Die Anlegung des Vorwerks Erichshof

Paul Athmann

2020

 

Als Graf Albrecht von Hoya im Jahre 1563 stirbt, regieren zunächst die Brüder Otto, Erich und Friedrich von Hoya die Grafschaft gemeinsam. Erich regiert die Grafschaft dann ab 1568 allein. Als 1570 Friedrich stirbt und 1575 auch Graf Erich, erbt dann schließlich Otto die Grafschaft.

 

Schon nach dem Tod des Grafen Jobst II im Jahr 1545, dem Vater der 3 Brüder, wurde ein Grundstück „aus der wilden Heide“ gerodet und eingehegt.1

 

Im Jahr 1565 wird bei Brinkum ein neues Vorwerk der Hoyaer Grafen angelegt. Es wird nach dem Grafen Erich 'Erichs Hof' genannt.2 Die Bauern aus Leeste und Brinkum leisten von nun an ihreAbgaben an das Vorwerk. Das Vorwerk wird vom Amt Syke verwaltet. Ein Vogt wird eingesetzt, derauch als Streitschlichter einspringt und die Anordnungen des Amtes Syke durchsetzt.

 

Die Alterleute oder Kirchgeschworenen und die Kirchspielsleute der Dorfschaften Brinkum und Leeste verpflichten sich, ihre Wochen- und Hofdienste nicht mehr auf dem entlegenen Hause Syke, sondern bei dem Vorwerke (Erichshof) und dazu gelegten Äckern, Wiesen und Weiden zu leisten, außerdem aber ab und an die gewöhnlichen Reisen nach Bremen, auch gemeine »Borchuse« (Borchude = Burgfeste) nach Syke, Holz-, Feuer- und Landreisen zu thun, und, falls das Korn beim Vorwerke durch Wassers- und Wettersnoth verkömmt, während der Erndtezeit beim Hause Syke, wiedie anderen gemeinen Unterthanen, zu dienen und überhaupt Landsteuer undLandfolge wie getreue Unterthanen zu leisten '). 22. Juni 1565 3.

 

Casparus Meyer Pastor in Brinckem , Gerhardus Hudeporl

') Die Gebrüder Otto, Erich und Friedrich Grafen von Hoya und Bruchhausen haben

zur Verbesserung ihres Hauses Syke nach Gutdünken der Alterleute ein neues

Vorwerk auf dem Brinkumer Moore im »Stube« ') angelegt und einig Wiesen, Weiden

und Äcker daneben eingefriedigt (aus der gemeinen Mark herausgenommen), auch

ihre gemeine Weide zu verbessern und nach Bedürfniß Einfriedigungen zu machen

Erlaubniß erhalten.

 

') "Ehrichs-Hof"« genannt, s. Urk. vom 2. Januar 1579.

 

Einerseits kommt den Bauern aus Leeste und Brinkum der Bau des Vorwerks entgegen, da sie jetzt ihre Abgaben nicht mehr ins weit entfernte Syke bringen müssen. Andererseits dienten Vorwerke im Allgemeinen der effektiveren Organisation der Abgabenwirtschaft. Man ist seitens der Herrschaft bemüht, die Bauern vermehrt zu Abgaben heranzuziehen.4

 

Durch den Bau des Vorwerks werden allerdings auch Wiesen und Heideflächen der gemeinschaftlichen Mark (Gemeinheiten) der Bauern entzogen. Es handelt sich hier einerseits um die gerodeten Flächen für die neue Hofanlage und andererseits um Wiesen in der Leester Marsch („Vorwiese“, wohl kurz für „Vorwerks-Wiesen“).

 

Das Vorwerk soll nach dem Syker Erbregister von 1580 im Jahr 1566 gebaut worden sein.5 Laut einem Schreiben des Syker Amtmanns Rumann anläßlich der Auflösung des Vorwerks (1790) wurde das Vorwerk „durch einen damahligen Amtmann Koch hier zu Syke zusammengesetzt, und die Jahre 1567 und 1568 sind diejenigen worinn die erste Bebauung des Ehrichshofes durch gedachten Amtmann angefangen wurde.“ 6

 

Lageplan des Vorwerks von 1789

 

Das Vorwerk stand dort, wo heute die Straßen Kalberkamp, Erichshofer Straße und 'Lange Reihe' aufeinandertreffen, nicht weit von dem Platz, wo in Erichshof jetzt ein Ortsstein und ein Gefallenendenkmal steht.

