn des genannten Johann Quiter und der Adelheid von Wechold, erbgesessen zu Weyhe und Ullenstedt, welcher am 19.12.1627 starb, hatte Pelke von Hermeling geheiratet (gest. 8.10.1599), eine Tochter des Balduin von Hermeling, erbgesessen zu Weyhe, und der Clara von Eldingerade"

10 StABremen Urkunden St.Ansgarii. 01.02. 1-13-37. 1-34 Nr. 743

11 (Lueken-Dencker, 1991) S 222

12 aus: von Wangenheim, Beiträge zur Geschichte des Amts Syke, während des dreißigjährigen Krieges, in: Vaterländisches

Archiv für Hannoverisch-Braunschweigische Geschichte, Jahrgang 1833, S. 354

13 (Lueken-Dencker, 1991) S. 330

14 NLA Wolfenbüttel Amt Thedinghauen Nr. 214

15 (Lueken-Dencker, 1991) S. 334; s. auch dbs.hab.de/leichenpredigten

16 NLA Hannover Dep.106 Nr.585 / Syker Erbregister 1678

17 (Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz'schen Landschaft, 2006) S. 276

18 NLA Stade Stader Akten der braunschweig-lüneburgischen Besetzung 1675-1680 Nr. 1601

19 (Müller T. , 1928) S. 166 - Erbhof Prot. I, 223

20 Vgl. (Lueken-Dencker, 1991) S. 346

21 geboren 1691. + am 02.03.1766 in Harpstedt. ~ am 18.03.1766 in Kirchweyhe. {Hps.1766/024 - Kirchenbuchtext: d. 18ten Mart ist die hochadelige Frau Landvoigtin von Quitter geb. Anna Elisabeth v. Brobergen. von hier nach Weihe gebracht und in dem Erbbegräbnisse daselbst beigesetzet, welche am 2ten ejusd morgens um halb acht Uhr in dem Herrn selig entschlafen und ihr Alter gebracht auf 74 Jahre und 11 Monate- zitiert aus J.Boyer, Auswerungen: Adelige frei Güter in Weyhe, Nr.6, (2012) 

22 (Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz'schen Landschaft, 2006) S. 276

23 NLA Hannover Karten Nr. 11 l 43 pg

24 Magdalena von ZABELTITZ, luth. * um 03.07.1720.+ am 13.04.1785 in Harpstedt.~ am 23.04.1785 in Weyhe. {Hps.1785/025 - Kirchenbuchtext: Die hochwohlgebohrene Frau, Frau Magdalena Frese, genannt von Quiter, des hochwohlgebohrenen Herrn, Herrn Landraths und Drosten hieselbst Hieronymus Wiegand Frese, genannt von Quiter, Ehegemahlin., Tag des Todes: 13. April morg. 4 Uhr, Tag des Begräbnisses: 23. April im Erdbegräbnis zu Weihe, Krankheit: Gallenfieber, Alter: 64 Jahr 9 Monate 10 Tage}.

25 (Einem, 1994) S.38

26 Ausschnitt eines Plans des Gutes Sudweyhe (v. Fabrice) um 1710 (oder 1733?)

27 NLA Stade 7 von der Wisch

28 NLA Hannover Dep. 106 Nr. 1178 u. Nr. 1215 - Th.Neubert-Preine, VGH Festschrift, S.18 ff

29 Geschichtswerkstatt Achim (www)

30 Kirchenbuchtext St Felicianus Weyhe , Seite 87 Jahrgang 1788 : Hieronymus Wiegand Frese genannt von Quiter, weyland königlicher Vogt zu Siecke und Landrath der Hoyaischen Landschaft starb den 19.Februar des Morgens um 7 Uhr an einer nach einem Fußschaden erfolgten hitzigen Krankheit, seines Alters 70 Jahr und ward nach der bey adelichen Leichenfeier gewöhnlichen Observantz den 4. Mart in sein Familienbegräbnis in mitten der Kirche begesetzt. Landrath von Quiter vidus ist nach der Observantz von 12 bis 1 Uhr täglich vom Todestage bis zur Beerdigung beläutet und sind Pastori 20 Rth und Kustodi 7 Rth in Gold ausgezahlt

31 Annalen der Braunschweig-lüneburgischen Churlande

32 Königl. Großbritannischer und Churfürstlich-Braunschweig. Lüneburgscher Staatskalender, 1803

33 (Esdohr, 1970) S.302

34 NLA Stade Rep. 72/172 Freiburg Nr. 5317

35 NLA Stade Rep. 72/172 Freiburg Nr. 5014

36 (Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz'schen Landschaft, 2006) S. 277; (Esdohr, 1970) S.74

37 H.Meyerholz, Bodenständige Familien in den Grafschaften Hoya und Diepholz, Bd. 2, 1977

38 Vgl. E.Masemann in Krsz von 1989

39 Ausschnitt aus dem Plan des Gutes Sudweyhe von Balsleben um 1751

40 Archiv der Gemeinde Weyhe (H.Greve, W.Meyer)

41 Hof-und Staatshandbuch Kgr. Hannover, 1841

42 Die Güter und Höfe der Fam v.d.d. Decken, 1998

43 (Esdohr, 1970)

44 Vgl. (Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz'schen Landschaft, 2006) und Angaben H.Greve

45 (Esdohr, 1970)

46 Vgl. Die Güter und Höfe der Fam v.d.d. Decken, 1998

47 Foto aus dem Besitz von B.Stolte, Leeste

48 Nach Angaben von F.A. Wetjen 2010

49 Amtsblatt für den Landkreis Diepholz Nr. 13/2006 vom 14.07.2006