 

Da die Hoyaer Grafen zu dieser Zeit hochverschuldet sind, wird das Vorwerk 1575 verpfändet 7 an die Witwe Pförtner aus Kirchhatten, die es nur 4 Jahre behält: 1579 übernimmt Agnes von Bentheim, die Frau des Grafen Otto VIII. von Hoya, den Hof als Pfand. 8

 

Im Jahre 1580 wird eine am Vorwerk errichtete Windmühle abgetragen und in Stolzenau wieder aufgebaut. Es wird ein „Möller Haus“ und ein“Möllenberg“ erwähnt sowie der Name des letzten Müllers (Hermann Schleede) 9

 

In einem Verzeichnis von 1583 werden erwähnt:

 

  • Das Wohnhaus, ein Viehhaus , ein Kornhaus, zwei 'Scheuren' – das lange Haus und das Strohhaus, ein 'Klockenhaus' (Vorratshaus),ein 'Schweinhauß' und ein ein 'Pfordthauß'
  • Vieh: 112 Milchkühe, 4 Bullen, 65 Rinder, 43 Kälber, 2 Pferde, 3 Sauen mit 23 Ferkel, 27

Gänse, 96 Hühner, 15 Enten

 

2 Jahre später hat der Hof 9 Bedienstete: 1 Hofmeister, 1 Pförtner, 1 Kuhhirt e, 1 Meyersche, 5

Mägde.

 

 

 

"Gebewde auff dem Erichshoff

Viehauß

 

 Daß Vieh Hauß hat 2 doer mit 4 flügeln undt 2 kleine doer, alles mit Hespen Haken Krampen und Klinken, an dieß Viehhauß ist ein Kreutzhaus, zu ende des ein Wohnhause angebawet, ist von 7 spannen undt 2 Mahl gestendert.

 

Unter diesem Hause zur Helfte ist ein Molken Keller mit balken überleget, und mit Keserlinge überpflas-tert, die döer in den Keller gehet auß der Küchen mit einer Holtzern treppen undt in dem Keller ein Kacheloffe."

 

Die unterste wohnunge Hat eine doentzen mit 6 taffeln glase fenster, darunter 3 Herren waffen, undt hat die doentze drey angenagelte Bencke vom Buchen Holtze, auch einer Kleinen schenkschiefen von eichen holtze, ist an die wende gehefftet. In dieser stuben ist ein kacheloffe mit grünen Kacheln,. auch seint darin 2 döer mit Klinken und Kaken vor der einer doer eine angenagelt sprinckschloß, undt vor der anderen tühr ein Schloß mit einer Krampen. Bey dieser stuben ist ein schlaffkammer mit 3 taffeln glasefenster, undt über der doer, so auß der stube darin gehet, davon weiter eine treppe hinunter mit einer, da er in der Küchen am Vorwercke

 

 

Die ander wohnunge im Kreutzhause ...

 

 

 

Ein Hauß das Klocken Hauß genannt Hatt 25 spann eines gestenderte, ausgemauret mit backen steinen, wende undt gebel ist auff zwey hohe wende gebauwet, und Hat an einer seiten eine Kübb, mit lehmen wenden, Zu einen Torff scheur.

 

Zu Ende am diesen Hause ist ein Butter Keller mit balken und eichen und buchen dehlen durch ein ander geleget. Hat ein doer mit Haken undt ein sprinck schloß.

 

Auff diesem Keller ist ein schlaffCammer ...

 

Ein Kornhauß von 8 span zweynmahl gestendert eingemauret mit backsteinen, hat 2 Boden mit eichen dehlen beschloßen ... Daß Haus ist gedecket mit dubbelden dach, von gebrannten dachsteine, und in Klack gesetzet.

 

Eine scheure daß Lange Hauß genannt ...

 

Eine scheure heißt das strohHauß ...

 

 

Daß SchweinHauß Hatt 6 spann ...

 

Daß Pfordthauß Hatt 6 spann eins geständert undt mit lehm geklebet, an der eine seite hat der Ambtmann seine Cammer, undt an der andern seiten ist des Pfortners wohnunge mit einem ausgemawerten Schorstein und dan weiter das Backhaus mit einem Backoffen gewelbet nit backsteinen

 

Das Pforthaus Hat 4 döer mit hespen und Krampen, darunter 2 mit schoßen.

 

Ein doer vor dem Pforthaus mit 2 dubbelten flogeln, und eine kleine Pforte mit einer doer mit hacken, hespen, Crampen undt 2 angehengeten schloten.

 

Auff den Vorwerckhoffe ist ein hopfengarte mit einem Planckwerck abgescheret.

 

Der Vorwerckshoff ist umbher begraben, undt der Auffworff mit berken und Espen bepflantzet. [...]

 

Auff dem hoff seint 2 brungen seint aus der grundt mit dicken Eichen bretern auß gesetzet und jeder ein Eimer mit eisern beschlagen.

 

Der Weck durch die Pforten nach dem Vorwerck ist mit Keserlingen auß gesetzet du beplastert

 

Hinter dem Vorwerk hatts einen Kohlgarten."10

 

Ein Plan von 1565 ist nicht erhalten. Eine Zeichnung von 1784 dürfte aber die Grundstruktur wiedergeben, die

sicher auch schon 1565 so angelegt wurde.

A: Wohnhaus und Viehhaus

B: Backhaus und Pferdestall

C: Scheure

D: Kornspeicher

E: Schafstall

 

 

1589 stirbt Agnes von Bentheim. Das Vorwerk geht damit nach dem Aussterben der Grafen von Hoya an das Amt Syke. Zu dieser Zeit sind auf dem Vorwerk - laut dem Personalverzeichnis des Amtes Syke11 - die folgenden Personen:

 

1. Der Höfemeister, gebürtig aus Lohe bei Nienburg, 68 Jahre alt, wohnt mit Frau und Kind in Leeste auf

einer Brinksitzerei.

2. Schurrvogt Reineke von Feldassen, gebürtig aus dem Amt Altbruchhausen, 38 Jahre alt, wohnt mit

seiner Frau in Weyhe,

3. Kuhhirte Heinrich Hunn, gebürtig von Donnerstede, Amt Thedinghausen, 48 Jahre alt,

4. Pförtner Carsten Stöver,gebürtig aus Barrien, 72 Jahre alt, Hat keine Frau und nichts Eigenes.

5. Der Fundling, 10 Jahre alt

6. Talke Meinken, die Obermeiersche, gebürtig aus Asendorf im Amte Hoya, 46 Jahre alt,

7. Vier Mägde zum Erichshof.

8. Hermann Schladen, verwahrt „die Wische und Weiden in der Marsch und am Rodestbruch“

 

Zur Hofanlage gehört ein Hopfengarten (für die Syker Küche) und ein Kohlgarten (für die Küche „daselbst“).

 

Der Vorwerkshof war ursprünglich mit Wall und Graben umgeben sowie mit einem großen Einfahrtstor versehen. Dazu heißt es 1726 in einer Beschreibung: 12

 

„ Der Vorwercks Hoff ist rund herum mit einem guten theils zugelandeten trockenen Graben umgeben. Der Alte Wall ist hin und wieder mit Eichen Bäumen bewachsen. Der Grabe ist zum Eingange des Hofes mit Erden ausgefüllet, und mit Kiesel Steinen besetzet. Ein Eichen Thor von Flügel so 9 Fues breit mit gehörigen Eichen claspen versehen … und einem Blech über der Langen Claspe, wodurch das Thor befestiget wird, und eine große Crampe in der Seule. Hiebey ist eine Kleine Neben Pforte 4 Fues weit …“

 

Die Wirtschaftsfläche beträgt 240 Morgen in der Marsch und 96 Morgen auf der Geest sowie 170 Morgen Weide. Neben der Vorwiese (Vorwisch) gehört die Hillerswiese zum Vorwerk. Auf zwei Kuhweiden, die eine „Im Schluchter“ genannt, weiden 112 Milchkühe. Die Mühlen in Leeste und Barrien sind dem Vorwerk zugeordnet.

 

Das Vorwerk hat 14 dienstpflichtige Ackerleute, 24 dienstpflichtige 'Halb- oder Zusammenspenner', 34 Köter und 35 Brinksitzer, in Brinkum und Leeste.

 

Die Dienste bestehen aus Fuhrdiensten (Torf, Heide, Holz nach Dreye, Getreide zur Mühle, Kalksteinen von Dreye) sowie Heuen, Dreschen, Pflügen, Eggen, Mähen, Ausmisten der Ställe, Arbeiten am Dreyer Siel usw.

 

 

Dienste zum Vorwerk Erichshof

Aus dem "Dienstregister des Fürstlichen Hauses Sieck, angefangen die woche Trinitatis Anno 1589 bis wieder

Trinitatis Anno 1590" 13

 

Dienst die Woche „post Trinitatis“

35 haben ein Torfschutten abgenommen und wiederumb beim Erichshof aufgericht

33 haben Torf umgereiget

1 Warth auf der Brügge in der masch

Dienst die Woche „post visitationis Mariae“

10 haben Haw vom Rodesbruche auf den Erichshof gefuhrt

4 Haw hulfen

16 Haw hulfen

38 vor Sieck beim neuen Vorwerk gegrafen

1 Warth

Dienst die Woche Ascensionis Mariae“

14 haben Garsten vom Rodesbruche und Pogenböhle auf den Erichshof gefuhrt

21 Hawergarben v. Scharlkampe auf d. Erichshof gefuhrt

27 Hawren aufgeladen undt auf die Banßen hulfen

6 haben Hawren umgehocket

1 Warth

Dienst die Woche „Egeti“

14 Brüggeholz v. Resterholtz nach d. Brinkmermasch gefuhrt

6 Haw aus den Risterwiesen nach dem Erichshof gefuhrt

4 Haw vom Felde eingefuhrt

11 auf dem großen Felde gestrecket

7 gekrümmert

6 Garsten gedroschet

21 Haw hulfen

Dienst die Woche „Galli“

14 auf dem großen Felde gepflüget

21 auf dem großen Felde gepflüget

32 Meß auf dem gr. Felde voneinander geworfen

2 haben geseyet

Dienst die Woche „Post Martini““

53 geben Winter Dienstgeld

2 Heyde auf dem Hof gemeyet

3 Repholz nach Dreye gefuhret

8 haben gedroschen

3 Kuhställe gemeßet

Dienst die Woche „Judica (vor Ostern)“

10 Busch v. Bartelhorn beym steinweg zu Brinken gefurt

14 auf der masch auf der Vorwisch gepflüget

10 in der masch auf der Vorwisch geegget

1 Meß aus den stellen

5 Haber gedroschen

29 beym Dreyer Siell an der Weser gearbeitet

 

 

Für den 1565 als neues Vorwerk der Hoyaer Grafen angelegten 'Erichs-Hof' wird 1625 Dierick Böse als Verwalter des Vorwerks Erichshof erwähnt. Er meldet dem König "untertänigst", dass die Einwohner des Amtes Syke "lust und liebe tragen", sich und ihre Habe gegen Feinde zu verteidigen.

 

Im August 1625 ergeht eine Aufforderung an den Drosten Mandelsloh des Amtes Syke, das Rantzau'sche Regiment "einzulogieren" "undt demnach högestgemelter I.K.M von Dierick Böse [derzeit Verwalter zum Erichshofe] unterthenigst vorbracht, wie die einwohner solches amts lust und liebe tragen, sich undt das ihrige selbest zu defendiren, als begehren I.K.M. gnedigst, der Amtmann [i.e. der Drost Mandelsloh] wolle solches Volk in bereittschaft halten, auch wie viell derselben bewehrt und sonst in allen seine, eine designation anhero schicken, damit die übrigen auch mögen bewehrt werden, undt wird der Hr. benebendst Dierick Böese das commando über solches Volk halten, auch da ein einfall allda geschehen müchte, dem ortt so lange bieß sie entsetzet würden, defendiren, wo aber der einfall so groß, daß sie nicht resistieren könnten, sich zu uns retiriren. Weill auch ferner berichtet, daß der ortt da das Hauss sieke gelegen, woll zu fortificiren wehre, wird der Hr. geleichfalls alle schiffel, Axen und Spaden des ambts zusammen bringen lassen, alsdan in kurtze eine ingenieur dahin kommen, undt einen abstich thuen, welcher hernegst von dem Volke allda kann ausgearbeitet werde, welches ich dem Hr. nebenst empfehlung Gottes nicht habe verhalten können."

 

Es wird auch ein Ingenieur ins Amt geschickt, um mit Hilfe der Amtsuntertanen die nötigen Befestigungen anzulegen. Das Rantzau'sche Regiment wirde dann jedoch zu einem anderen Ort beordert, zur Hauptarmee. Im selben Monat zeigt der Ingenieur jedoch beim König an, dass die Amtseingsessenen "ihm keine Hülfe und Handreichung bei Aufwerfung der Schanzen zwischen Brinkum und Kattenturm leisten wollten".14

 

1640 wird das Vorwerk von Phillip Sigismund Bremer, einem Sohn des Zöllners Johann Bremer aus Dreye, gepachtet. Bremer hatte vorher schon einige Höfe in Brinkum (Kirchhofstr. 102) und Syke (landtagfähiges Gut 'Placken') erworben. In Brinkum baute er sich auch ein Wohnhaus. Ph.Sigismund Bremer war ein verdienter Beamter des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg und schon vor Beendigung des 30-jährigen Krieges als Verwalter auf dem Erichshof eingesetzt. Aus den Gesuchen der dienstpflichtigen Bauern geht hervor, dass deren Hofstellen zum Teil im Krieg vernichtet wurden. Bremer leiht den verarmten Bauern Geld, was häufig dazu führt, dass ihm und seinen Erben noch 1678 im Erbregister zahlreiche Ländereien als ihm 'versetzet' zugeschrieben werden.

 

Bremer bleibt Pächter des Vorwerks bis 1665. Danach wird das Vorwerk vom Syker Drosten von Gerstenberg gepachtet. 1678 wird es dann an die Witwe des Syker Amtmanns Meinking und deren Erben verpachtet. Diese sind auch gleichzeitig Pächter der Wassermühle in Leeste.

 

Die an das Vorwerk zu leistenden Dienste werden nun nicht mehr klassifiziert nach Vollspenner undHalbspenner, sondern nach Vollmeyer, Halbmeyer, Kötner und Großbrinksitzer sowie Kleinbrinksitzer. Die Dienste werden in Reichsthalern gemessen. Ein Vollmeyer hat jährlich ca 11 Thaler zu leisten, ein Halbmeier ca. 5, Kötner und Großbrinksitzer ca. 4 und Kleinbrinksitzer ca. 2.

 

1589 sind es 69 Personen, die Dienste zu leisten haben: 14 Ackerleute (8 aus Brinkum, 6 aus Leeste), 21 Halbspenner ( 7 Brinkum, 14 Leeste), 34 Kötter (7 Brinkum, 27 Leeste)

 

Die Dienste bestehen weiterhin aus Fuhrdiensten sowie Heuen, Dreschen, Pflügen, Eggen, Mähen, Ausmisten der Ställe, Arbeiten am Dreyer Siel usw.

 

 

1660 gibt Ph. Sgismund Bremer das Vorwerk ab an von Gerstenberg. Bremer kauft ein 'landtagfähiges' Gut in Syke (im Flecken liegendes 'Klenkensche Burglehn'). 15 1666 kommt es in Leeste zu offenen Auseinandersetzungen über die Abgaben: Nach der Neu-Ordnung durch die Schweden müssen die Bauern in Leeste (und Wachendorf) Abgaben and die von Kleykes (Klenke) leisten. Nach Erhöhung der Abgaben und schwebender Gerichtsentscheidung verteidigen Leester/Wachendorfer Bauern ihre Felder. Daraufhin wird G. Wulfers, Bauermeiseter v.Wachendorf, in Syke verhaftet. In Leeste erscheint Leutnant Cramer (Nienburg) mit 40 Mann und drangsaliert die Leester. Celle entscheidet 1645 über Zugehörigkeit des Vorwerks zum Kirchspiel Leeste (statt Brinkum). 16 Dietrich Böse, der frühere Verwalter(s. 1625), war 20 Jahre Vogt in Leeste und ging darum auch dort zur Kirche. Danach hatte Georg Bünthe, gewesener Amtmann von Wölpe und Stolzenau, den

Erichshof gepachtet. Er ging zur Kirche in Leeste, weil der Brinkumer Pastor Hake an Leibes- und Gemütskräf-ten abgenommen habe

 

 

Anmerkungen

Vgl. Kommentar zur Urk. 958 in (Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855)

Die (naheliegende) Vermutung, dass der Name zu Ehren des Grafen Erich gewählt wurde, stammt von (Gade,

1901). Es wird aber auch schon 1775 in einer Amtsbeschreibung des Amtes Syke von dem „im Kirchspiel Leeste

belegenen Herrschaftlichen Vorwerke Erichshoff“ gesprochen, „welches von einem apanagirten Grafen Erich

den Namen hat“ [NLA HA Han 74 Syke Nr. 47 – s.auch (Greve, Materialien zum Vortrag "Erichshof - eine

lokalhistorische Spurensuche", 1986) S.22

3 (Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855) Nr. 865

Vgl. (Greve, Materialien zum Vortrag "Erichshof - eine lokalhistorische Spurensuche", 1986) S.9

NLA HA Celle Br. 72 Nr. 981

NLA HA Hann. 74 Syke Nr. 876 – Schreiben v. 5.6.1790

(Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855) Urk. Nr. 1583

(Hodenberg, Hoyer Urkundenbuch, Band I (Hausarchiv), 1855) Urk. 958

Vgl. NLA HA Hann. 88 B Nr. 6009

10 NLA HA Hann Nr. 74 Syke Nr. 33- s. (Greve, Materialien zum Vortrag "Erichshof - eine lokalhistorische Spurensuche",

1986) S.16: „Ungefehrliche Verzeichnisse An- undt Überscvhlag der gewissen undt ungewißen GeldtZinse, Auch aller

anderer Jahrlicher Uffkünften. Auch beschreibunge der angehorigen freyer und eigen dienst Leute, in undt außerhalb

gerichts geseßen undt befunden. So woll auch der Hoch undt Gerechtigkeit Ober undt Untergericht, Gräntzscheidungen

Geleit, Holtzungen, Jachten und dergleichen Zubehorung nichts außbescheiden deß Hauses Sieke, am 29.April Anno 1583

beschrieben“

11 Personalverzeichnis des Amtes Syke von 1589, NLA FA Cal. Br. 17 Nr. 259

12 NLA HA Hann. 88 B Nr. 6012

13 Vgl. (Greve, Materialien zum Vortrag "Erichshof - eine lokalhistorische Spurensuche", 1986) S. 9

14 Vgl. (Paul, 1929) S.8 und von Wangenheim, Beiträge zur Geschichte des Amts Syke, während des dreißigjährigen Krieges,

in: Vaterländisches Archiv für Hannoverisch-Braunschweigische Geschichte, Jahrgang 1833, S. 338

15 Vgl. (Hüchting, Inventar des Hauses Syke 1585, 1962)

16 NLA HA Hann 72 Nr. 956